SA .  9. 09. 2017
Männer

„Einen Moment nicht organisiert“

Die Stimmen der Trainer zum Spiel.

Auf der einen Seite Enttäuschung, auf der anderen Zufriedenheit: Mit entgegengesetzten Gemütszuständen erschienen die beiden Cheftrainer nach der Punkteteilung im Niedersachsenduell zur Pressekonferenz. Angesichts der zwischenzeitlichen eigenen Führung und einigen verpassten Chancen zur Entscheidung wurmten VfL-Chefcoach Andries Jonker die aufgrund einer defensiven Unaufmerksamkeit verlorenen Heimpunkte – umso mehr, weil er eine angesichts zahlreicher personeller Probleme eine „sehr ordentliche Mannschaftsleistung“ gesehen hatte. Gegenüber Andre Breitenreiter dagegen freute sich über die Moral seines Teams und die für einen Aufsteiger mehr als respektablen sieben Punkte nach drei Spielen.

Andre Breitenreiter: Gerade in der ersten Halbzeit war es ein Spiel, was unheimlich von Zweikämpfen geprägt war, ein Spiel von hoher Intensität mit vielen Eins-zu-Eins-Duellen, in das wir in den ersten 15 Minuten wirklich gut reingekommen sind und uns auch die eine oder andere Torchance erspielt haben. Danach haben wir etwas den Faden verloren, Wolfsburg wurde dominanter und hat uns vor Probleme gestellt. Die Fehlerquote im Passspiel war einfach zu hoch, wir waren nicht so griffig in den Zweikämpfen. In der Halbzeit habe ich dann an die eigene Stärke appelliert, wir wollten mutiger sein. Dann bekommen wir das 1:0 durch einen Standard, wo sich die Mauer etwas wegdreht, was natürlich nicht passieren darf. Nach dem Rückstand wollten wir uns offensiver ausrichten – auch durch die Wechsel. Das ist Gott sei Dank belohnt worden: Ihlas Bebou hat sich vor Martin Harniks etwas unkonventionellem Hackentor in einer Einzelaktion toll durchgesetzt, auch Kenan Karaman hatte noch eine gute Chance. Nichtsdestotrotz gab es auch Möglichkeiten, in Rückstand zu geraten. Letztendlich glaube ich daher, dass es ein gerechtes Remis ist. Wir als Aufsteiger sind natürlich glücklich, dass wir weiter ungeschlagen sind und nach drei Spieltagen mit sieben Punkten dastehen – und zufrieden nach Hause fahren.

Andries Jonker: Wir sind in dieser Woche vor viele Aufgaben gestellt worden. Wir brauchten 15 Minuten, bis die Mannschaft sich auf dem Platz gefunden hat. Danach haben wir die Initiative übernommen und waren in der Szene, in der Mario sich nach eigener Aussage selbst verletzt hat, ganz nah am 1:0. Mit Marios Aus wurden wir somit vor die nächste Herausforderung gestellt. In der zweiten Halbzeit haben wir da weitergemacht, wo wir in der ersten aufgehört haben. Wir hatten jetzt das Gefühl, das 1:0 erzielen zu können. Im Training legen wir viel Wert auf Standardsituationen, weshalb der Treffer keine Überraschung war. Ich habe mich sehr für Dida gefreut, dass er damit die guten Trainingsansätze auch im Spiel umgesetzt hat. Das war eigentlich das Momentum, um das Spiel zu entscheiden, Dida und auch noch andere Spieler hatten in dieser Phase weitere Chancen. Wenn er den Ball zum 2:0 reingeschoben hätte, wäre das Spiel entschieden gewesen. Hannover hat sich aber zurückgekämpft und ist mit einer Situation zurückgekommen, in der wir einen Moment nicht organisiert waren. Abgesehen davon war ich aber sehr zufrieden mit der Defensive. Nach dem 1:1 folgten einige schwierige Minuten – doch danach haben wir uns wiederaufgerichtet. Angesichts der Schwierigkeiten und Herausforderungen in dieser Woche haben wir eine sehr ordentliche Mannschaftsleistung abgerufen – so ordentlich, dass eigentlich drei Punkte möglich gewesen wären. Daher sind wir enttäuscht, dass wir das nicht geschafft haben.

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