VfL Wolfsburg-Spieler Uwe Piep im Zweikampf mit einem Gegenspieler.
21.03.2018
Mein Werk. Mein Verein. Eine Geschichte.

Gerollt bis zur Tanke

Bei Volkswagen kümmert sich Uwe Piep um Devisen. Zu seiner VfL-Zeit war das Geld schon mal knapp.

VfL Wolfsburg-Spieler Uwe Piep im Zweikampf mit einem Gegenspieler.

Alltäglich war dieses Hobby selbst in den 80ern nicht. „Damit habe ich natürlich längst aufgehört. Aber als Junge vom Dorf mit dem Vater im Schützenverein konnte man da schnell reinrutschen“, schmunzelt Uwe Piep, angesprochen auf seine Zeit als Querflötist im örtlichen Spielmannszug. Mutmaßlich noch mehr Talent wies der Wittinger damals als Fußballer auf, denn er brachte es auf sechs Spielzeiten im ersten Team des VfL Wolfsburg. Zum großen Wurf reichte es mit den Wölfen zwar nicht. Berichten kann Piep dafür von spannenden Lehrjahren mit viel Herz und Charme.

Wilfried Kemmer, Wölfi Krause, Imre Farkaszinski: Allein seine Trainer stehen für geballte VfL-Kompetenz. Von Letzterem bekam Piep seinen Spitznamen verpasst: „Piepchen“. Trotzdem schwärmt der 54-Jährige vom Ungarn noch heute. „Unter ‚Farka‘ hatten wir in der A-Jugend eine grandiose Zeit. Wir kamen körperlich in einer Topverfassung im Herrenbereich an.“ Dort erwischte Piep, der 1978 nach seinem Wechsel aus Knesebeck die VfL-B-Jugend direkt übersprungen hatte, einen Start nach Maß. „Drei Tore in den ersten drei Spielen – damit war ich erst mal gesetzt.“ Es war ein Großtalent, das mit dem laufstarken Mittelfeldspieler da in den Startlöchern stand. So vielversprechend sogar, dass er als 18-Jähriger einmal in Mönchengladbach unter Stars wie Lothar Matthäus, Ewald Lienen und Winfried Schäfer zur Probe trainierte. „Es hat aber erstens nicht gereicht. Zweitens wäre ich wohl schon allein wegen Volkswagen nicht darauf eingegangen.“

Denn wichtiger als eine vage Aussicht auf Bundesligafußball war ihm seine Perspektive im Werk. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann fing er 1982 dort in der Kreditorenbuchhaltung an. „Häkchenarbeit“ nennt er seine damalige Tätigkeit zu Zeiten ohne Computer. In der Konzern Treasury ging es ab 1994 weiter, wo sich Piep bis heute als Fachreferent mit Devisen und Rohstoffreporting beschäftigt. Eine Arbeit, die voll auf ihn zugeschnitten scheint. „Da ich gern mit Zahlen zu tun habe, macht mir das sehr großen Spaß. Etwas anderes käme gar nicht in Frage.“

Beim VfL spielte Piep noch bis 1987, zuletzt häufig im Trikot der Zweiten. Doch auch wenn er an seine starke Bilanz aus der Spielzeit 1981/1982, als er zehn Tore machte, nicht mehr anknüpfen konnte, den angepeilten Zweitligaaufstieg mit Grün-Weiß zudem niemals schaffte: „Es war wirklich schön.“ Denn trotz Konkurrenzkampf und klammer Kassen sei es immer herzlich und familiär zugegangen. Vor allem erinnert sich Piep deswegen an solche Geschichten: „Einmal haben wir ausnahmsweise zu einem Pokalspiel statt in den Bullis in einem großen Bus fahren dürfen. Der Sprit war aber so eng kalkuliert, dass wir auf den letzten Metern nach Wolfsburg reingerollt sind“, lacht er. „Mitten in der Nacht hat der Fahrer dann den Tankwart angerufen – und schließlich für zehn Mark getankt.“

Veröffentlicht in „Unter Wölfen“ am 19. September 2015.

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