17.03.2019
Frauen

Erkämpfter Arbeitssieg

Die VfL-Frauen gewinnen ihr Auswärtsspiel beim SC Freiburg mit 3:2.

Die Frauen des VfL Wolfsburg haben ihre Spitzenposition in der Allianz Frauen-Bundesliga behauptet: Beim SC Freiburg setzte sich das Team von Trainer Stephan Lerch mit 3:2 (1:1) durch – es war bereits der 13. Saisonsieg im 16. Punktspiel. In der südlichsten Großstadt Deutschlands trafen Pernille Harder, Pia-Sophie Wolter und Ewa Pajor für den aktuellen Double-Gewinner, der sich über weite Strecken schwertat. Der FC Bayern München gewann sein Heimspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam zur gleichen Zeit mit 5:0 und bleibt somit punktgleicher Tabellenzweiter. Für die Wölfinnen war der Auswärtssieg am Fuße des Schwarzwalds zugleich eine gelungene Generalprobe für das Viertelfinal-Hinspiel in der UEFA Women’s Champions League bei Olympique Lyon am kommenden Mittwoch. Anstoß im Groupama Stadium ist um 20.45 Uhr, auf dem YouTube-Kanal des VfL Wolfsburg gibt‘s Teil eins des europäischen Gipfeltreffens live zu sehen (Vorberichte ab 20.30 Uhr). Der VfL-Tross wird nach einer weiteren Übernachtung sowie einer Trainingseinheit in Freiburg bereits morgen nach Frankreich weiterreisen.

Drei Änderungen

Für Sara Doorsoun und Kristine Minde (beide muskuläre Probleme) reichte es noch nicht für einen Kaderplatz, dafür stand Zsanett Jakabfi nach ihrer Prellung für Ewa Pajor in der Startformation. Im Vergleich zum souveränen 4:0 im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den 1. FFC Turbine Potsdam nahm Lerch noch zwei weitere Änderungen vor: Wolter besetzte anstelle von Caroline Hansen die rechte Offensivposition, für Anna Blässe rückte Noelle Maritz ins Team.

Harders schnelle Antwort

Der erste Torabschluss ging auf das Konto der zuletzt in fünf Liga-Partien ungeschlagenen Gastgeberinnen: Sandra Starke legte für Anja Maike Hegenauer auf – doch die traf den Ball nicht voll (2.). Vier Minuten später machte es der Sport-Club besser: Diesmal hatte sich Klara Bühl rechts durchgesetzt und Starke mit einer scharfen Hereingabe bedient – 1:0. Eine kalte Dusche für die Wölfinnen, aber kein Grund, nervös zu werden. Schließlich ließ die Antwort der Grün-Weißen nicht lange auf sich warten: Babett Peter schickte Harder, die zunächst ihre Gegenspielerinnen abschüttelte und dann bei ihrem Flachschuss ins kurze Eck Ex-Teamkollegin Merle Frohms im Freiburger Gehäuse alt aussehen ließ – 1:1 (11.). Wenig später war es Jakabfi, die es nach einer Flanke von Alexandra Popp mit einer Direktabnahme versuchte – drüber (15.). Nun waren wieder die Freiburgerinnen an der Reihe, die immer wieder schnell in die Tiefe spielten: Wie beim Führungstreffer war Bühl auf der rechten Seite kaum aufzuhalten und als selbst Almuth Schult ausgespielt war, musste Nilla Fischer kurz vor der Linie entschärfen (18.). Exakt zehn Minuten später konnte sich die deutsche Nationaltorhüterin dann auszeichnen: Bühl hatte das Laufduell gegen Fischer gewonnen, doch den Schuss der stärksten Freiburgerin entschärfte Schult mit einer tollen Parade. Dann hatte Harder das 2:1 auf dem Fuß, ihr Schuss aus halblinker Position ging knapp am langen Pfosten vorbei (30.). Gefahr vor dem SC-Tor herrschte auch in der 39. Minute, als gleich drei Wölfinnen nach einer Goeßling-Ecke zum Abschluss kamen, zuletzt Jakabfi mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Insgesamt bekamen die VfL-Frauen das Geschehen trotz dieser Chancen aber kaum unter Kontrolle, immer wieder setzte der SC Freiburg mit seinem schnellen Umschaltspiel unangenehme Nadelstiche.

