28.08.2020
Frauen

„Ich glaube fest an den Erfolg“

Sara Doorsoun gibt sich vor ihrem ersten Champions-League-Finale optimistisch.

Der große Tag rückt langsam näher: Am kommenden Sonntag, 30. August (Anstoß 20 Uhr/live auf SPORT1), treffen die Frauen des VfL Wolfsburg im Finale der UEFA Women’s Champions League auf Olympique Lyon. Für die Wölfinnen ist es die fünfte Endspiel-Teilnahme in der Königsklasse, für Sara Doorsoun die erste. Die 28-jährige Abwehrspielerin stand sowohl beim 9:1-Kantersieg gegen Glasgow City FC als auch beim knappen 1:0-Erfolg gegen den FC Barcelona in der Startformation. Nun freut sich die Nationalspielerin auf den großen Showdown gegen den sechsmaligen Titelträger aus Frankreich, an dem sich die VfL-Frauen seit 2016 regelmäßig die Zähne ausbissen. Im Interview erzählt Doorsoun, wie sie das UWCL-Finalturnier in San Sebastian erlebt und was ihr der Gewinn des Champions-League-Titels bedeuten würde.

Sara Doorsoun, steigen zwei Tage vor dem Finale so langsam die Anspannung und der Ruhepuls?

Sara Doorsoun: Noch geht es einigermaßen. Ich freue mich sehr auf das Training heute, ich freue mich noch mehr auf das Abschlusstraining morgen und ich kann es kaum erwarten, dass es am Sonntag endlich losgeht. Es wird mein erstes Champions-League-Finale sein und ich habe echt Bock darauf. 

Ihr dürft in Abstimmung mit der UEFA das Hotel verlassen und euch mit Maske und Abstand in der Stadt bewegen. Wie hast du deine wenigen freien Stunden in den letzten Tagen verbracht?

Sara: Ich gehe gerne zum Meer, trinke einen Kaffee und schaue den Kindern zu, die im Sand spielen. Es ist einfach schön, in der Sonne zu sitzen und auch mal nicht an Fußball zu denken.

Gegen den FC Barcelona hat die Abwehr einiges zu tun bekommen, der Gegner konnte sich viele Torchance erarbeiten. Warum lief diese Partie nicht ganz so, wie ihr euch das vorgenommen hattet?

Sara: Man muss sehen, dass der FC Barcelona eine starke Mannschaft ist. Wir haben nicht gegen irgendeinen Gegner gespielt. Der spanische Fußball hat sich sehr weiterentwickelt, das haben wir auch letztes Jahr bei der WM schon erfahren. Dass wir so viel zu tun hatten in der Abwehr, war aber tatsächlich nicht geplant. Wir sind nicht so gut in die Zweikämpfe gekommen, sind sehr oft hinterhergerannt. Insgesamt haben wir uns schwergetan, gegen ein spielstarkes Barca Lösungen zu finden. Man muss aber auch sagen, dass wir immer alles gegeben haben. Wir hatten definitiv Glück in der einen oder andere Situation, aber ich hatte nie das Gefühl, dass wir einbrechen und das Spiel verlieren werden. Aber klar ist auch, dass wir es im Finale besser machen müssen.

Ist es vielleicht auch ein Vorteil, dass im Halbfinale nicht alles rund gelaufen ist und man gesehen hat, an welchen Stellschrauben man noch drehen muss?

Sara: Ja, das denke ich schon. Vielleicht führt dieses Spiel dazu, dass wir uns noch einmal mehr auf die Basics fokussieren. Die kleinen Dinge, die am Ende ein großes Ganzes ergeben. 

Du hast ja bereits Erfahrung mit Lyon. Letztes Jahr warst du im Viertelfinal-Hinspiel bei Olympique Lyon verletzt, im Rückspiel wurdest du eingewechselt. Kann man aus diesen Spielen noch etwas mitnehmen?

Sara: Wir haben uns natürlich in beiden Partien unglückliche Tore eingefangen. Trotzdem hatte ich auch da immer das Gefühl, dass wir noch gewinnen können. Da hatte ich zum ersten Mal gespürt, was uns als Mannschaft ausmacht. Wir geben uns nie geschlagen, egal wie der Spielstand ist. Und wir wissen, dass Lyon schlagbar ist.  

Auf was für ein Spiel können sich die Frauenfußball-Fans weltweit freuen?

Sara: Es wird ein intensives Spiel auf Augenhöhe, in dem uns alles abverlangt wird. Über 90 oder 120 Minuten. In einem Spiel ist immer alles möglich. Ich glaube ganz fest daran, dass wir das Potenzial in der Mannschaft haben, um jeden Gegner zu schlagen und ich glaube ebenso fest daran, dass wir am Sonntag erfolgreich sein werden. 

Bedauerst du, dass dein ersten Champions-League-Finale ohne Zuschauer stattfinden muss?

Sara: Es ist schade, aber es trübt meine Vorfreude nicht. Gleich nach dem Halbfinale war ich noch so voller Emotionen, dass ich noch gar nicht realisiert hatte, dass wir im Finale stehen. Das kam dann erst einen Tag später auf dem Zimmer so langsam. Natürlich wäre es schön, wenn Zuschauer da wären, aber wir können die Situation nicht ändern.

Was würde der Gewinn des Champions-League-Titels für dich bedeuten?

Sara: Es wäre einfach eine Riesensache, wenn wir den Titel holen würden. Meisterschaft und DFB-Pokal zu gewinnen, ist auch schon ein tolles Erlebnis. Aber um den Champions-League-Titel spielen die besten Mannschaften Europas. Und wenn wir am Sonntagabend von uns behaupten könnten, die beste Mannschaft Europas zu sein, würde ich das sofort unterschreiben!

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