Werner Eichhorn während eines Zweikampfs.
16.05.2018
Mein Werk. Mein Verein. Eine Geschichte.

Mit Rocky im Ohr

Werner Eichhorn, Vertriebs- und Marketingvorstand bei Skoda, verteidigte in den 80ern für den VfL.

Werner Eichhorn während eines Zweikampfs.

Damals funktionierte der Fußball noch anders. „Nein, ein Tor ist mir leider nie gelungen“, schmunzelt Werner Eichhorn. „Meine Aufgaben waren da eindeutig andere.“ In den 80er Jahren, als die Rollen auf dem Feld noch klarer verteilt waren, zählte der VfL Wolfsburg meist zu den Spitzenteams der Amateur Oberliga Nord. Und für Grün-Weiß schnürte einer die Stiefel, von dem man es heute nicht unbedingt denkt: Werner Eichhorn, inzwischen Topmanager im Volkswagen Konzern, bildete einige Jahre zusammen mit VfL-Größen wie Siegfried Schanda, Uwe Otto und Ralf Kammel eine eisenharte Defensivreihe. Immerhin um die 70 Einsätze kamen in der dritthöchsten Spielklasse für Eichhorn zusammen. Ehe er dann eine folgenreiche Entscheidung traf.

Gleich im doppelten Sinn ist Eichhorn ein Wolfsburger Eigengewächs. Mit acht Jahren fing er beim VfL Wolfsburg an, durchlief ab der E-Jugend alle Stationen. Während seiner Jugendjahre reifte bei den Wölfen ein unheimlich starker Jahrgang heran. Mit den VfL-A-Junioren zog Eichhorn gar in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ein. Nur logisch, dass für viele der Weg in die Erste führte, seinerzeit trainiert von Wilfried Kemmer. „Wir sind gleich mit sieben Leuten geschlossen zu den Männern gekommen. Das war schon toll. Seit Kindertagen hatten wir alle zusammengespielt und waren eine super Truppe“, schwärmt der 52-Jährige, der sich seine ersten Sporen noch in der zweiten Mannschaft verdiente, spätestens aber unter Wölfi Krause dann ganz oben ankam. Ab der Spielzeit 1984/1985 war der gebürtige Wolfsburger als lauf- und zweikampfstarker Verteidiger auf der rechten Seite fest etabliert.

Titel, Tore, große Triumphe – das alles erlebte Eichhorn als Wölfe-Spieler nicht. Wohl aber eine Geschlossenheit auf und neben dem Rasen, die auch damals nicht selbstverständlich war. „Die Stimmung im Team war überragend. Ich kann mich gut an ein paar schöne Rituale erinnern. Vor den Spielen haben wir uns oft bei Karsten Stephan getroffen. Um uns auf den Gegner heißzumachen, haben wir zum Beispiel ‚Rocky‘ geschaut“, lacht Eichhorn. Dass Fußball nie mehr als sein Hobby bleiben würde, war ihm jederzeit klar. „Das habe ich damals schon sehr realistisch gesehen. In der dritten Liga hätte ich weiter mithalten können, aber mehr war nicht drin.“ Als sein Vorgesetzter bei Volkswagen, selbst Dauergast am Elsterweg, ihm dann wohlwollend riet, sich mehr auf den Job zu konzentrieren, machte er im besten Alter beim VfL Schluss. Mit gerade 25 Jahren legte er den Fokus auf seinen Hauptberuf.

Die Prioritäten, die er setzte, waren gewiss nicht die falschen. Auch im Werk hatte Eichhorn klein angefangen und 1979 eine Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen. Nach mehreren Stationen im Vertrieb diente er sich so weit nach oben, dass er den Konzern bereits mit 27 Jahren international vertrat. „Ich war im Außendienst zuständig für Norwegen, Island und Dänemark, durfte also viel reisen und auch selbstständig Verträge mit Importeuren schließen.“ Was schon fast unübertrefflich klingt, blieb nur eine Zwischenstation. 1993 wechselte Eichhorn zu Audi, stieg binnen weniger Jahre zum europaweiten Vertriebschef auf, um ab 2005 in ähnlich exponierter Stellung für die Ingolstädter in China zu wirken.

Nach drei Jahren in Changchun kehrte der ehemalige Wölfe-Verteidiger nach Deutschland zurück. Als Volkswagen Vertriebsleiter Deutschland kam er zwischenzeitlich auch wieder mit dem Fußball in Berührung. „In dieser Zeit begannen wir zum Beispiel mit dem DFB-Pokal-Sponsoring“, erklärt Eichhorn, dessen berufliche Entwicklung aber auch an dieser Stelle nicht stehenblieb. Seit September 2012 arbeitet er als Vorstand für Vertrieb und Marketing bei der Skoda AG, kümmert sich dort um den weltweiten Vertrieb, den Bereich After Sales und die Markenentwicklung. Klar, dass Werner Eichhorn nach 35 Jahren im Konzern hochzufrieden zurückblickt. „Ich hätte es nicht besser treffen können. Die Arbeit hier war von Anfang an und ist noch immer mein Traumjob.“  

Veröffentlicht in „Unter Wölfen“ am 4. April 2015.

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