Dieter Heckings neue Co-Trainer im Porträt.
Wenn die Wölfe am Samstag bei der TSG Hoffenheim (Anstoß um 15.30 Uhr) unter der Leitung von Cheftrainer Dieter Hecking um den ersten Sieg der Rückrunde kämpfen, werden am Spielfeldrand zwei weitere neue Gesichter zu sehen sein. Der VfL-Erfolgstrainer bringt mit Frank Geideck und Murat Ural zwei Weggefährten in seinen Trainerstab nach Wolfsburg. Die neuen Co-Trainer der Grün-Weißen im Porträt.
Eine treue Seele
Frank Geideck ist wohl einer der erfahrensten Assistenten im deutschen Profifußball. Der 58-Jährige blickt auf drei Jahrzehnte als Co-Trainer zurück. Hecking kennt den gebürtigen Bielefelder aus der gemeinsamen Zeit bei Borussia Mönchengladbach und bezeichnet ihn als „absoluten Fußball-Nerd“ – ein Titel, der seine akribische Arbeitsweise treffend unterstreicht.
Geideck ist ein echtes Eigengewächs von Arminia Bielefeld. Nur wenige hundert Meter von der heutigen SchücoArena entfernt aufgewachsen, trat er bereits 1972 im Alter von fünf Jahren dem Verein bei und kehrte nach einem Zwischenstopp beim VfR Wellensiek 1988 zu den Ostwestfalen zurück. Bis zu seinem frühen Karriereende 1996 absolvierte der Mittelfeldspieler insgesamt 184 Pflichtspiele für die Bielefelder. Parallel studierte er Sport mit dem Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation. In der Saison 1994/1995 wurde er zum spielenden Co-Trainer. Ab diesem Zeitpunkt gelang der Arminia der Durchmarsch von der 3. Liga bis in die Bundesliga. „Das hing weniger damit zusammen, dass ich Co-Trainer geworden bin, sondern damit, dass ich dann weniger gespielt habe“, scherzt Geideck.
Nach dem Bundesliga-Aufstieg 1996 wechselte er endgültig in den Trainerstab. Weitere 13 Jahre arbeitete Geideck bei Arminia Bielefeld als Co-Trainer, zeitweise auch als Interimstrainer. 2009 folgte er Michael Frontzeck zu Borussia Mönchengladbach – der Beginn eines weiteren langen Engagements. Am Niederrhein arbeitete er später auch unter Trainern wie Lucien Favre, Dieter Hecking und Marco Rose. Zuletzt stand Geideck erneut an Roses Seite bei RB Leipzig, wo er 2023 den DFB-Pokal sowie wenige Monate später den Supercup gewann.
Sprachtalent mit Rechtsstudium
Der zweite neue Co-Trainer ist Murat Ural, den Dieter Hecking bereits aus gemeinsamen Zeiten beim VfL Bochum kennt. Hecking schätzt vor allem die Energie des 38 Jahre alten Schweizers mit türkischen Wurzeln auf dem Trainingsplatz – und dessen Sprachkenntnisse. Ural spricht fließend Deutsch, Englisch, Türkisch, Französisch und Italienisch. „Das ist für die Kabine enorm wichtig“, erklärt der Cheftrainer mit Blick auf die internationale Zusammensetzung des Kaders.
Geboren in Bellinzona im Schweizer Kanton Tessin, machte Ural seine ersten Schritte als Fußballer beim FC Winterthur. Der Stürmer blieb während seiner gesamten Profikarriere in der Schweiz und spielte unter anderem für den FC St. Gallen. Insgesamt absolvierte er mehr als 40 Spiele in der Schweizer Super League. 2009 gewann er mit St. Gallen die Zweitligameisterschaft, 2013 mit dem FC Schaffhausen den Titel in der dritthöchsten Spielklasse. Zudem lief Ural für die Schweizer U21-Nationalmannschaft auf – gemeinsam mit Wolfsburgs Sportdirektor Pirmin Schwegler.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn begann Ural seine Trainerkarriere in der Jugend seines Ausbildungsvereins Winterthur. Anschließend arbeitete er beim FC Zürich, wo er nach dem Abgang von Bo Henriksen in Richtung Mainz auch interimsweise die Profimannschaft betreute, ehe er 2024 zum VfL Bochum wechselte. Dort traf er wenige Monate später auf Hecking. Neben seiner UEFA-Pro-Lizenz bringt Ural auch einen ungewöhnlichen akademischen Hintergrund mit: Der ehemalige Stürmer studierte Jura und spezialisierte sich auf internationales Sportrecht.