Männer

Gute Stimmung, totaler Fokus

Im Interview: Daniel Bauer blickt auf das Trainingslager in Portugal zurück und spricht über die kommenden Aufgaben.

Fünf Einheiten auf dem Platz, zwei im Fitnessraum, ein Testspiel und unzählige Meetings: Die Wölfe haben im Trainingslager in Lissabon am Feinschliff für die zweite Saisonhälfte gearbeitet. Cheftrainer Daniel Bauer spricht im Interview über die vergangenen Tage in Portugal und die kommenden Aufgaben.

Daniel, wir sind zurück auf deutschem Boden. Das Trainingslager in Lissabon ist Geschichte. Wie fällt dein Gesamtfazit aus?

Daniel Bauer: Sehr positiv. Wir hatten top Bedingungen und konnten extrem intensiv arbeiten – auf dem Platz und abseits davon. Die Stimmung war hervorragend, gleichzeitig waren die Jungs in den entscheidenden Momenten total fokussiert. Gerade in den ersten vier Tagen mit Doppeleinheiten und vielen Video-Sessions haben sie voll mitgezogen. Wir haben die letzten fünf Spiele vor Weihnachten aufgearbeitet, klare Schwerpunkte definiert und diese direkt in die Trainingseinheiten übertragen.

Wie sahen die inhaltlichen Schwerpunkte konkret aus?

Bauer: Am ersten Tag lag der Fokus auf defensiven Abläufen. Danach ging es verstärkt um offensive Themen wie den Spielaufbau und unser Verhalten im letzten Drittel. Die Inhalte aus dem Training wollten wir dann auch im Testspiel sehen – und das hat größtenteils sehr gut funktioniert.

Gab es Spieler, die dich persönlich besonders überrascht haben?

Bauer: Ich möchte keinen Einzelnen herausheben. Wir haben insgesamt auf einem sehr hohen Niveau trainiert. Besonders positiv war, dass sich auch Jungs, die zuletzt weniger gespielt haben, gezeigt und mit ihren Leistungen aufgedrängt haben. Man merkt: Diese Mannschaft brennt darauf, dass es wieder losgeht.

Machst du bei Kevin Paredes eine Ausnahme?

Bauer: Ja, sein Comeback im Testspiel gegen Amadora war natürlich ein sehr schöner Moment. Das hat uns alle sehr gefreut. Man hat nach wenigen Minuten gesehen, auf was für eine Qualität wir in den vergangenen Monaten verzichten mussten. Jetzt hoffen wir, dass er gesund bleibt.

Mit in Portugal dabei waren auch zahlreiche Spieler aus der VfL-Akademie, die du bis vor Kurzem noch bei der U19 trainiert hast. Wie hast du sie erlebt?

Bauer: Dass so viele junge Spieler dabei sind, soll und muss unser Weg sein. Sie sollen an den Profibereich herangeführt werden und das höhere Tempo sowie Niveau kennenlernen. Alle haben sich in dieser Woche sehr gut präsentiert – im Training und auch im Testspiel. In der zweiten Halbzeit stand fast eine halbe U19 auf dem Platz, und trotzdem haben wir unseren Fußball konsequent weitergespielt. Die Jungs geben uns Energie, sind dabei demütig und wissen um ihre Rolle. Für sie waren das sehr lehrreiche Tage.

Es war dein erstes Trainingslager als Cheftrainer der Profis. Mit den A-Junioren hast du in deiner Karriere schon einige erlebt. Wo liegen die Unterschiede?

Bauer: Zu Beginn des Trainingslagers habe ich gesagt, dass die Unterschiede nicht so groß sind. Das muss ich jetzt revidieren: Es war deutlich intensiver, weil es schlichtweg viel mehr Termine neben dem Platz gab. Die freie Zeit war begrenzt, aber es hat großen Spaß gemacht, insbesondere wenn man merkt, dass die gemeinsame Arbeit fruchtet.

Wir wollen die Leistung der vergangenen fünf Spiele bestätigen und uns weiterentwickeln, noch besseren Fußball spielen.
Daniel Bauer

Am Sonntag (Anstoß um 17.30 Uhr) geht’s zum Jahresauftakt nach München. Was erwartet uns dort?

Bauer: Die aktuell beste Mannschaft Deutschlands. Eine riesige Herausforderung, auf die wir uns sehr freuen. Es ist vielleicht das schwerste, zugleich aber auch das leichteste Spiel der Saison – weil die Favoritenrolle klar verteilt ist. Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, wollen aber keinen Bus parken, sondern mutig agieren und unseren Fußball zeigen.

Nur wenige Tage später folgen die Heimspiele gegen den FC St. Pauli (Mittwoch, Anstoß um 18.30 Uhr) und den 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr) – zwei Teams, die aktuell hinter uns stehen. Wie wichtig ist diese englische Woche?

Bauer: Sehr wichtig – unabhängig von den Namen der Gegner. Unser Ziel ist klar: ein besserer Punkteschnitt als in der ersten Saisonhälfte. Wir wollen die Leistung der vergangenen fünf Spiele bestätigen und uns weiterentwickeln, noch besseren Fußball spielen. Punkte sind wichtig, weil Erfolg vieles leichter macht – auf dem Platz und im Kopf. Deshalb wollen wir direkt mit Erfolgserlebnissen starten.