Drei Spielerinnen der Frauenmannschaft des VfL Wolfsburg laufen zueinander und bejubeln einen Treffer.
02.12.2018
Frauen

Einsam vorneweg

VfL-Frauen gewinnen auch ihr zehntes Saisonspiel: 3:1-Heimsieg gegen Hoffenheim.

Drei Spielerinnen der Frauenmannschaft des VfL Wolfsburg laufen zueinander und bejubeln einen Treffer.

Die Frauen des VfL Wolfsburg bleiben in der Allianz Frauen-Bundesliga eine Klasse für sich. Das Heimspiel des zehnten Spieltags gegen die TSG Hoffenheim, ihr letztes der Hinserie im Kerngeschäft, entschieden die Wölfinnen am Sonntagnachmittag souverän mit 3:1 (3:1) für sich und bleiben damit weiterhin verlustpunktfrei. Zweimal Pernille Harder (28. und 43. Minute) und Ewa Pajor (45.) trafen vor gut 1.300 Zuschauern im AOK-Stadion für die Wölfinnen ins Tor. Zudem vergab Alexandra Popp noch einen Foulelfmeter (89.). Seinen Sieben-Punkte-Vorsprung auf den ersten Verfolger FC Bayern konnte der Double-Gewinner in der Tabelle somit verteidigen. Weiter geht es für die Elf von Chefcoach Stephan Lerch bereits am kommenden Mittwoch, 5. Dezember (Anstoß um 19 Uhr), mit einem Auswärtsspiel beim 1. FFC Turbine Potsdam.

Goeßling zurück

Die Personalsituation hatte sich seit dem krachenden Auswärtssieg in Sand ein wenig entspannt. So meldete sich Lena Goeßling, die zuletzt beim Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt auf dem Platz gestanden hatte, wieder einsatzbereit und kehrte in den Kader zurück. Seine Startelf veränderte Lerch nach dem 9:0 vom vergangenen Sonntag auf einer Position: Anstelle Kristine Mindes lief Pia Wolter ins AOK Stadion ein.

Frecher TSG-Start

Die makellose Startbilanz der Wölfinnen überstrahlte zwar die Tabelle. Doch kam das eigentliche Überraschungsteam der Saison aus Hoffenheim. Dass die Gäste nicht aus Versehen auf Platz vier rangierten, bewiesen sie sofort. Höhepunkt einer forschen Anfangsphase war eine Chance für Nicole Billa, die sich an der Grundlinie durchsetzte und Almuth Schult aus kurzer Distanz zu einer Fußabwehr zwang (9.). Es dauerte, bis auch der VfL offensiv auffällig wurde. Nach und nach arbeitete sich der Meister aber in die Begegnung hinein. Gleich in der ersten gefährlichen Szene versenkte Harder das Leder sogar im Tor, bekam wegen einer Abseitsstellung den Treffer jedoch aberkannt (14.). Trotzdem war dies der Auftakt für eine stattliche VfL-Drangphase, in der das TSG-Tor fast im Minutentakt durch Caroline Hansen (17.), Harder (18.) und erneut Hansen (21.) unter Beschuss geriet.

Ausgleich sofort korrigiert

Wenig später stand es 1:0: Dass Harder den Ball im Netz unterbrachte, kam zwar glücklich zustande, da Luana Bühler ihren Distanzschuss unhaltbar abfälschte (28.). Wegen des mittlerweile drückenden Übergewichts schien die Führung aber absolut logisch. Umso überraschender, dass den in dieser Phase fast nur defensiv eingebundenen Gästen bald der Ausgleich gelang. Nach einer Ecke köpfte Franziska Harsch aus spitzem Winkel ein (38.). Doch die grün-weiße Antwort ließ nicht lang auf sich warten. Eiskalt nutzte erst Harder einen Schnitzer der TSG-Keeperin zur erneuten Führung (43.), ehe noch vor dem Seitenwechsel Ewa Pajor gleich noch auf 3:1 stellte. Nach einem herrlichen Spielzug über Claudia Neto und Popp, die der Polin mit dem Absatz in den Lauf legte, stand die VfL-Angreiferin frei vor dem Kasten und ließ sich ihr 14. Saisontor nicht nehmen (45.).

