12.08.2019
Männer

Im Nachsitzen weiter

Wölfe ziehen durch 5:3-Sieg nach Verlängerung beim Halleschen FC in die zweite Pokalrunde ein.

Der VfL Wolfsburg hat das erste Pflichtspiel der Saison 2019/2020 gewonnen. In der ersten Runde des DFB-Pokals siegte die Elf von Oliver Glasner am Montagabend beim Halleschen FC nach Verlängerung mit 5:3 (3:3; 1:1) und schaffte damit den Einzug in Runde zwei. Einen plötzlichen Rückstand (43. Spielminute) drehten Wout Weghorst (44.) und Yannick Gerhardt (49.) in eine grün-weiße Führung, die jedoch nicht lange hielt (57.). Den dritten Wolfsburger Treffer durch William (70.) schaffte der tapfere Drittligist noch auf den letzten Drücker zu egalisieren und zwang Grün-Weiß in die Extra-Zeit. Dort bekamen zehn Wölfe das Ticket für die zweite Runde doch noch gelöst: Auf den Doppelpack Robin Knoches (92.) und Josip Brekalos (94.) fand der HFC keine Antwort mehr. Am Samstag, 17. August (Anstoß um 15.30 Uhr), startet der VfL auch in der Bundesliga in die Saison, wenn zum Heimdebüt des neuen VfL-Chefcoachs der 1. FC Köln in der Volkswagen Arena gastiert. 

Überwiegend bewährtes Personal

Glasner konnte keineswegs aus dem Vollen schöpfen, denn neben den bereits länger ausfallenden Ignacio Camacho und Daniel Ginczek fehlte auch Paulo Otavio verletzt. Zum Start in die neue Pflichtspielsaison baute der Trainer im Wesentlichen auf die erfolgreichen Kräfte der Vorsaison. Als einziger Neuzugang des Sommers stand in der ersten Elf Joao Victor, der neben Felix Klaus und Wout Weghorst zur Angriffsreihe zählte. Kevin Mbabu und Xaver Schlager, ebenfalls frisch im Verein, saßen zunächst auf der Bank. 

Führungstor zählt nicht

Noch nie hatten sich die ersten Teams des HFC und des VfL in einem Pflichtspiel duelliert. Was die Wölfe im Erdgas Sportpark erwartete, darauf hatten sie jedoch gefasst sein dürfen. Nämlich ein Gegner, der nicht nur hochmotiviert um seine Außenseiterchance kämpfte, sondern angesichts dreier Ligasiege am Stück dies auch mit Rückenwind tat. Vor 1.500 mitgereisten Fans zeigte sich der VfL dennoch gewillt, das Heft früh in die Hand zu nehmen. Nicht viel fehlte für einen Prachtstart: Als Max Arnold einen Freistoßball zentral vor das Tor schnibbelte, kam Weghorst in bekannter Manier zum Zug und köpfte die Kugel ins Netz. Da der Linienrichter aber eine Abseitsstellung ausmachte, stand es weiterhin 0:0 (14.). Zwölf Minuten später war es Arnold selbst, der aus gefährlicher Lage zum Abschluss kam und aus 20 Metern Halles Schlussmann zu einer Glanztat zwang.

Schaden direkt repariert

Viel mehr gab der erste Durchgang lange nicht her. Einen Klassenunterschied ließen sich die mutigen Gastgeber von bemühten, aber kaum mal zwingenden Wölfen nicht aufzeigen. Andererseits versprühte Halle bis dato keinerlei Torgefahr, hatte vielmehr Glück, als Klaus von der Strafraumkante freistehend in Kai Eiseles Arme schoss (40.). Doch plötzlich kam Leben ins Spiel: Von der rechten Seite prallte ein abgewehrter Ball vor die Füße Felix Drinkuths, der aus vollem Lauf abzog und den bis dahin beschäftigungslosen Koen Casteels per Sonntagsschuss überwand (43.). Noch ehe der Torjubel abgeklungen war, gab Grün-Weiß eine trotzige Antwort. Joao Victor tankte sich nach einem schnellen Einwurf bis zur Grundlinie durch und passte in die Mitte auf Weghorst. Gekonnt legte der sich die Kugel zurecht, stellte per Schlenzer den 1:1-Pausenstand her und war damit erster VfL-Torschütze der neuen Pflichtspielsaison (44.).  

