Frauen

„Für solche Partien lebt man als Spielerin“

Im Interview: Svenja Huth vor der UWCL-Partie bei Real Madrid.

Svenja Huth, seit 2019 beim VfL Wolfsburg, geht mit ihrem Team auf die letzte UEFA Women’s Champions League-Reise dieses Kalenderjahres – und diese führt nach Spanien. Am heutigen Dienstag, 9. Dezember (Anstoß um 21 Uhr/live auf Disney+), treffen die Frauen des VfL-Wolfsburg auf Real Madrid. Vor der Partie nahm sich die erfahrene Mittelfeldspielerin Zeit, um über die aktuelle Saison, ihre Rolle im Team und die Herausforderungen auf dem Platz zu sprechen.

Svenja Huth, ihr kommt aus einer intensiven Phase mit vielen Spielen. Wie fühlt sich die Mannschaft nach der Länderspielpause?

Svenja Huth: Es war nicht einfach, nach nur einer Trainingseinheit mit der gesamten Mannschaft wieder in den normalen Rhythmus zu finden. Trotzdem sind wir mit einem sehr guten Ergebnis aus der Länderspielpause gekommen und wissen nun, dass mit Real Madrid ein sehr starker Gegner auf uns wartet. Wir wollen den Schwung aus dem Freiburg-Spiel mitnehmen und weitere Schritte nach vorne gehen. Genau für solche Partien lebt man als Spielerin – wir freuen uns darauf. 

In der UWCL steht ihr momentan auf Platz drei. Hättest du das so vor der Saison erwartet?

Svenja: Vor der Saison hat uns wohl kaum jemand unter den Top vier erwartet. Wir sind sehr zufrieden mit unserer aktuellen Situation und wollen gegen Real Madrid den nächsten Schritt machen, um am Ende das Beste herauszuholen.

Früher warst du vor allem im Zentrum unterwegs, jetzt spielst du oft auf dem Flügel. Wo fühlst du dich am wohlsten?

Svenja: Ich sehe mich als flexible Spielerin, deshalb macht mir die Anpassung Spaß. Es freut mich ehrlich gesagt, wieder häufiger auf meiner alten, gewohnten Position aufzutauchen. Ich mag es, meine Mitspielerinnen mit Flanken zu bedienen. Gleichzeitig findet man mich im Spiel trotzdem immer mal wieder im Zentrum. Am Ende will ich einfach Spaß auf dem Platz haben und eine gute Leistung erbringen.

Was ist dein Geheimnis, um auch nach vielen Jahren auf höchstem Niveau leistungsfähig zu bleiben?

Svenja: Alle die mich kennen, wissen, dass ich auch abseits des Platzes sehr viel auf den Fußball ausrichte. Ernährung, Schlaf, Regeneration – all das spielt eine große Rolle, um fit zu bleiben. Beim 1. FFC Frankfurt habe ich durch die Dreifachbelastung schon früh in meiner Karriere wichtige Erfahrungen gesammelt, die ich in dieser Phase gut gebrauchen kann. Außerdem spielt auch meine Familie neben dem Platz eine große Rolle, die immer hinter mir steht und mich unterstützt.

Beim VfL hat im Sommer ein größerer Umbruch stattgefunden. Wie schaffst du es, in dieser Phase konstant zu bleiben?

Svenja: Erfolgserlebnisse helfen in so einer Situation immer, und ich finde, dass wir als Team schon sehr eng zusammengewachsen sind. Gerad die Last-Minute-Siege waren für uns emotional wichtig. Sie geben dir das nötige Vertrauen, auch in schwierigen Phasen positiv in die Zukunft zu blicken. Wir haben eine super Gruppe und im Sommer einen guten Weg eingeschlagen, den wir zusammen weitergehen wollen.

Dein Vertrag läuft im Sommer aus. Machst du dir schon Gedanken über die Zeit nach deiner Karriere?

Svenja: Nein, im Moment lebe ich im Hier und Jetzt. Mir ist wichtig, dass ich Spaß habe und es mir gut geht – beides ist gerade absolut der Fall. Ich schaue nicht zu weit voraus. Natürlich habe ich mich neben dem Fußball mit Abschlüssen beschäftigt, um ein zweites Standbein zu haben. Aber aktuell mache ich mir noch keine Gedanken darüber, was nach dem Sommer kommt.

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