VfL Wolfsburg-Spielerin Pernille Harder und Caroline Graham Hansen laufen jubelnd aufeinander zu.

Chancenwucher im letzten Drittel

Dass die Sinsheimerinnen eine grundsätzlich offensivfreudige Mannschaft waren, erkannte man auch nach Wiederbeginn. Eroberten sie in der Defensive den Ball, dann bolzten die Gäste das Leder selten nach vorn, sondern zogen eigene, mitunter auch gefährliche Angriffe auf. Die Versuche der Grün-Weißen auf der anderen Seite hatten jedoch erheblich mehr Wucht, so dass statt eines Anschlusstreffers dauerhaft das 4:1 in der Luft lag. So wurde ein Popp-Kopfball gerade noch von der Linie gekratzt (53.), außerdem drohte permanent Harder mit ihrem dritten Tor. Ihr Linksschuss aus 22 Metern knallte spektakulär an den Pfosten (54.); wenig später kam die Dänin nach einem Querpass von rechts nur um Zentimeter zu spät (60.). Besonders in der Schlussphase geriet die Ehrmann-Elf noch einmal heftig unter Beschuss. Schon die eingewechselten Zsanett Jakabfi (78.) und Minde (88.) ließen unwiderstehliche Gelegenheiten aus; erst recht aber Popp, die nach einem von Wolter erwirkten Foulelfmeter vom Punkt an Friederike Abt scheiterte (89.). Etwas fahrlässig gegen Ende verpasste Grün-Weiß somit einen noch wesentlich klareren Erfolg. Über alle Maßen verdient war der 16. Sieg im 16. Pflichtspiel der Saison aber nichtsdestotrotz.

„Sehr hart erkämpft“

Stephan Lerch: Wir sind gar nicht gut reingekommen, mit den ersten 20 Minuten bin ich überhaupt nicht zufrieden. Es gab viele Abspielfehler und Ungenauigkeiten im Aufbauspiel. Langsam haben wir uns aber gefangen und es besser gelöst. Wir hatten noch eine gute Drangphase, sehr geholfen haben uns natürlich die beiden Tore kurz vor der Pause. In beiden Halbzeiten, das möchte ich hervorheben, haben wir außerdem sehr diszipliniert verteidigt. Nach dem Wechsel haben wir es dann souverän zu Ende gespielt. Wir hatten viel Ballbesitz und wollten noch nachlegen. Wenn man an den Pfostentreffer oder natürlich den Elfmeter denkt, dann hätte uns das durchaus gelingen können. 30 Punkte nach zehn Spielen – darüber freuen wir uns sehr. Heute war der Sieg aber sehr hart erkämpft.

VfL Wolfsburg: Schult – Peter, Fischer, Doorsoun, Maritz – Neto – Hansen (78. Minde), Popp, Harder (85. Masar), Wolter – Pajor (69. Jakabfi)

TSG Hoffenheim: Abt – Steinert (79. Linder), Bühler, Specht, Pankratz – Dongus – Waßmuth, Harsch, Lattwein (63. Hartig), Rall – Billa (85. Beuschlein)

Gelbe Karten: Peter / Lattwein, Pankratz

Tore: 1:0 Harder (28.), 1:1 Harsch (38.), 2:1 Harder (43.), 3:1 Pajor (45.)

Besonderes Vorkommnis: Popp verschießt Foulelfmeter (89., Pankratz an Wolter; gehalten)

Zuschauer: 1.334 am Sonntagnachmittag im AOK Stadion

Schiedsrichterin: Sandra Stolz (Pritzwalk)

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