Was bedeutet es dir persönlich, Deutschland bei einer Europameisterschaft vertreten zu dürfen?
Nelly: Das ist natürlich eine riesige Ehre. Ich glaube, viele Kinder träumen davon, irgendwann einmal ihr Land bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft vertreten zu dürfen. Dass ich diese Möglichkeit jetzt bekomme, ist etwas ganz Besonderes. Ich bin sehr stolz darauf und empfinde es als große Auszeichnung, das Deutschland-Trikot bei einem solchen Turnier tragen zu dürfen.
Wie habt ihr euch als Team in den vergangenen Monaten entwickelt?
Nelly: Wir haben uns in den vergangenen Monaten nicht nur fußballerisch, sondern auch persönlich enorm weiterentwickelt. Wir haben – auch voneinander – gelernt, wie wir am besten miteinander spielen und wie man gemeinsam mit Rückschlägen umgeht. Das mussten wir zuletzt erneut erleben, weil uns bei der Europameisterschaft leider zwei wichtige Spielerinnen fehlen werden. Aber auch solche Situationen bringen eine Mannschaft näher zusammen. Ich bin mir sicher, dass wir das gemeinsam gut auffangen und als Team noch enger zusammenwachsen werden.
Als Torhüterin bekleidest du eine Position mit viel Verantwortung. Wie gehst du bei einem Turnier mit diesem Druck um?
Nelly: Verantwortung trägt jede Spielerin auf ihrer Position. Als Torhüterin ist es natürlich noch etwas spezieller, weil die Fehlertoleranz geringer ist. Der Druck wird bei einem Turnier sicherlich da sein, aber das ist auch völlig normal. Ich finde sogar, dass Druck etwas Positives sein kann, weil er zeigt, dass einem etwas wichtig ist. Entscheidend ist, dass er nicht überhandnimmt. Für mich ist wichtig, dass die Vorfreude und der Spaß am Fußball immer erhalten bleiben. Deshalb versuche ich, die Momente zu genießen und mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen.
Gibt es etwas, worauf du dich bei einem internationalen Turnier besonders freust – vielleicht auch abseits des Platzes?
Nelly: Natürlich freue ich mich in erster Linie auf die Spiele. Aber auch abseits des Platzes gibt es bei solchen Turnieren viele besondere Erfahrungen. Ich finde es immer spannend, mit Spielerinnen aus anderen Nationen ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wie Fußball in ihren Ländern gelebt wird. Außerdem war ich bisher noch nie in Bosnien und Herzegowina. Auch wenn wir wahrscheinlich nicht allzu viel vom Land sehen werden, freue ich mich darauf, neue Eindrücke zu sammeln und etwas Neues kennenzulernen.
Welche Ziele hast du dir persönlich und ihr euch als Mannschaft für die EM gesetzt?
Nelly: Persönlich habe ich mir vorgenommen, das Turnier in vollen Zügen zu genießen und Erinnerungen schaffen, die noch lange bleiben. Es ist für unseren Jahrgang das letzte Juniorinnen-Turnier, und ich möchte alles mitnehmen, was möglich ist. Als Mannschaft wollen wir natürlich so weit kommen wie möglich. Unser Ziel ist es, bis zum Ende um die Medaillen mitzuspielen und im besten Fall sogar den Titel zu gewinnen.
Wenn du auf deine Zeit beim VfL Wolfsburg zurückblickst: Was nimmst du für die anstehende U19-Europameisterschaft – sportlich, aber auch persönlich – am meisten mit?
Nelly: Beim VfL habe ich unglaublich viel gelernt. Das betrifft nicht nur den sportlichen Bereich, sondern auch die persönliche Entwicklung. Hier wird einem vorgelebt, dass es wichtig ist, sich nicht nur als Spielerin, sondern auch als Mensch weiterzuentwickeln. Ich habe beim VfL meine ersten Schritte im Profifußball gemacht und professionelle Abläufe kennengelernt – auch große Spiele auf internationaler Ebene bei der UEFA Women's Champions League durfte ich miterleben. Diese Erfahrungen helfen mir bei der EM sicherlich weiter.