Mit dem Offensivwechsel Beerensteyn für Justine Kielland kam sofort mehr Druck ins VfL-Angriffsspiel. Die beste Gelegenheit in der folgenden Wolfsburger Druckphase hatte Zicai, die die Kugel aber aus 13 Metern am rechten Pfosten vorbeischob (54.). Nun standen die Gäste tiefer, die Grün-Weißen wollten unbedingt den Treffer und brannten ein Chancen-Feuerwerk ab. Zunächst verpassten sowohl Beerensteyn als auch Alex Popp eine Linder-Hereingabe (63.), kurz darauf scheiterte die eingewechselte Bussy an einem Riesenreflex Dicks (64.). Auch Beerensteyn (65.) und Peddemors (67.) gelang es dank des famosen TSG-Rückhalts Dick nicht, die nun wie ausgewechselt agierenden Wölfinnen zu erlösen. So überstanden die Gäste diese intensive Phase und ließen dann nach einem Konter mal wieder durch Kaut Gefahr aufblitzen, aber Johannes reagierte stark (72.). Trotzdem war das dann folgende 1:0 des VfL durch Topjoker Beerensteyn (73.) inzwischen überfällig und verdient. Umso ärgerlicher, dass es nicht lange hielt: Ampoorter verwandelte vom Punkt nach umstrittenem Strafstoß (81.). Die Wölfinnen mussten jetzt nochmal Gas geben, Bussys Versuch aus 14 Metern landete in Dicks Armen (84.), Fünf Minuten blieben Grün-Weiß nach der Ampelkarte für Kaut (90.) noch, das Duell in Überzahl noch einmal auf die eigene Seite zu ziehen. Und tatsächlich, die eingewechselte Vallotto ließ das AOK Stadion mit ihrem ersten Bundesliga-Tor beben.
Tore
- 1:0 Beerensteyn (73.): Ja!! Da ist es! Nach einem starken Pass von Bussy spielte Lineth Beerensteyn ihr Tempo aus und drückt dann in der Box die Pille eiskalt über die Linie. Absolut verdiente Führung!
- 1:1 Ampoorter (81., FE): Das gibt es nicht! Das ist ein mehr als umstrittener Elfmeter! Levels soll Gloning im Strafraum von den Beinen geholt haben. Aber das sah eigentlich nicht danach aus. Ampoorter ist es egal, sie verwandelt sicher.
- 2:1 Vallotto (90.+1): Wahnsinn!! Unglaublich! Smilla Vallotto entscheidet mit ihrem ersten Bundesliga-Tor sehr spät die Partie! Sie zieht von der Strafraumkante ab und das Ding schlägt unhaltbar im linken Eck ein. Was für ein Jubel!
Trainerstimmen
Stephan Lerch: Wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In der ersten Halbzeit hat die TSG uns das Leben sehr, sehr schwer gemacht. Wir sind nicht reingekommen in unser Spiel, haben, einfache Ballverluste gehabt und null Torschüsse abgegeben. Das ist natürlich nicht unser Anspruch, wir haben in der ersten Halbzeit einfach kein gutes Spiel gemacht und da hätten wir uns auch nicht beschweren dürfen, wenn die TSG ein Tor erzielt hätte. Wir haben dann aber zum Glück in der zweiten Halbzeit den Schalter umlegen können, haben uns dann auch noch mal aufgerappelt. Und dann ist das Spiel eben in der zweiten Halbzeit wieder voll in unsere Richtung gelaufen, wie haben viel Druck erzeugt, den Gegner hinten eingeschnürt und einige wirklich gute Torchancen herausgespielt. Dass wir wieder diese Mentalität auf den Platz gebracht haben, den Glauben, dass wir dann auch die Tore noch zum späteren Zeitpunkt schießen können, spricht für die Mannschaft. Deswegen bin ich superglücklich.
Theodoros Dedes: Wir sind sehr, sehr zufrieden und sehr stolz auf die Leistung der Mannschaft. Wir haben heute eine der bisher jüngsten Startelfs, und wir haben sehr viele Verletzungsprobleme aktuell. Die erste Halbzeit war richtig gut. Wir haben Chancen hier rausgespielt, indem wir sehr gierig und giftig auch gegen den Ball waren. Wir haben Umschaltmomente kreiert, aber leider haben wir das Tor nicht gemacht, weil unsere Abschlüsse einfach nicht gut waren. Dann in der zweiten Halbzeit hat Wolfsburg erwartungsgemäß den Druck dann auch erhöht. Natürlich war es eine Frage der Kräfte, das 1:0 fällt dann verdientermaßen, auch wenn es laut den Bildern und laut meinem Trainerteam ein Abseitstor war. Trotzdem fighten wir uns irgendwie ins Spiel zurück und deswegen ist es sehr bitter, dass wir in der 90. Minute ein Gegentor kassieren – was uns schonmal letzte Saison hier in diesem Stadion in fast der gleichen Art und Weise passiert ist. Sehr, sehr schade für unsere Mädels, aber für mich überwiegt tatsächlich der Stolz, weil wir nicht nur Paroli geboten haben, sondern auf Augenhöhe mit einer sehr guten Wolfsburger Mannschaft gespielt haben.
Aufstellungen und Statistiken
VfL Wolfsburg: Johannes – Bergsvand, Dijkstra, Minge (88. Vallotto), Levels – Linder, Kielland (46. Beerensteyn), – Huth, Peddemors (77. Lattwein), Zicai (61. Bussy) – Popp
Ersatz: Tufekovic (Tor), Bjelde, Pujols, Saelen, Papp
TSG 1899 Hoffenheim: Dick - Janssens, Diehm, Rankin, Kaut - Harsch, Ampoorter, Gloning, Douma - Delacauw, Natter (17. Steiner)
Ersatz: Sinka, Grimm, Schmid, Röder, Bitzer, Vöhringer
Tore: 1:0 Beerensteyn (73.), 1:1 Ampoorter (81., FE), 2:1 Vallotto (90.+1)
Gelbe Karten: - / Janssens
Gelb-Rote Karte: Kaut (90.)
Schiedsrichterin: Miriam Schwermer (Rieder)
Zuschauende: 2.953 Zuschauende im AOK Stadion
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