Der ehemalige VfL Wolfsburg-Spieler Geoffrey Payne im Zweikampf.
26.09.2021
Geschichte

Englische Luftwaffe

Kopfballspezialist Geoffrey Payne war im Wölfe-Team der späten 80er Jahre ein ungewöhnlicher Typ.

Der ehemalige VfL Wolfsburg-Spieler Geoffrey Payne im Zweikampf.

Wortspiele mit Namen sind eigentlich verboten, tatsächlich war Geoffrey Payne als Fußballer aber ausgesprochen hart im Nehmen. „Insgesamt hatte ich drei Nasenbrüche in meiner Karriere. Trotzdem bin ich ohne Angst in jeden Kopfball reingegangen.“ Dass Luftduelle seine Spezialität waren, ist deshalb bemerkenswert, weil Payne nicht sonderlich groß ist. Trotzdem galt er im VfL-Sturm als Brecher. „Mein Spiel war ähnlich wie das von Kalle Riedle. Mit meiner guten Sprungkraft habe ich mich mit den anderen Angreifern sehr gut ergänzt“, erinnert sich der 54-Jährige, der für zwei Saisons am Elsterweg spielte. Zwischen 1986 und 1988 traf er in 35 Ligaspielen zwölf Mal ins Tor.

Wolf im zweiten Anlauf

Engländer gab es in der VfL-Geschichte nicht viele. Genau genommen war Payne bis zur Verpflichtung von Kaylen Hinds im vergangenen Sommer der einzige. „Ich musste mir natürlich einiges anhören. Speziell über meinen Akzent haben sich die Kollegen gern lustig gemacht. Aber immer nur im Spaß“, schmunzelt der gebürtige Londoner. Als Jugendlicher war er mit seiner Mutter nach Deutschland gekommen, die erst in Berlin studierte und dann in Wolfenbüttel eine Anstellung fand. Eintracht Braunschweig und die Sportfreunde Salzgitter waren in dieser Phase Paynes erste deutsche Vereine. Ein früherer Wechsel zum VfL scheiterte, weil der Angreifer zunächst zu Fortuna Düsseldorf ging. Da es dort nicht gut lief, probierte es VfL-Coach Wölfi Krause aber ein zweites Mal bei ihm. Diesmal mit Erfolg. „Leider bin ich gleich nach dem ersten Spiel verletzt ausgefallen. Trotzdem war speziell unter Krause meine Zeit in Wolfsburg ein Riesenerlebnis. Noch heute hänge ich sehr am Verein.“

Der ehemalige VfL Wolfsburg-Spieler Geoffrey Payne läuft auf dem Spielfeld.

Später am Schloss aktiv

Mit dem Wechsel zu den Grün-Weißen kehrte Payne zurück ins Berufsleben. In der Abteilung Completely Knocked Down begann der gelernte Tischler im Verpackungsbereich. An riesigen Kisten mit Ersatzteilen, die in die Außenwerke oder genauso ins Ausland versandt wurden, prüfte er beispielsweise die korrekte Sortierung, hatte darüber hinaus vor allem Organisatorisches zu tun. „Auf Dauer hätte ich mich sicherlich im Haus umorientiert. Mit dem Fußball ließ sich das aber bestens vereinbaren, Volkswagen hat mich sehr unterstützt“, berichtet Payne, der später ohnehin andere Wege ging. Parallel zur aktiven Laufbahn, die er nach dem Abschied vom VfL bei Arminia Hannover sowie in Hildesheim fortsetzte, begann er ein Studium. Als Architekt arbeitete er später auch für die Stadt Wolfsburg, in deren Auftrag er bei Renovierungen am Schloss mitwirkte. Nach langer Selbstständigkeit arbeitet Payne heute als angestellter Architekt und lebt in der Nähe von Hildesheim.

Knapp am Aufstieg vorbei

Seine beiden VfL-Jahre liefen unterschiedlich gut, da Payne unter Krause-Nachfolger Horst Hrubesch meist draußen saß, gleichwohl er als Joker weiterhin zuverlässig traf. „In der zweiten Saison waren die Konkurrenz und auch der Aufstiegsdruck unheimlich groß. Man hat gespürt: Der VfL wollte unbedingt nach oben“, erinnert er sich. Fast hätte es ja auch funktioniert. Trotz Vize-Meisterschaft mit 100 Saisontoren in der Amateur-Oberliga Nord kamen die Wölfe in der Aufstiegsrunde 1988 aber nicht durch. „Mein Ausgleichstor in der 90. Minute beim 1:1 in Münster werde ich trotzdem niemals vergessen“, strahlt Payne. „Anschließend gab es auf dem Rasen die größte Jubeltraube, die ich je als Fußballer erlebt habe. Von vielen schönen war das ein besonders schöner Moment im VfL-Trikot.“

Veröffentlicht in „Unter Wölfen“ am 3. Februar 2018.


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