Knapp vier Monate ist es her, da standen sich der VfL Wolfsburg und der FC St. Pauli am Millerntor in einem echten Abstiegsendspiel gegenüber. Nun gibt es das Wiedersehen – allerdings eine Etage tiefer. Wenn die Wölfe am Samstagabend (Anstoß 20.30 Uhr) auf die Kiezkicker treffen, begegnen sich zwei Klubs, die im Sommer den Gang in die 2. Bundesliga antreten mussten und seitdem einiges verändert haben.
Abschied aus dem Oberhaus
Der 16. Mai 2026 ist beiden Vereinen noch bestens in Erinnerung. Am letzten Bundesliga-Spieltag setzte sich der VfL mit 3:1 beim FC St. Pauli durch und rettete sich damit auf den Relegationsplatz. Konstantinos Koulierakis und Dzenan Pejcinovic sowie ein Eigentor von St. Paulis damaligem Schlussmann Nikola Vasilj sorgten für den Wolfsburger Erfolg. Für die Gastgeber bedeutete die Niederlage den direkten Abstieg. Doch auch die Grün-Weißen konnten den Klassenerhalt anschließend nicht perfekt machen und stiegen nach dem Relegations-Aus gegen Paderborn ab.
Großer Umbruch am Millerntor
Beim FC St. Pauli hinterließ der Abstieg deutliche Spuren im Kader. Mehrere Leistungsträger und Führungsspieler verließen den Verein. Stammtorhüter Nikola Vasilj zog es nach Saudi-Arabien, Danel Sinani wechselte zu Sampdoria Genua, Karol Mets zum VfL Bochum und Manolis Saliakas zu Olympiakos. Auch Kapitän Jackson Irvine verabschiedete sich kurz vor Saisonbeginn in Richtung Cerezo Osaka. Ein bekanntes Gesicht findet sich inzwischen auf der anderen Seite wieder: Innenverteidiger Hauke Wahl wechselte im Sommer von St. Pauli zum VfL. Die Kiezkicker reagierten mit sieben externen Neuzugängen. Einer der prominentesten ist Branimir Hrgota. Der 33-jährige Schwede bringt reichlich Erfahrung mit und soll vor allem die Offensive verstärken. Sieben Jahre spielte er für Greuther Fürth, sechs davon als Kapitän. Insgesamt kommt Hrgota für das Kleeblatt auf 242 Partien mit 70 Toren und 41 Vorlagen. Zuvor lief er unter anderem für Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt auf. Ein Routinier, auf dessen Qualitäten die Hamburger beim Neustart setzen.
Rapp übernimmt das Kommando
Nicht nur auf dem Platz, auch an der Seitenlinie gab es einen Wechsel. Seit diesem Sommer heißt der Cheftrainer Marcel Rapp. Der 47-Jährige trat die Nachfolge von Alexander Blessin an und soll am Millerntor eine neue Mannschaft formen. Rapp bringt dabei Zweitliga- und Aufstiegserfahrung mit. Viereinhalb Jahre war er bei Holstein Kiel und führte die Störche 2024 erstmals in die Bundesliga. Zuvor hatte er über viele Jahre im Nachwuchsbereich der TSG Hoffenheim gearbeitet. In Hamburg wartet nun eine anspruchsvolle Aufgabe: Rapp soll die neu formierte Mannschaft möglichst schnell stabilisieren.























