Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg liegen sich in den Armen und jubeln.
21.08.2020
Frauen

Mit Kantersieg ins Halbfinale

Die VfL-Frauen schlagen Glasgow City FC im UWCL-Viertelfinale mit 9:1.

Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg liegen sich in den Armen und jubeln.

Die erste Hürde beim UWCL-Finalturnier in Spanien haben die Frauen des VfL Wolfsburg souverän genommen: Im Viertelfinale setzte sich der zweimalige Titelträger in San Sebastian mit 9:1 (4:0) gegen Glasgow City FC durch. Die VfL-Tore im Estadio de Anoeta erzielten Vierfachschützin Pernille Harder, Doppelpackerin Ingrid Engen, Felicitas Rauch sowie Leanne Ross und Jenna Clark (beide Eigentor).  Im Halbfinale bekommt es das Team von Cheftrainer Stephan Lerch nun mit Vorjahresfinalist FC Barcelona und Ex-Wölfin Caroline Hansen zu tun. Die Partie gegen den aktuellen spanischen Meister, der sich mit 1:0 gegen Liga-Konkurrent Atletico Madrid durchsetzen konnte, findet am kommenden Dienstag, 25. August (Anstoß um 20 Uhr/live auf SPORT1 und Wölfe TV), ebenfalls in San Sebastian statt.

Mit Abt im Tor

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch entschied sich auf der Torwartposition für Friederike Abt. Zu den ersten Elf zählte in Kathrin Hendrich auch ein Neuzugang, der sein Pflichtspiel-Debüt im neuen hellgrünen Heimtrikot realisierte. Pauline Bremer und Oberdorf folgten dann in der zweiten Hälfte. Vor dem Anpfiff gingen die Spielerinnen beider Mannschaften auf die Knie, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Zuvor wurde der Opfer der Corona-Pandemie mit einer Schweigeminute gedacht.

Vor dem Pausenpfiff wird es deutlich

Die Partie begann mit einer kurzen Abtastphase, in der die Wölfinnen zwar schon den Ton angaben, aber noch einige Ungenauigkeiten im Passspiel an den Tag legten. So blieb es in den Anfangsminuten bei einigen Halbchancen – so wie in der elften Minute, als Ewa Pajor eine Flanke von Fridolina Rolfö nicht aufs Tor bringen konnte. Wenig später zappelte der Ball dann aber zum ersten Mal im aus grün-weißer Sicht „richtigen“ Netz: Nach Vorlage von Alexandra Popp legte sich Harder das Leder zurecht und zog aus 16 Metern ab – 1:0. Vier Minuten später erhöhte Engen per Kopfballaufsetzer nach einer von Lena Goeßling geschlagenen Ecke auf 2:0. Kam Glasgow in den ersten Minuten zumindest noch hin und wieder aus der eigenen Hälfte, erhöhte die Lerch-Elf nun die Schlagzahl und beschäftigte ihren Gegner fast ausschließlich mit Defensivarbeit. Gute Chancen, auf 3:0 zu erhöhen, hatten Joelle Wedemeyer, die einen Kopfball nach Harder-Flanke auf das statt ins Netz setzte (28.), sowie Rolfö, der nach einer scharfen Hereingabe von Svenja Huth nur eine Schuhgröße fehlte (34.). Kurz vor dem Pausenpfiff „verdoppelten“ die VfL-Frauen dann kurzerhand das Ergebnis: Zunächst netzte Engen nach Flanke von Huth aus kurzer Distanz zum 3:0 ein (44.). Dann drosch Harder das Leder nach Freistoßvorlage von Goeßling aus 18 Metern in die Maschen – 4:0 (45.). Ein Pausenstand, der durchaus den Kräfteverhältnissen entsprach.

VfL Stürmerin Pernille Harder schießt den Ball und wird von einer Gegenspielerin attackiert.

Harder trifft und trifft

Die zweite Hälfte begann mit einer Chance für Glasgow: Beim Abschluss von Lauren Wade fehlte nicht viel (49.). Nun war diese Möglichkeit aber keineswegs richtungsweisend für den weiteren Verlauf. Die Wölfinnen blieben hungrig und spielbestimmend. Und das sollte sich auch auf der Anzeigetafel niederschlagen: Im Neuaufbau nach einem erfolglosen Angriff setzte Sara Doorsoun mit einem gut getimten Pass Huth in Szene, die wiederum für Kopfballschützin Harder auflegte – 5:0 (56.). In der 63. Minute gelang Wade dann ein Sonntagsschuss am Freitagabend: Aus eigentlich unmöglichem Winkel überwand sie Abt mit einem Heber, der sich ins lange Eck senkte (63.) – 5:1. Kurz darauf stellte Rauch, die kurz zuvor eingewechselt wurde, den Fünf-Tore-Abstand wieder her: Nach einem abgewehrten Harder-Schuss traf die Abwehrspielerin zum 6:1 (67.). Dann schraubte Harder weiter an ihrer persönlichen Torstatistik, erhöhte per Kopfball nach Huth-Freistoß auf 7:1 (72.). Und dann kam Sicht von Glasgow auch noch Pech dazu: Kapitänin Leanne Ross traf per Kopf ins eigene Netz – 8:1 (78.). Kurios, dass City-Trainer Scott Booth wenig später seine Torhüterin auswechselte. Auch der letzte Treffer des Tages fiel per Eigentor, dismal traf Jenna Clark ins falsche Tor (90. +5) – Halbfinale!

„Haben uns nicht zufrieden gegeben“

VfL-Trainer Stephan Lerch: Ich bin sehr zufrieden. Glasgow hat uns mehr Räume gegeben, als wir uns das vorher vorgestellt haben und die konnten wir gut nutzen. Wir haben in der ersten Halbzeit hier und da nicht die beste Entscheidung getroffen, der letzte Ball hat oft nicht gepasst. Aber dennoch waren wir sehr dominant und haben auch über Standardsituationen Tore erzielt, haben uns immer wieder Torchancen erarbeitet und dann auch die Tore verdient gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir das Tempo hochgehalten, uns nicht zufrieden gegeben. Dann konnten wir über Spielfreude das Ergebnis nach oben schrauben. Auch die Spielerinnen, die dann reinkamen, haben das sehr sehr gut gemacht, sie wollten sofort Akzente setzen. Genau das brauchen wir und das finde ich klasse. Jetzt sind wir mit einem super Ergebnis in das Turnier gestartet. Das gibt uns Selbstvertrauen für die nächste Aufgabe.

 Glasgow City FC: Alexander (82. Clachers) – McLauchlan (82. Clark), Ross, Van Wyk, Wyne – Love (64. Howat), Kerr, Crichton – Wojcik (78. Foley), Freda, Wade (78. Colvill)

 VfL Wolfsburg: Abt – Doorsoun (74. Blässe), Hendrich (59. Janssen), Goeßling, Wedemeyer – Engen, Popp (80. Oberdorf) – Huth, Harder, Rolfö (59. Rauch) – Pajor (46. Bremer)

 Tore: 0:1 Harder (15.), 0:2 Engen (19.), 0:3 Engen (45.), 0:4 Harder (45.), 0:5 Harder (56.), 1:5 Wade (63.), 1:6 Rauch (67.), 1:7 Harder (72.), 1:8 Ross (78., ET), 1:9 Clark (90.+4, ET)

 Schiedsrichterin: Tess Olofsson (Schweden)

 Gelbe Karte: - / Popp

Wölfe TV: Tore und Highlights

Wölfe TV: Die Partie als Re-LIVE

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