Frauen

Lehrreicher Test vor Rekordpublikum

Wölfinnen unterliegen im AOK Stadion gegen den 1. FC Union Berlin mit 0:2.

Die Kulisse hätte nicht besser sein können: Bei strahlendem Sonnenschein sind am Sonntag im Anschluss an das Fanfest 2.728 Zuschauende zur Partie der VfL-Frauen gegen den 1. FC Union Berlin ins AOK Stadion gekommen – ein neuer Rekord für ein Testspiel der Grün-Weißen. Ergebnistechnisch verlief das Duell aus Wolfsburger Sicht allerdings nicht ganz wie erhofft: Die Wölfinnen unterlagen den Aufsteigerinnen von Union Berlin mit 0:2 (0:1). Nichtsdestotrotz zeigten die VfL-Frauen viele gute Ansätze und nehmen aus dem Spiel nun neue Erkenntnisse in die weitere Vorbereitung mit. Diese führt sie nach einer normalen Trainingswoche in Wolfsburg am kommenden Sonntag, 17. August, ins Trainingslager ins Weimarer Land. Dabei reist das Team in dasselbe Hotel, in dem im Juli bereits die Männer untergebracht waren.

Personal

Sophia Kleinherne (Muskel- und Sehnenverletzung) und Sarai Linder (Sprunggelenksverletzung) standen VfL-Cheftrainer Stephan Lerch verletzungsbedingt noch nicht zur Verfügung, ebenso wie Sharn Freier (Trainingsrückstand), Janou Levels (angeschlagen) und Guro Bergsvand (Aufbautraining). Da die zehn Nationalspielerinnen, die bei der Europameisterschaft im Einsatz gewesen waren, erst seit Freitag wieder im Training sind, hatte Lerch bei Aufstellung und Einsatzminuten außerdem den jeweiligen Trainingsstand berücksichtigen müssen. Zur Vorbereitung auf Union waren dem Team nur drei gemeinsame Einheiten geblieben. Mit Keeperin Stina Johannes und Mittelfeldspielerin Smilla Vallotto standen zwei der von der EM zurückgekehrten Neuzugänge dennoch direkt in der Startelf.

Spielverlauf

Die Wölfinnen starteten zunächst gut in die Partie und erspielten sich direkt zwei Ecken, die allerdings ohne Folgen blieben. Auf der anderen Seite setzte auch Union in der vierten Minute ein Ausrufezeichen: Dina Sophie Orschmann prüfte VfL-Keeperin Johannes. In der 14. Minute schloss VfL-Kapitänin Alexandra Popp nach einem schönen Doppelpass mit Vallotto auf das Tor der Gäste ab, der Schuss geriet jedoch zu zentral. Insgesamt hatten die Wölfinnen zwar mehr Spielanteile, gleichzeitig schlichen sich nun angesichts der im Vergleich bunt durchmischten Startelf aber auch immer wieder kleinere Fehler ein. Die Berlinerinnen versuchten ihr Glück über Naika Reissner, Johannes konnte ihren flachen Abschluss jedoch abfangen. Der nächste Angriff der Gäste endete weniger glimpflich, Unions Neuzugang Sophie Weidauer traf nach Vorarbeit von Reissner zum 1:0 für die Berlinerinnen. Die Wölfinnen ließen immer wieder gute Ansätze in ihrem Spiel erkennen, sie waren über weite Strecken aber nicht zwingend genug. Vivien Endemann hatte in der 37. Spielminute eine der besten Chancen auf Seiten der Wolfsburgerinnen. Wenig später verpasste außerdem ein Kopfball von Camilla Küver knapp das Tor (43.).

