Frauen

Gemischte Bilanz

So lief die Europameisterschaft für die Wölfinnen.

Nach 26 Tagen, 31 Spielen und 106 Toren ist mit dem gestrigen Finale die UEFA Women’s Euro 2025 zu Ende gegangen. England sicherte sich nach 2022 den zweiten Titel in Folge, die Deutschen schieden dagegen im Halbfinale aus. Was jetzt schon feststeht: Mit über 650.000 Zuschauenden in den Stadien war es die am besten besuchte Frauen-EM jemals. Zehn Spielerinnen aus dem VfL-Kader waren für ihre Nationalteams in der Schweiz im Einsatz.

DFB-Frauen ohne Happy End

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft mit zwei Siegen ins Turnier gestartet war, machte ihnen Schweden im Kampf um den Gruppensieg einen Strich durch die Rechnung. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Wück zog demnach als Gruppenzweiter in die K.o.-Phase ein. Dort folgte vor einer Rekordkulisse von 34.128 Zuschauenden, den meisten jemals in einem EM-Viertelfinale, eine nervenaufreibende Partie gegen Frankreich: Trotz langer Unterzahl bot die DFB-Auswahl den Französinnen die Stirn und setzte sich schließlich im Elfmeterschießen durch. Die dadurch entfachte Euphorie war im anschließenden Halbfinale gegen Spanien deutlich zu spüren. Knapp 14,3 Millionen Deutsche verfolgten das Duell im Fernsehen – nur die Finalniederlage bei der EM 2022 sahen mehr Menschen. Der erneute Finaleinzug blieb der Nationalelf allerdings verwehrt: Aitana Bonmati, die nach dem Endspiel die Auszeichnung zur Spielerin des Turniers erhielt, besiegelte das EM-Aus der achtfachen Titelträgerinnen. Für zwei Wölfinnen war das Halbfinale doppelt bitter: Sarai Linder, bis dahin als Stammkraft gesetzt, musste das Spiel nach einer Verletzung im Viertelfinale von der Bank aus verfolgen. Sophia Kleinherne sprang für sie ein, zog sich in der Verlängerung allerdings ebenfalls eine Verletzung zu. Neben den beiden Verteidigerinnen standen drei weitere VfL-Frauen im deutschen Aufgebot. Ersatztorhüterin Stina Johannes kam nicht zum Zug, während Cora Zicai zumindest einen Joker-Einsatz vorweisen konnte. Janina Minge, die nach dem Ausfall von Giulia Gwinn die Kapitänsbinde übernahm, war dagegen die Dauerbrennerin des deutschen Teams. Als einzige Feldspielerin bestritt sie jedes Spiel über die volle Distanz. Mit Ausnahme von Sophia Kleinherne, die bereits 2022 im DFB-Kader stand, war es für die genannten Wolfsburgerinnen die erste Teilnahme an einer Europameisterschaft. 

Niederlande früh raus

Ernüchternd verlief das Turnier für die Oranje-Löwinnen, die bereits nach der Gruppenphase den Heimweg antreten mussten. In der prominent besetzten Gruppe D reichte es nur für den dritten Platz hinter Frankreich und England. Auf den anfänglichen Sieg gegen Wales folgten herbe Niederlagen sowohl gegen „Les Bleues“ als auch gegen die späteren Europameisterinnen. Daran konnte auch VfL-Stürmerin Lineth Beerensteyn nichts ändern. Die Torschützenkönigin der Bundesliga kam in den ersten beiden Partien zunächst von der Bank, stand im letzten Spiel aber schließlich in der Startaufstellung – ein Treffer war allerdings nicht drin. Die zweite Wölfin in der niederländischen Auswahl, Caitlin Dijkstra, wurde dreimal als Jokerin eingesetzt. Für die Verteidigerin gab es wenigstens einen kleinen Grund zur Freude: Sie konnte ihr EM-Debüt feiern. 

Norwegen und Schweiz bis ins Viertelfinale

Gleich drei Wölfinnen gingen in Gruppe A an den Start: Thea Bjelde und Justine Kielland mit Norwegen sowie Smilla Vallotto mit der Schweiz. Das direkte Duell zwischen den beiden Nationen entschieden die Skandinavierinnen für sich, auch der Gruppensieg ging schließlich nach Norwegen. Im Viertelfinale folgte allerdings das Aus gegen Italien. VfL-Neuzugang Bjelde konnte sich bei ihrer ersten Europameisterschaft als Stammkraft beweisen, während Kielland, ebenfalls EM-Debütantin, lediglich im dritten Gruppenspiel zum Einsatz kam. Trotz der Niederlage gegen die Norwegerinnen sicherte sich die Schweizer „Nati“ ebenfalls den Einzug ins Viertelfinale, wo sie auf Spanien traf. Die amtierenden Weltmeisterinnen waren für die Gastgeberinnen jedoch eine Nummer zu groß. Trotzdem erfreulich für die Neu-Wolfsburgerin Vallotto: Die 21-Jährige war in jeder der vier Partien gesetzt.

Nächste Abstellungsphase im Herbst

Am 8. August geht es für alle EM-Wölfinnen wieder in Wolfsburg zur Sache, wenn der zweite Teil der Sommervorbereitung beginnt – dann mit dem kompletten Kader. Wann es das nächste Mal zu den Nationalmannschaften geht, wissen die Spielerinnen auch bereits: Vom 20. bis 28. Oktober steht die nächste Abstellungsphase an. Deutschland trifft dann im Halbfinale der Nations League auf Frankreich. Gleich zweimal bietet sich den Französinnen damit die Gelegenheit, sich für die Viertelfinal-Niederlage zu revanchieren: Das Hinspiel findet am 24. Oktober in Deutschland statt, das Rückspiel am 28. Oktober in Frankreich.