26.11.2021
Männer

„Ich werde es genießen“

Interview mit VfL-Legende Diego Klimowicz vor dem Duell seiner Ex-Klubs.

Allein schon mit seinem allerletzten Treffer, dem rettenden 2:2 im Saisonendspurt 2006/2007 bei Allemannia Aachen, sicherte er sich einen Platz in den Herzen der Fans. Aber auch sonst hatte Diego Klimowicz in seinen sechs Jahren im Trikot der Wölfe beim VfL-Anhang stets einen sehr guten Stand. Viele Jahre wiesen seine 57 Ligatore den Argentinier sogar als VfL-Rekordschützen aus. Wie er damit umgeht, dass Wout Weghorst ihn gerade aus den Medaillenrängen verdrängt und wie er auf das Aufeinandertreffen mit dem BVB blickt, für den er von Sommer 2007 an für anderthalb Jahre spielte, das verriet der 47-Jährige im Interview der aktuellen Ausgabe der „Unter Wölfen kompakt“

Diego Klimowicz, wie gut bist du gerade auf Wout Weghorst zu sprechen?

Diego Klimowicz: (lacht) Ich sage mal so: Weghorst ist eine top Nummer 9, ist unheimlich abschlussstark und bewegt sich sehr gut. Er ist ein toller Stürmer und bringt die richtigen Eigenschaften mit ins Team, die ich damals auch beitragen konnte.

Du warst fast zehn Jahre lang Rekordtorjäger des VfL Wolfsburg, ehe Edin Dzeko und Grafite dich überflügelt haben. Nun ist Weghorst mit dir auf Platz drei in der Rangliste gleichgezogen. Macht dir das etwas aus? 

Diego: Nein, gar nicht. Überhaupt zu den Toptorschützen eines Vereins zu gehören, für den man lange gespielt hat, ist schon sehr schön. Nun liegt es an Weghorst, mich zu überholen, was wohl auch bald passieren wird. Aber auch danach werden sicher noch andere folgen.

Die Wölfe waren deine mit Abstand längste Profistation. Wenn du an deine sechs Jahre beim VfL zurückdenkst: Was hast du dann vor Augen?

Diego: An diese Zeit denke ich wirklich gerne zurück. Ich bin damals zu einem Verein gekommen, der sehr bodenständig war und sich dann mit riesigen Schritten weiterentwickelt hat. Zu meiner Zeit erfolgte ja zum Beispiel der Umzug vom Elsterweg in die Volkswagen Arena. In diesen sechs Jahren sind unheimlich viele schöne Dinge passiert. Wolfsburg war eine fantastische Erfahrung für mich und, das habe ich immer schon gesagt, mein zweites Zuhause.

In Deutschland hast du außerdem für Borussia Dortmund und den VfL Bochum gespielt. Welchen Bezug hast du noch zu diesen beiden Klubs?

Diego: Generell verfolge ich die Bundesliga sehr intensiv, speziell natürlich das Abschneiden meiner alten Vereine. Ich habe auch noch viele Freunde in Deutschland aus meiner aktiven Zeit. Mir gefällt einfach der Fußball, der in Deutschland gespielt wird. Dass Bochum wieder aufgestiegen ist, hat mich riesig gefreut. Genauso finde ich es schön, wenn Dortmund oben mitspielt.

Wie ging es weiter bei dir, seit du vor zehn Jahren deine aktive Karriere beendet hast? Was machst du aktuell?

Diego: Bis vor zweieinhalb Jahren war ich sportlicher Direktor des Vereins Instituto Atletico Central Cordoba. Seit mein Sohn Matteo beim VfB Stuttgart spielt, reise ich nun immer hin und her, ich bin die Hälfte der Zeit hier und die andere Hälfte in Stuttgart. Matteo ist mit 19 Jahren rübergekommen und war noch recht jung, deswegen wollte ich ihn dabei begleiten. Das ermöglicht mir zum Glück auch, meine Familie in Wolfsburg besuchen zu können.

Wann warst du das letzte Mal hier?

Diego: Das muss vor knapp einem halben Jahr gewesen sein. Und mein nächster Besuch ist auch schon geplant: Im Januar schaue ich das nächste Mal vorbei.

Von den letzten zwölf Duellen mit Dortmund hat der VfL elf verloren und keines gewonnen. Wie kann so etwas sein? Gibt es wirklich Gegner, die einem einfach nicht liegen?

Diego: Mich erinnert das an meine Zeit bei Atletico Lanus, dem Klub, von dem ich damals zum VfL gewechselt bin. Dort gab es auch ein gewisses Karma, das den Verein für eine Zeit lang nie hat gegen Velez gewinnen lassen. Über Jahre hinweg ging das so, einmal hat sogar ein 3:0-Vorsprung nicht gereicht. Im Umfeld hieß es dann auch immer, diese Mannschaft könne man nicht besiegen. Ich denke aber, dass das nur Statistiken sind, die sich jederzeit ändern können. Man muss sich dem einfach stellen.

Was erwartest du diesmal für ein Spiel?

Diego: Ich vermute, es wird sehr umkämpft. Beide sind offensiv geprägte, technisch starke Mannschaften und greifen gerne schnell an, was dem Gegner Probleme bereiten kann. Das wird mit Sicherheit ein sehr ansehnliches Spiel, auf das ich mich freue. Ich werde es mir zu Hause in Argentinien anschauen und es genießen.
 

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zur  „Unter Wölfen kompakt“-Ausgabe

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