18.11.2018
Frauen

Kantersieg in Oberbayern

Standesgemäß ziehen die VfL-Frauen mit einem 9:0 beim FC Forstern in die nächste Pokalrunde ein.

Der Titelverteidiger steht wie erwartet im Viertelfinale des DFB-Pokals: Im Achtelfinale bei Regionalligist FC Forstern setzten sich die Frauen des VfL Wolfsburg vor 2.000 Zuschauern mit 9:0 durch – nach dem 11:0 in der Zweitrunden-Partie bei Hannover 96 der nächste Kantersieg im laufenden Wettbewerb. Immerhin 14 Minuten hielten Gastgeberinnen die Null, ehe Zsanett Jakabfi den Torreigen eröffnete. Vom angestrebten Elfmeterschießen war der Underdog aus dem Landkreis Erding zwar ein gutes Stück entfernt, seinen Platz in der Vereinsgeschichte des FC Forstern hat das ungleiche Kräftemessen aber sicher. Auf wen die Wölfinnen im Viertelfinale, das Mitte März ausgetragen wird, treffen, entscheidet sich erst am 10. Februar 2019. Fest steht hingegen, dass es bereits am nächsten Wochenende wieder auf Reisen geht: Am Sonntag, 25. November (Anstoß um 14 Uhr), ist das Team von Cheftrainer Stephan Lerch in der Allianz Frauen-Bundesliga beim SC Sand zu Gast.

Startformation mit vier Änderungen

Dass Almuth Schult, die sich beim 2:1-Auswärtssieg in Duisburg eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hatte, nicht zur Verfügung stehen würde, stand bereits im Vorfeld der Partie fest. Darüber hinaus nahm Cheftrainer Stephan Lerch drei weitere Veränderungen in der Startformation vor: Für Noelle Maritz, Sara Doorsoun und Ella Masar begannen Joelle Wedemeyer, Babett Peter und Caroline Hansen.

Eine Torschusszene von Pernille Harder, der Ball fliegt in die rechte Ecke.

Premierentor von Wedemeyer

Es war keine Überraschung, wie sich der Spielverlauf im Aufeinandertreffen zwischen einem Regionalligisten und einem ungeschlagenen Bundesliga-Tabellenführer entwickeln würde: Die Wölfinnen nahmen das Heft von Beginn an in die Hand, allerdings sorgte nicht zuletzt der holprige Rasen dafür, dass nicht jeder Spielzug zum Ziel führte. Wenn es der FC Forstern mal schaffte, den Ball etwas länger in den eigenen Reihen zu halten, wurde es laut in Oberbayern – die Fans des Underdogs feierten nahezu jede gelungene Aktion. Bis sich die Qualitätsunterschiede erstmals im Resultat und somit auf der handbetriebenen Anzeigetafel ablesen ließen, verging immerhin eine knappe Viertelstunde: Zsannett Jakabfi drückte den Ball in der 14. Minute erstmals hinter die Linie des Forsterner Tores. Zehn Minuten später fiel der erste von zwei Premierentreffern an diesem sonnigen Tag: Joelle Wedemeyer erzielte das 2:0, ihr erstes Pflichtspiel-Tor im Dress des Wolfsburger Bundesliga-Teams. Anna Blässe (27.), Jakabfi (39.) und Hansen (41.) per Hammer-Freistoß stellten bis zum Pausenpfiff auf 5:0.

Anna-Lena Stolze zieht nach

Über Sieg und Niederlage war längt entschieden, doch die Fans des Regionalligisten feierten einfach weiter – das Ergebnis war offenbar nebensächlich. Nicht für die Wölfinnen, die das Tempo hochhielten und ihren Gegner weiter unter Druck setzten. Und noch hatten die Gäste einige Tore im Köcher: Pernille Harder (56.), Jakabfi (58.) und Hansen (64.) schraubten das Resultat auf 8:0. Nun deutete vieles darauf hin, dass es – wie in der 2. Hauptrunde bei Hannover 96 – zweistellig werden würde. Doch Kraft, Moral und Kampfgeist der Gastgeberinnen ließen kaum nach, zudem gingen die VfL-Frauen nun hier und da etwas leichtfertig mit ihren Möglichkeiten um. Einen Treffer konnten die mitgereisten Fans der Grün-Weißen aber noch bejubeln: Die eingewechselte Anna-Lena Stolze machte es ihrer Teamkollegin Joelle Wedemeyer nach und erzielte ihren ersten Pflichtspiel-Treffer – es war der 9:0-Endstand (83.). 
 

Anna Lena Stolze, VfL Wölfin in einem Zweikampf.

„Wir haben nicht nachgelassen“

Stephan Lerch: Wir wollten souverän eine Runde weiterkommen und dabei zielstrebig agieren – ich finde, das hat die Mannschaft heute gut umgesetzt. Wichtig war darüber hinaus, dass sich keine Spielerin verletzt hat, zumal der unebene Platz nicht einfach zu bespielen war. Wir haben die Verhältnisse gut angenommen und hin und wieder versucht, auch mit zwei oder drei Kontakten Lösungen zu finden. Obwohl Forstern sehr eng verteidigt hat, konnten wir uns immer wieder Chancen erarbeiten und bis zur Pause einen deutlichen Vorsprung realisieren. Auch danach haben wir nicht nachgelassen, das Tempo weiter hochgehalten und einen in der Höhe verdienten Sieg eingefahren. Natürlich freue ich mich auch für Joelle Wedemeyer und Anna-Lena Stolze, die heute ihre ersten Pflichtspieltreffer für uns erzielt haben. Vor allem das Tor von Joelle, ein Schuss aus der zweiten Reihe, war sehr sehenswert. Wenn eine Innenverteidigerin bis zwanzig Meter vor dem Tor dribbeln kann, sagt das allerdings auch etwas über die Spielweise des Gegners aus. Anna-Lena hat in den letzten Tagen gut trainiert und es ist schön, dass sie sich heute mit einem Treffer belohnt hat. Insgesamt hat es Spaß gemacht, vor solch einer Kulisse zu spielen. Großes Kompliment an den FC Forstern für die tolle Organisation – man hat gemerkt, dass dieses Spiel eine große Strahlkraft in der Region entwickelt hat!
 

FC Forstern: Scherer (75. Klink) – Mittermaier, Stadler, Altenweger, Reininger (61. Pleyer), Krumay, Kopp (52. Eder), Ruckdeschel, Kothieringer, Deißenböck, Obermeier

VfL Wolfsburg: Earps – Blässe, Fischer, Wedemeyer, Peter – Neto – Wolter (62. Stolze), Hansen, Harder (62. Masar), Minde (75. Popp) – Jakabfi

Gelbe Karten: - / - 

Tore: 0:1 Jakabfi (14.), 0:2 Wedemeyer (24.), 0:3 Blässe (27.), 0:4 Jakabfi (39.), 0:5 Hansen (41.), 0:6 Harder (56.), 0:7 Jakabfi (58.), 0:8 Hansen (64.), 0:9 Stolze (84.) 

Zuschauer: 2.000 am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz Forstern

Schiedsrichterin: Melissa Joos (Echterdingen)

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