Akademie

„Es gibt keinen schnelleren Weg“

U19-Cheftrainer Niklas Bräuer spricht vor dem Auftakt im DFB-Pokal über die Vorbereitung, Teamgeist und ein klares Ziel.

Endlich geht’s wieder los! Am Samstag (13 Uhr) startet die U19 der VfL-Akademie in die neue Saison. Das Team von Cheftrainer Niklas Bräuer ist zum Auftakt in der ersten Runde des DFB-Pokals der Junioren beim SGV Heilbronn-Freiberg gefordert. Vor dem ersten Pflichtspiel spricht Bräuer im Interview über die Vorbereitung, den Konkurrenzkampf im Kader und warum das Ziel für die neue Saison klar ist.

Niklas, im November vergangenen Jahres hast du die U19 als Cheftrainer übernommen. Nun steht deine erste komplette Saison bevor. Wie groß ist die Vorfreude auf den Saisonstart?

Niklas Bräuer: Extrem groß. Ich freue mich riesig auf die Saison. Besonders schön ist, dass unser Trainerteam zusammengeblieben ist. Wir haben im vergangenen Jahr hervorragend zusammengearbeitet und können genau dort anknüpfen. Gleichzeitig freue ich mich auf die Mannschaft. Wir haben viele Spieler mit hoher individueller Qualität, aber vor allem starke Charaktere. Die Vorbereitung hat gezeigt, dass dieses Team etwas Besonderes sein kann, wenn wir unseren Weg konsequent weitergehen. Deshalb blicke ich mit großer Vorfreude auf die kommenden Monate.

In der Vorbereitung habt ihr einen Sieg, drei Unentschieden und zwei Niederlagen eingefahren. Wie fällt dein Fazit aus?

Bräuer: Sehr positiv. Die Ergebnisse standen für uns nie im Vordergrund. Unser Fokus lag darauf, unsere Art und Weise von Fußball konsequent auf den Platz zu bringen und uns Woche für Woche weiterzuentwickeln. Das ist der Mannschaft gelungen. Natürlich haben wir aus den einzelnen Spielen unterschiedliche Erkenntnisse mitgenommen. Gegen RB Leipzig wurden uns unsere Grenzen aufgezeigt – und das war wichtig. Es hat uns verdeutlicht, dass wir weiter hart arbeiten und unsere nächsten Schritte gehen müssen, anstatt zu denken, wir wären schon weiter, als wir tatsächlich sind. Besonders zufrieden bin ich mit dem Trainingslager. Dort haben wir nicht nur fußballerisch gute Schritte gemacht, sondern auch als Team. Gerade im letzten Testspiel haben die Jungs in schwierigen Situationen füreinander eingestanden. Das zeigt, dass die Dynamik und der Teamgeist in der Mannschaft stimmen. Und das ist für mich in der Vorbereitung deutlich wichtiger als die Ergebnisse.

Wo steht die Mannschaft nach der Vorbereitung? 

Bräuer: Das lässt sich schwer in Prozent ausdrücken. Ich bin überzeugt, dass viele Spieler noch gar nicht wissen, welches Potenzial in ihnen steckt – körperlich genauso wie mental. Wir wollen die Jungs dazu bringen, im Laufe der Saison über Grenzen zu gehen, die sie bislang noch nicht kennen, und ihr gesamtes Potenzial auszuschöpfen.

Im Sommer gab es den üblichen altersbedingten Umbruch. Wie siehst du die Mannschaft im Vergleich zur vergangenen Saison? 

Bräuer: Ich sehe uns sehr gut aufgestellt. Der Kader ist größer, wir sind auf jeder Position doppelt besetzt und haben dadurch einen gesunden Konkurrenzkampf. Natürlich haben uns Spieler mit außergewöhnlicher Qualität verlassen, aber auch in diesem Jahr verfügen wir über viele hervorragende Individualisten. Was diese Mannschaft besonders auszeichnet, ist ihre Mentalität. Viele Spieler wollen jedes Trainingsspiel gewinnen und gehen den Extra-Meter. Diese Siegermentalität bringt eine Mannschaft oft weiter als individuelle Qualität allein.

Mit Ibrahim Saidykhan, Leeron Danioko und Henrik Fehr sind drei externe Neuzugänge dazugekommen. Welche Impulse geben sie der Mannschaft?

Bräuer: Ibrahim gibt uns genau die Stabilität, die wir gesucht haben. Er verbindet spielerische Qualität mit körperlicher Präsenz und gibt uns im Spielaufbau viel Stabilität. Leeron bringt besondere Momente ins Spiel. Er ist ein Freigeist, kann mit seinem Dribbling, seiner Dynamik und seinem Eins-gegen-eins Situationen und Spiele entscheiden. Natürlich muss er sich noch an den U19-Fußball gewöhnen, aber sein Potenzial ist enorm. Henrik ist ein sehr talentierter Torhüter. Er bringt eine gute Präsenz mit, ist stark mit dem Ball und verfügt auf der Linie über außergewöhnliche Reflexe. Wir freuen uns sehr, dass wir alle drei Spieler für uns gewinnen konnten.

Zum Saisonauftakt wartet im DFB-Pokal der Junioren am Samstag der SGV Heilbronn-Freiberg. Was erwartet euch dort?

Bräuer: Uns erwartet ein intensives Spiel. Für die Freiberger ist das DFB-Pokalspiel ein besonderes Ereignis, ein Moment, auf den sie lange hingearbeitet haben. Entsprechend werden sie mit viel Energie auftreten. Wir rechnen mit einer tollen Atmosphäre und schwierigen Bedingungen – ein schwer zu bespielender Platz und sommerliche Temperaturen werden uns alles abverlangen. Deshalb wird es wichtig sein, die 50:50-Duelle anzunehmen, von Beginn an präsent zu sein und in den entscheidenden Situationen klar zu bleiben. Darauf haben wir uns intensiv vorbereitet.

Vor wenigen Monaten standest du mit der U19 noch im DFB-Pokalfinale. Mit welchen Zielen geht ihr in die neue Saison?

Bräuer: Es gibt im Fußball keinen schnelleren Weg zu einem Titel als über den DFB-Pokal. Deshalb wollen wir wieder in Potsdam im Finale stehen. Wenn das nicht unser Ziel ist, brauchen wir gar nicht erst anzutreten.