Zur zweiten Hälfte wechselte VfL-Cheftrainer Lerch auf gleich fünf Positionen. Insgesamt änderte sich am Spielverlauf dennoch wenig: Die Wölfinnen hatten weiter mehr Spielanteile, blieben aber zu harmlos. Küver schloss in der 55. Minute mal flach auf den Berliner Kasten ab, wirklich gefährlich geriet der Ball aber nicht. Bei den Gästen versuchte es erneut Reissner, allerdings ebenfalls ohne Folgen (60.). In der 67. Minute hatten in die VfL-Frauen die bis dahin beste Chance: Nach einem langen Ball der eingewechselten Ella Peddemors legte Svenja Huth in die Mitte zu Lineth Beerensteyn, die das Tor allerdings knapp verpasste. Direkt im Gegenzug mussten die Wölfinnen aufmerksam sein: VfL-Neuzugang Thea Bjelde klärte bei ihrem Debüt im grün-weißen Trikot einen Ball von Celine Frank (69.). Die VfL-Frauen bissen sich an den defensiv gutstehenden Gästen unterdessen weiter die Zähne aus. Bjelde prüfte in der 86. Minute nochmal Unions eingewechselte Keeperin Nadine Böhi. Auch für Martina Tufekovic gab es noch etwas zu tun, in der 87. Minute parierte sie stark gegen Nele Bauereisen. Die darauffolgende Ecke konnte Bauereisen dann allerdings selbst im Wolfsburger Kasten unterbringen (88.). Sie stellte damit den 0:2-Endstand her. Für die Wölfinnen geht es nun darum, nach der Rückkehr der Nationalspielerinnen als Team zusammenzufinden und die guten Ansätze weiter auszubauen.

Trainerstimmer

Stephan Lerch: Ergebnisse sind nie egal, von daher ärgert uns dieses Resultat schon sehr. Wir hatten uns das anders vorgestellt, und ich glaube, dass auch ein anderer Ausgang möglich gewesen wäre. Grundsätzlich hatten wir das Spiel unter Kontrolle. An der einen oder anderen Stelle hat uns dann die Präzession gefehlt. Wir haben unsere Chancen im Gegensatz zum Gegner nicht effektiv genutzt. Deshalb müssen wir in unserem Spiel präziser und schneller werden. Man muss aber auch die Gesamtumstände betrachten: Wir sind erst seit zwei Tagen mit der gesamten Mannschaft zusammen. Insofern mache ich dem Team keinen Vorwurf. Wir werden das aufarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen, um es in der Liga besser zu machen.

Tore

  • 0:1 Weidauer (20.): Auf der linken Seite kommt Reissner in Richtung des Wolfsburger Strafraums. Sie legt in die Mitte ab zu Weidauer. Weil Johannes weit rausgerückt ist, kann die Ex-Bremerin die Kugel ins leere Tor schieben.
  • 0:2 Bauereisen (88.): Unions Lisa Heiseler bringt eine Ecke von der rechten Seite hoch in den Strafraum. Am ersten Pfosten kann Bauereisen sich mit dem Kopf durchsetzen. Sie macht das 2:0 aus Berliner Sicht.

Aufstellungen und Statistiken

VfL Wolfsburg: Johannes (61. Tufekovic) – Wedemeyer (46. Bjelde), Küver (76. Arasniewicz), Dijkstra (46. Papp), Pujols – Lattwein, Vallotto (46. Huth), Kielland (46. Peddemors) – Endemann (76. Kerim-Lindland), Popp (46. Beerensteyn), Bussy (61. Zicai)

Ersatz: Minge, Zielinska, Saelen

1. FC Union Berlin: Bösl (46. Böhi) – Weiß, K. Orschmann, Steuerwald, Schneider – D. Orschmann, Pawollek, Janez (66. Frank), Reissner (72. Bauereisen) – Campbell (84. Moraitou), Weidauer (41. Heiseler)

Ersatz: Wagner (Tor), Aehling, Sakar, Heikkinen

Tore: 0:1 Weidauer (20.), 0:2 Bauereisen (88.)

Gelbe Karten: Endemann / Pawollek

Schiedsrichterin: Anna-Lena Heidenreich (Oldenburg in Holstein)

Zuschauende: 2.728 am Sonntagnachmittag im Wolfsburger AOK Stadion