16.05.2019
Frauen

„Ein Tor ist keine Einzelleistung“

Ewa Pajor über ihre 24 Saisontore und die Auszeichnung als Torschützenkönigin.

24 Tore erzielte Ewa Pajor diese Bundesliga-Saison und damit mehr als jede Torschützenkönigin seit der Saison 2010/2011. Da kam nämlich die ehemalige Wölfin Conny Pohlers noch für den 1. FFC Frankfurt auf 25 Tore. Den Rekord stellte Ex-Nationalspielerin Inka Grings auf: Im Trikot des FCR Duisburg traf sie in der Saison 1999/2000 ganze 38 Mal. Pajor selbst hält 38 Tore aktuell jedoch für unmöglich. Heute reichen der Polin schon 24 Treffer, um die Torjägerinnen-Kanone zu Beginn der kommenden Saison in Empfang nehmen zu dürfen. Im Interview betont die 22-Jährige, dass Tore keine Einzelleistung sind und die Auszeichnung ihrer Meinung nach die gesamte Mannschaft verdient haben sollte.

Herzlichen Glückwunsch zur bevorstehenden Auszeichnung als Torschützenkönigin! Was bedeutet dir dieser Titel?

Ewa Pajor: Vielen Dank! Natürlich freue ich mich sehr darüber, aber ich denke grundsätzlich nicht an persönliche Auszeichnungen, sondern immer im Sinne der Mannschaft. Für mich waren die Meisterschaft und der Gewinn des DFB-Pokals viel wichtiger. Ein Tor ist keine Einzelleistung, sondern daran sind viele Spielerinnen beteiligt. Torschützenkönigin zu werden, ist zwar schön, aber kein Vergleich zu den gemeinsamen Titeln.

Blicken wir mal zurück: Wie hast du die Saison empfunden?

Pajor: Wir hatten insgesamt eine sehr starke Saison. 19 Siege sind fantastisch! Kurz vor und kurz nach der Winterpause hatten wir eine kleine Schwächephase mit den Unentschieden gegen Potsdam und Essen sowie letztlich der Niederlage in München. Danach haben wir uns schnell wieder gefangen, konstant unsere Leistung auf den Platz gebracht und am Ende auch verdient die Meisterschaft geholt.

Über die Saison hinaus hast du nicht nur deine eigene Bestmarke übertroffen, sondern in vier Spielen einen Dreierpack erzielt. Das ist doch sicherlich etwas Besonderes für dich, oder?

Pajor: Ja das stimmt, aber die Anzahl der Tore ist mir tatsächlich egal. Wichtig ist für mich, dass wir am Ende die drei Punkte holen. Nur darum geht es! Ein Tor ist immer etwas Besonderes, daher sind drei in einem Spiel natürlich umso schöner. Aber von Bedeutung ist, dass wir einen guten Fußball spielen und das haben wir in dieser Saison fast immer getan – sogar wenn es sehr schwere Spiele waren.

Warst du immer schon so torgefährlich, wie du es heute bist?

Pajor: Ich bin schon immer eine Stürmerin und arbeite stets daran, so gefährlich wie möglich zu sein. In Polen habe ich schon ein paar Tore geschossen, aber dort war es auch einfacher als in der Bundesliga. In Deutschland ist es und wird es immer schwieriger. Ich glaube auch nicht, dass die bisherige Rekordmarke von 38 Toren in der Frauen-Bundesliga noch geknackt wird. Dafür sind die Gegner inzwischen zu stark.

Du hast dieses Jahr ein entscheidendes Tor geschossen, nämlich den Siegtreffer im DFB-Pokalfinale gegen den SC Freiburg. Was war das für ein Gefühl, Matchwinnerin zu sein?

Pajor: Ehrlich gesagt, musste ich nach dem Pfostentreffer von Pernille nur noch den Fuß hinhalten. Daher war es nicht nur meine Leistung. Insgesamt ist es aber natürlich toll, dass dieses Tor uns den Sieg beschert hat und damit einen weiteren DFB-Pokal.

Nach der erfolgreichen Saison starten viele deiner Teamkolleginnen jetzt in die WM. Du bist mit Polen leider nicht dabei. Wem drückst du die Daumen?

Pajor: Tatsächlich keinem Land speziell, sondern all meinen Teamkolleginnen vom VfL – und die stammen nun mal aus vielen verschiedenen Ländern. Ich hoffe, dass es ein spannendes Turnier wird und wir damit auch insgesamt die Bekanntheit des Frauenfußballs etwas stärken können.

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