Die Mannschaft um dich herum hat sich grundlegend verändert und ist immer noch im Werden. Wie erlebst du diesen Prozess?
Max: Grundsätzlich ist das für mich natürlich nicht neu, weil ich schon lange dabei bin und es fast jedes Jahr viel Bewegung im Kader gegeben hat. Aber die Dimension, das stimmt, ist schon eine andere. Sehr gut finde ich, dass wir viele Spieler geholt haben, die die Liga kennen und aus dem deutschsprachigen Raum kommen. Das erleichtert auch auf dem Platz die Verständigung. Dazu sind viele Jungs dabei, die eine gewisse Erfahrung mitbringen. Das wird uns helfen, denn in dieser Saison wird es auch schwierige Momente geben. Dann ist es wichtig, Spieler zu haben, die solche Situationen schon erlebt haben.
Dass du die Mannschaft weiterhin als Kapitän anführst, daran hat der Trainer keinen Zweifel gelassen.
Max: Das hat mich sehr gefreut. Vor allem, dass es so schnell ging mit dieser Entscheidung, habe ich so noch nie erlebt. Überhaupt habe ich mit Tobi Strobl einen sehr ehrlichen und respektvollen Umgang und einen intensiven Austausch. Ich hoffe, dass wir diesen Weg alle gemeinsam erfolgreich gehen.
Dieser Moment, als du dir gegen Kaiserslautern die Binde übergestreift hast und ins Spiel gekommen bist, muss sich intensiv angefühlt haben.
Max: Es fing schon damit an, dass Hauke so schnell zu mir kam, um mir die Binde zu bringen. Das fand ich sehr nett von ihm (lacht). Und dann war ich einfach nur froh, wieder auf dem Platz zu stehen und mein Wohnzimmer wieder betreten zu können. Natürlich spiele ich am liebsten von Beginn an, das geht ja jedem so. Trotzdem hat mich dieser Moment sehr abgeholt. Einfach wieder im Stadion und auf dem Platz dabei zu sein, war etwas Besonderes.
Würdest du sagen, du bist wieder da?
Max: Vielleicht eher: Ich komme gerade wieder zurück. Komplett bei 100 Prozent bin ich noch nicht, das ist aber auch völlig klar. Ich war drei Monate raus und bin erst in der vergangenen Woche wieder ins Training eingestiegen. Aber die Richtung stimmt.
Hast du schon ein Gefühl für diese zweite Liga?
Max: Das wird noch etwas dauern, denke ich. Mein Gefühl ist, dass die klassischen Tugenden hier noch wichtiger sind als in der Bundesliga. Aber ich habe vorher noch nie in der zweiten Liga gespielt und kann deshalb noch nicht beurteilen, was am Ende wirklich entscheidend ist. Natürlich habe ich vorher auch Zweitligaspiele gesehen, aber selbst auf dem Platz erlebt habe ich die Liga eben noch nicht. Deshalb tausche ich mich viel mit den Jungs aus, die sie schon kennen. Klar ist: Es muss sich etwas entwickeln, und es wird Phasen geben, in denen es schwierig wird. Da müssen wir gemeinsam durch – als Mannschaft, mit dem Trainerteam und als gesamter Verein.
Was wäre dabei die größte Gefahr?
Max: Dass wir denken: Wir sind der Absteiger, wollen direkt wieder hoch, und deshalb funktioniert alles von allein. Natürlich wollen wir erfolgreich sein. Aber wir dürfen nicht glauben, dass wir irgendwo hinfahren und die Spiele im Vorbeigehen gewinnen. Wenn wir diese Haltung hätten, würde es für uns alle sehr, sehr schwer werden.
Auf viele Duelle darf man sich sicherlich freuen. Gegen Dynamo Dresden beispielweise hast du tatsächlich noch nie gespielt, richtig?
Max: Nur mal in einem Testspiel im vergangenen Jahr in Zwickau. Aber ansonsten noch nie, das ist korrekt. Und das gebe ich auch ganz offen zu: Dort im Stadion zu spielen, wird sehr speziell für mich sein. Aber bis es so weit ist, liegen noch viele andere spannende Aufgaben vor uns.
Zum Beispiel jene, die als nächstes ansteht. Wie geht ihr das Derby bei den Roten an?
Max: In erster Linie mit großer Vorfreude, da geht es uns nicht anders als den Fans. Ich habe mitbekommen, wie schnell unsere Auswärtskarten weggegangen sind. Das finde ich super. Es ist großartig, wenn du auswärts aus der Kabine kommst, der Gästeblock schon voll ist und du die Mädels und Jungs dort siehst, die schon richtig heiß aufs Spiel sind. Das war im Übrigen, obwohl wir als Mannschaft viel zu selten geliefert haben, auch in der letzten Saison sehr oft der Fall. Deshalb Hut ab noch einmal an dieser Stelle vor unseren Fans.
Was ist sportlich vom Spiel in Hannover am Sonntag zu erwarten?
Max: Wir wissen natürlich, dass nicht alles funktionieren wird. Ich glaube schon, dass wir als Favorit ins Spiel gehen, und das darf auch in unseren Köpfen sein. Es darf aber nicht dazu führen, dass wir glauben, es läuft von allein. Wenn uns das bewusst ist, bin ich überzeugt, dass wir nicht nur in diesem Spiel, sondern auch über die gesamte Saison eine sehr gute Rolle spielen können.
*Die Wettbewerbe mit Maximilians Einsatzzahlen im Einzelnen: Bundesliga (400), U19-BL (48), U17-BL (42), DFB-Pokal (34), Europa League (17), Champions League (16), U19-Meisterschaft (8), DFB-Pokal Junioren (5), Relegation Bundesliga (5), Europa-League-Quali (3), Regionalliga Nord (2), 2. Bundesliga (1), DFL-Supercup (1)
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