Schnelle Führung verspielt

Sich noch einmal überrumpeln zu lassen, darauf hatten die Grün-Weißen, so schien es zunächst, keine Lust. Entschlossen setzte sich der VfL am HFC-Strafraum fest und suchte zügig den Abschluss. Gerade hatte es Jerome Roussillon mit einem Distanzknaller vergeblich versucht, da zielte Gerhardt von der anderen Strafraumkante besser. Mit einem Holperschuss legte der VfL-Mittelfeldspieler das Leder förmlich im langen Eck ab; auch hier ging die Vorbereitung auf das Konto Joao Victors (49.). Der Pflichterfolg also schien nun auf den Weg gebracht. Doch diesmal war es Halle, das sofort reagierte. Denn als die Defensive der Wölfe nach einem ruhenden Ball nicht auf der Höhe war, klatschte die Kugel zuerst an den Pfosten, ehe der HFC die Konfusion nutzte und mit einem zweiten Flankenball zum Ausgleich kam. Sebastian Mai stieg am höchsten und köpfte das 2:2 (57.).

Halle beißt in der Nachspielzeit zu

Der Drittligist, mächtig angestachelt vom lautstarken Publikum, warf alles in die Waagschale, um die Überraschung zu schaffen. Der VfL gab sich genervt. Spielerisch gleichwohl blieb Grün-Weiß überlegen und zeigte sich immerhin auch abgebrüht genug, bald wieder in Front zu gehen. Roussillon war es dieses Mal, der auf der linken Seite durchbrach und Halles Keeper mit seiner Hereingabe nötigte, den Ball in die Mitte zu klären. Dort stand William goldrichtig und besorgte aus wenigen Metern das 3:2 (70.). Auch jetzt noch lehnte sich die Ziegner-Truppe auf, drohte durch den eingewechselten Antonios Papadopoulos per Flachschuss mit einem weiteren Tor (78.). Obwohl auf der anderen Seite Joao Victor (85.) und Weghorst (89.) tolle Chancen zur Entscheidung liegen ließen, sprach alles für ein mühsames Weiterkommen des Bundesligisten. Doch in der Nachspielzeit zwang der ebenfalls eingewechselte Mathias Fetsch den VfL per Kopf wahrhaftig in die Verlängerung, die Grün-Weiß zu allem Überfluss auch noch ohne seinen Kapitän bestreiten musste. Denn Josuha Guilavogui war nach seiner zweiten Gelben Karte (90.) nicht mehr im Spiel.

Brekalo hat das letzte Wort

In der Extra-Zeit tat sich Erstaunliches, denn mit einem Mal war die ganze Spannung wieder raus: Mit einem der ersten Angriffe stellte Knoche per Kopf auf 3:4 (92.), ehe zwei Minuten später der eingewechselte Brekalo per Flachschuss von der Strafraumkante sofort ein Tor hinterherschob (94.). Selbst Halle wusste sich von diesem Doppelschlag – Überzahl hin oder her – nicht mehr zu berappeln. Nicht eben ruhmreich und unter größter Kraftanstrengung, aber unterm Strich dennoch verdient, löste somit doch der Pokalsieger von 2015 das Ticket für Pokalrunde zwei.

Hallescher FC: K. Eisele – Kastenhofer (99. Hansch), Mai, Landgraf, Bahn, Jopek, P. Göbel (79. Fetsch), F. Drinkuth, Sohm – Boyd, Nietfeld (75. Papadopoulos)

VfL Wolfsburg: Casteels – Knoche, Guilavogui, Brooks – William (115. Mbabu), Gerhardt, Arnold, Roussillon (85. Steffen) – Klaus (64. Brekalo), Weghorst – Joao Victor (90. Uduokhai)

Tore: 1:0 F. Drinkuth (43.), 1:1 Weghorst (44.), 1:2 Gerhardt (49.), 2:2 Mai (57.), 2:3 William (70.), 3:3 Fetsch (90.+1), 3:4 Knoche (92.), 3:5 Brekalo (94.)      

Gelbe Karten: Kastenhofer, Landgraf, Mai / Brooks, William

Gelb-Rote Karte: Guilavogui (90.)

Zuschauer: 13.500 am Montagabend im Erdgas Sportpark in Halle/Saale (ausverkauft)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Wölfe TV: Stimmen nach dem Spiel

Matchcenter: Alle Infos zur Partie


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