Aufsteigerinnen mit Ausrufezeichen
Die Frauen vom 1. FC Union Berlin mussten letzten Samstag zwar eine 0:3-Auswärtsniederlage gegen Werder Bremen verkraften, allerdings konnte das Team von Cheftrainerin Ailien Poese die Euphorie aus der vergangenen Saison zum Großteil mitnehmen. Denn neben den vier Niederlagen in der Liga konnten die Aufsteigerinnen aus Berlin unter anderem mit einem 5:0-Kantersieg gegen RB Leipzig bereits erste Ausrufezeichen setzen. Mit zehn Punkten belegen sie derzeit den achten Platz in der Tabelle und stehen somit im Mittelfeld der Liga. Davon holten die Unionerinnen sieben Zähler zuhause. Allgemein ist die Heimstätte der Eisernen ein ziemlicher Hexenkessel: Durchschnittlich 8.761 Zuschauende besuchen die Partien der Frauen von Union Berlin – einer der höchsten Werte in der Google Pixel Frauen-Bundesliga.
Alte Bekannte an der Alten Försterei
Im Stadion An der Alten Försterei, das zugleich auch die Spielstätte der Männer ist, gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Mit Sabrina Eckhoff und Alisa Vetterlein zählen gleich zwei ehemalige Wölfinnen zum Trainerteam von Union Berlin. Eckhoff war in der vergangenen Saison noch Co-Trainerin beim VfL, stand für einige Spiele sogar als Cheftrainerin an der Seitenlinie. Vetterlein war gleich in zwei Funktionen bei den Grün-Weißen: Als Torfrau stand sie in 69 Pflichtspielpartien zwischen den Pfosten, ehe sie ab 2019 die Torhüterinnen der U17- sowie der Profimannschaft trainierte. Auch Melanie Wagner (2018 bis 2022) und Samantha Steuerwald (2015 bis 2018) spielten einst für die Reserve der Grün-Weißen.
Vor dem Spiel gegen Union Berlin sprach VfL-Cheftrainer Stephan Lerch über…
… die personelle Situation: Camilla Küver könnte wieder in den Kader rücken, Joelle Wedemeyer ist nach ihrer Rotsperre zurück. Dafür fällt Justine Kielland aufgrund einer Erkältung leider aus. Gegen Hoffenheim waren noch Luca Papp und Linnea Saelen mit dabei. Beide sind aber gestern bei der U20 zum Einsatz gekommen und fahren deswegen nicht mit nach Berlin.
… mögliche Rotation: Man muss immer die richtige Balance finden. Einerseits haben wir uns eine gewisse Stabilität erarbeitet. Andererseits wissen wir auch alle, was noch kommt. Und genau dafür haben wir ja auch einen Kader von dieser Qualität. Insofern ist es schon so, dass wir morgen die eine oder andere Spielerin mit dem Hintergedanken der Frische auf den Platz bringen werden.
… den Gegner: Ich glaube, von der gewissen Anfangseuphorie in Berlin hat jeder mitbekommen. Mit dem Stadion und den Fans im Rücken kann das gerade am Beginn einer Saison wirklich Kräfte freisetzen. Auch morgen wird die vermutlich große Kulisse den Gegner noch einmal pushen. Auch das letzte Ergebnis bedeutet sicher eine gewisse Motivation. Zuletzt hatten die Unionerinnen unter Verletzungspech zu leiden. Man merkt, dass sie gerade so langsam ankommen in der Liga. Sie machen Erfahrungen, an denen sie wachsen. Letztendlich setzen wir aber den Standard. Es liegt an uns, wie wir das Spiel angehen. Und wenn wir unsere Qualität auf den Platz bekommen, dann werden wir auch drei Punkte mitnehmen.
… die zu erwartende Atmosphäre: Ich kann mich noch gut an unser damaliges Pokalspiel dort erinnern. Das war schon cool, muss ich sagen. Zu dem schönen Stadion an sich kommen nun noch die extrem guten Kulissen. Auch als Gastverein ist es schön zu sehen, dass der Frauenfußball überall ankommt und dass wertgeschätzt wird, was da geleistet wird. Ich freue mich aber auch auf unsere Fans, die diesmal keine so weite Anreise haben. Dass sie uns so durch die Spiele begleiten und tragen, gibt uns ein gutes Gefühl und zeigt, dass auch Wertschätzung ankommt dafür, was unsere Mädels auf dem Platz leisten.
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