Spätes Oberwasser

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte taten sich die Gäste schwer damit, Dominanz auszustrahlen. Vieles erinnerte an den ersten Durchgang – dazu gehörten auch die schnellen Antritte der nimmermüden Klara Bühl, die immer wieder steil geschickt wurde. In der 53. Minute legte sie für Janina Minge auf, die aus der Distanz abzog, kurz darauf verpasste Bühl dann selbst nur knapp. Die VfL-Frauen mit ihrer ersten Möglichkeit in Hälfte zwei nach einem Standard: Popp stieg nach einer Jakabfi-Ecke zum Kopfball hoch, verfehlte das Ziel aber knapp. Vieles blieb auch danach Stückwerk, es war nun ein eher chancenarmes Spiel. Bis zur 68. Minute, als sich Harder auf den Weg machte und Wolter auf die Reise schickte. Und was machte die Bremerin, die erst am letzten Mittwoch gegen Potsdam traf? Sie drosch das Leder aus halbrechter Position cool und unhaltbar für Frohms zum 2:1 in die Maschen! Bei nun starkem Regen ließen die Kräfte der Freiburgerinnen in der Folge deutlich nach – der hohe läuferische Aufwand hatte offensichtlich Körner gekostet. Zum ersten Mal in der Partie gewannen die Wölfinnen nun Oberwasser – und das sollte sich auch ein weiteres Mal im Resultat bemerkbar machen: Die eingewechselte Pajor versenkte den Ball fast von der Grundlinie aus im Freiburger Kasten (85.) – ein eigentlich „unmöglicher“ Winkel. Der späte Anschlusstreffer von Stefanie Sanders (90.), deren Schuss unhaltbar abgefälscht wurde, änderte nichts mehr an dem Dreier für Grün-Weiß. Die Wölfinnen feierten einen Arbeitssieg, der in der Endabrechnung noch Gold wert sein kann.

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch: Es war heute kein einfaches Spiel für uns, was nicht zuletzt daran lag, dass es die Freiburgerinnen sehr gut gemacht haben. Gerade in der Anfangsviertelstunde haben sie uns früh unter Druck gesetzt, während wir gedanklich noch nicht da waren und – was untypisch ist – viele technische Fehler in unserem Spiel hatten. Freiburg hat uns in Zweikämpfe verwickelt, diese meistens gewonnen und dann sofort umgeschaltet. Nach der schnellen Antwort auf den Rückstand haben wir dann auch mehr spielerische Lösungen gefunden, sind insgesamt besser in die Partie gekommen. Gerade in der zweiten Halbzeit hat unsere Mannschaft dann eine tolle Moral gezeigt und eine super Einstellung auf den Platz gebracht. Wir haben die Partie über die Leidenschaft gedreht und wir sind sehr glücklich, am Ende drei Punkte für uns verbucht zu haben. Genau diese Mentalität brauchen wir auch am Mittwoch in Lyon. Ich bin mir sicher, dass wir dann fußballerisch ein anderes Gesicht zeigen werden! Bleibt nur zu hoffen, dass einige unserer Spielerinnen heute nichts Schlimmeres davongetragen haben. Alex Popp hat einen Schlag im Bereich der Achillessehne abbekommen. Das schmerzt, aber es sieht so aus, dass nichts Ernsthaftes passiert ist. Bei Zsanett Jakabfi müssen wir die genaue Diagnose abwarten, sie ist mit großen Knieschmerzen ausgewechselt worden. Drücken wir also die Daumen – und fahren dann morgen mit großer Vorfreude nach Frankreich!

SC Freiburg: Frohms – Stegemann (78. Sanders), van Lunteren, Kirchberger, Lahr (85. Naomoto) – Gwinn, Minge, Knaak, Hegenauer – Bühl, Starke (74. Wieder)

VfL Wolfsburg: Schult – Peter, Fischer, Goeßling, Maritz – Neto (71. Wedemeyer), Gunnarsdottir – Wolter, Harder, Popp (61. Pajor) – Jakabfi (76. Hansen)

Tore: 1:0 Starke (6.), 1:1 Harder (11.), 1:2 Wolter (68.), 1:3 Pajor (85.), 2:3 Sanders (90.)

Gelbe Karten: van Lunteren, Stegemann – Harder

Zuschauer: 1.152 am Sonntagnachmittag im Möslestadion

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