Frauen

Fokus aufs Nordduell

Am Sonntagnachmittag empfangen die VfL-Frauen den SV Werder Bremen.

Viel Zeit zum Durchatmen haben die Frauen des VfL Wolfsburg nach der bitteren Niederlage gegen Inter Mailand nicht. Nur vier Tage später wartet die nächste Pflichtspielaufgabe auf die Grün-Weißen: Am kommenden Sonntag, 6. September (Anstoß um 14 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN), empfangen die Wölfinnen den SV Werder Bremen zum dritten Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga. Für die Mannschaft von Cheftrainer Stephan Lerch ist es zugleich der erste Liga-Auftritt der neuen Saison im heimischen AOK Stadion. 

Mit kurzer Vorbereitung ins Heimspiel

Eine intensive Englische Woche steckt den Wölfinnen in den Beinen. Nach der späten Rückkehr aus Italien stand am Donnerstag zunächst die Regeneration im Mittelpunkt. Einen freien Freitag nutzte das Team anschließend, um neue Kraft zu tanken. Mit dem Abschlusstraining am Samstag richtet sich der Fokus dann voll und ganz auf das Duell gegen die Werder-Frauen. Lange liegt das letzte Aufeinandertreffen mit den Bremerinnen noch nicht zurück: Erst vor knapp vier Wochen gastierten die Wolfsburger Grün-Weißen zu einem Vorbereitungsspiel an der Weser und setzten sich dort mit 3:1 durch. Camilla Küver, Anny Kerim-Lindland und Linnea Saelen erzielten die Treffer für den VfL. Auch die Bundesliga-Bilanz gegen den SV Werder spricht deutlich für die Wölfinnen. Von bislang 18 Duellen entschieden sie 16 für sich, zweimal trennten sich die Teams unentschieden. Tickets für das erste Bundesliga-Heimspiel der Wölfinnen sind weiterhin erhältlich.

Bremen mit perfektem Saisonstart

Mit reichlich Rückenwind reisen die Werder-Frauen nach Wolfsburg. Nach zwei Spieltagen steht die Mannschaft mit der Maximalausbeute von sechs Punkten da. Zum Auftakt gewannen die Bremerinnen mit 2:1 beim Aufsteiger 1. FSV Mainz 05, ehe sie am vergangenen Wochenende einen 2:0-Heimerfolg gegen RB Leipzig feierten. Auch personell gab es an der Weser kurz vor dem Ende der Transferperiode noch einmal Bewegung. Nach neun Jahren in Bremen verließ die bisherige Kapitänin Lina Hausicke den Klub und schloss sich dem 1. FC Union Berlin an. Ihre Nachfolge als Spielführerin tritt Michelle Ulbrich an. Gleichzeitig waren die Bremerinnen auch auf der Zugangsseite noch einmal aktiv und verpflichteten die zuletzt vereinslose Mittelfeldspielerin Jenny Hipp.

Im Zeichen der Nachhaltigkeit

Die Partie findet im Rahmen des DFB-Nachhaltigkeitsspieltags statt. Für jedes Tor an diesem Spieltag spendet der DFB 100 Euro an gemeinnützige Initiativen. Der VfL spendet zusätzlich 100 Euro pro Treffer der Wölfinnen an die VfL-Allee, um weitere Baumpflanzungen zu ermöglichen. Vor dem Anpfiff findet darüber hinaus gemeinsam mit Expertinnen und Experten des NABU eine Biber- und Klimatour rund um den Allersee statt.

Vor der Partie gegen Bremen sprach Wölfinnen-Cheftrainer Stephan Lerch über…

…das Personal: Weronika Arasniewicz ist zur polnischen U20-Nationalmannschaft gereist und wird uns deshalb nicht zur Verfügung stehen. Auch Kessya Bussy wird fehlen. Sie befindet sich aufgrund ihrer bekannten Knieproblematik aus der Vergangenheit aktuell in einem Therapieprozess. Bei Lena Lattwein reicht es für einen Einsatz am Wochenende ebenfalls noch nicht, auch wenn sie teilweise schon wieder mit der Mannschaft auf dem Platz steht. Darüber hinaus fehlen uns weiterhin Giovanna Hoffmann und Cecilie Floe Nielsen.

…die Partie am Sonntag: Für uns geht es jetzt darum, unseren guten Start in die Liga weiter auszubauen und wieder ein Erfolgserlebnis zu sammeln. Die Chance und die Motivation dafür sind da. In dieser Situation ist es sicherlich auch positiv, dass es direkt mit dem nächsten Spiel weitergeht und wir den Fokus wieder auf die Bundesliga richten können. Die Partie in Italien war sehr intensiv, deshalb wollen wir am Wochenende auch mit frischen Kräften auf dem Platz stehen. Den einen oder anderen Wechsel haben wir bereits im Kopf, einige Veränderungen stehen schon fest.

…die Niederlage in Mailand: Die Stimmung war nach dem Spiel natürlich sehr getrübt, wir waren frustriert und enttäuscht. Durch die Verzögerung am Flughafen hat sich dann auch noch unsere Rückreise verlängert, sodass wir erst zwischen drei und vier Uhr nachts wieder zu Hause waren. Auch am Tag danach war die Enttäuschung natürlich noch groß. Wir haben die Zeit genutzt, um das Ganze gemeinsam zu verarbeiten, sind als Mannschaft zusammengekommen und haben über das Nicht-Erreichen der Champions-League-Ligaphase gesprochen und uns noch einmal verschiedene Szenen angeschaut. Wir hatten uns das definitiv anders vorgestellt. Ich stehe dafür in der Hauptverantwortung, und es tut mir enorm leid für die Mädels, weil sie alles gegeben haben und es am Ende trotzdem nicht gereicht hat. Jetzt geht es für uns erst einmal darum, den Blick wieder nach vorne zu richten. Wenn es so weit ist, werden wir uns mit dem Europa Cup beschäftigen. Das ist der zweite europäische Wettbewerb, den wir annehmen und in dem wir performen wollen. Unser Anspruch ist es, dort sehr weit zu kommen und auch den Titel anzugreifen.

…den SV Werder Bremen: Nach zwei Spieltagen ist es noch schwierig, eine genaue Einschätzung vorzunehmen und zu sagen, wo die einzelnen Mannschaften in dieser Saison stehen. Die Bremerinnen sind aber sehr gut gestartet, und das ist nicht selbstverständlich, weil sie im Sommer einige wichtige Spielerinnen verloren haben. Trotzdem ist viel Qualität vorhanden, und wir wissen, dass sie sehr unangenehm zu bespielen sein können. Nach zwei oder drei weiteren Spieltagen wird sich sicherlich noch deutlicher zeigen, wie sich die Mannschaften in der Tabelle einordnen.

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