Frauen

„Mit der Entscheidung sehr zufrieden“

Stina Johannes über Drucksituationen im Fußball und die ersten Monate beim VfL.

Seit Sommer 2025 hütet Stina Johannes das Tor der Frauen des VfL Wolfsburg. Die deutsche Nationalspielerin absolvierte dabei bislang 15 Pflichtspiele in der Google Pixel Frauen-Bundesliga, darüber hinaus stehen eine Partie im DFB-Pokal sowie acht Einsätze in der UEFA Women’s Champions League in ihrer Bilanz. Im Interview spricht die 26-Jährige über ihre bisherigen Erfahrungen im Profifußball, die persönliche Entwicklung sowie die sportlichen Ziele in dieser Spielzeit.

Stina Johannes, du bist seit Sommer 2025 in Wolfsburg. Was hat letztlich den Ausschlag gegeben, zum VfL zu wechseln?

Stina: Für mich stand die sportliche Weiterentwicklung im Vordergrund. Ich habe Wolfsburg als nächsten Schritt gesehen, weil hier auf einem sehr professionellen und hohen Niveau gearbeitet wird. Ich habe mir erhofft, mich sowohl sportlich als auch menschlich weiterzuentwickeln – und bin mit dieser Entscheidung sehr zufrieden.

Du bist in Hannover geboren. Hat die Nähe zur Familie ebenfalls eine Rolle gespielt?

Stina: Meine Familie lebt noch in Hannover, aber die Entscheidung war in erster Linie sportlich. Natürlich ist es schön, die Familie in der Nähe zu haben, das nehme ich gerne mit. Ausschlaggebend war für mich aber ganz klar die Perspektive beim VfL.

Mein Anspruch ist, in jedem Spiel meine bestmögliche Leistung zu bringen.
Stina Johannes

Wie hast du dich in den ersten Monaten sportlich und persönlich in Wolfsburg eingelebt?

Stina: Sehr gut. Ich habe schnell meine Abläufe gefunden und fühle mich sowohl im Team als auch im gesamten Umfeld sehr wohl. Der Verein macht es einem leicht, anzukommen. Ich bin auch mit meiner Wohnsituation glücklich und habe hier vor Ort ein gutes Umfeld, was den Wechsel natürlich erleichtert hat.

Gibt es gewisse Unterschiede im Training oder der alltäglichen Arbeit zu deinen vorherigen Vereinen?

Stina: Am Ende bleibt Fußball natürlich Fußball, aber die Inhalte auf dem Platz machen den Unterschied. Das Trainerteam arbeitet sehr akribisch, jede Einheit hat einen klaren Schwerpunkt. Es steckt viel Planung dahinter und es werden gezielt Anforderungen an uns gestellt, an denen wir wachsen können. Besonders diese Detailarbeit im Training hebt sich für mich hervor.

Als Torhüterin stehst du häufig im Fokus. Wie gehst du mit Drucksituationen um?

Stina: Spiele können für eine Torhüterin sehr unterschiedlich verlaufen. Manchmal kommt nur ein Ball aufs Tor, manchmal sehr viele. Wichtig ist für mich, jedes Spiel so anzunehmen, wie es kommt, es anschließend aufzuarbeiten und daraus zu lernen. Ich konzentriere mich darauf, mich weiterzuentwickeln und genieße es, mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Mein Anspruch ist, in jedem Spiel meine bestmögliche Leistung zu bringen.

Du wurdest zuletzt nach dem Spiel bei Juventus FC als Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Welche Bedeutung hat so eine Auszeichnung für dich?

Stina: Unser wichtigstes Ziel war es, ins Champions-League-Viertelfinale einzuziehen – das haben wir erreicht. Alles andere ist ein schöner Bonus. Besonders wichtig war es für uns als Team, auch einmal zu null zu spielen. Dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte, freut mich natürlich.

Ihr seid in allen Wettbewerben weiterhin gut vertreten. Welche Ziele habt ihr für den Rest der Saison und was möchtest du vielleicht auch persönlich noch erreichen?

Stina: In der Bundesliga wollen wir mindestens den zweiten Platz verteidigen, um uns direkt für die Champions League zu qualifizieren. Im Viertelfinale gegen Lyon wollen wir eine gute Leistung zeigen und unser Maximum abrufen – das werden sehr anspruchsvolle Spiele. Im Pokal ist das klare Ziel, möglichst weit zu kommen und idealerweise den Titel zu holen. Gegen Frankfurt ist es natürlich auch persönlich ein besonderes Spiel für mich, weshalb ich mich enorm darauf freue. Meine persönlichen Ziele decken sich mit denen des Vereins. Ich möchte mich kontinuierlich weiterentwickeln, meine Leistungen stabilisieren und vor allem das genießen, was ich jeden Tag machen darf.