Konnte man anschließend erkennen, welche Teile der Bande du gestrichen hattest?
Hecking: Ja, die waren besonders gut. (lacht) Nein, im Ernst: Am Ende waren, glaube ich, alle sehr zufrieden mit dem, was wir an diesem Tag geschafft hatten. Wir haben damals schon gesagt, dass wir so etwas wiederholen sollten. Dass es den „Wir für euch“-Tag heute noch immer gibt, finde ich eine sehr schöne Sache – für uns, aber natürlich vor allem für die Menschen und Einrichtungen, die wir unterstützen.
Wir haben im Archiv auch ein Bild von Luiz Gustavo im Bagger gefunden. Welche Erinnerungen weckt das?
Hecking: (lacht) Luiz haben wir damals sofort für den Bagger begeistern können. Er ist in seiner Rolle richtig aufgeblüht. Wir alle hatten viel Spaß. Genau darum geht es auch: Die Jungs und Mädels sollen erkennen, dass es noch andere Dinge als Fußball gibt. Das hat man jetzt auch beim „Wir für uns“-Tag der Akademie gesehen, bei dem unter anderem Unkraut gejätet und kleinere Arbeiten auf dem Gelände erledigt wurden. Eine tolle Idee aus der Belegschaft. Die Jungs waren mit Feuer und Flamme dabei und haben gemerkt, dass man gemeinsam sehr viel gestalten und bewirken kann.
Wie wichtig ist es, durch solche Aktionen auch mal aus der Fußballblase herauszukommen?
Hecking: Ich glaube, das ist ein Tag, der uns erdet und uns allen guttut. Da merkt man schnell, dass wir wirklich auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Natürlich kann man an einem einzelnen Tag nicht die Welt verändern. Aber es ist ein guter Anfang.
In diesem Jahr gab es eine Rekordzahl an Bewerbungen. Wie schwer war es, daraus die 13 Projekte für den „Wir für euch“-Tag auszuwählen?
Hecking: Dass der Tag einmal diese Größenordnung erreichen würde, hätte ich bei der ersten Auflage nicht gedacht. Ich war diesmal Teil des Auswahlverfahrens, und da waren wirklich viele tolle Geschichten dabei. Wir saßen da und haben uns gefragt: Was machen wir jetzt? Eigentlich hätte man jedes Projekt unterstützen wollen. Aber dafür reichen unsere Kapazitäten natürlich nicht aus. Ich glaube, dass wir mit dieser Auswahl in der Region wirklich sichtbar Gutes schaffen können. Gleichzeitig kommen wir mit den Menschen in den Austausch, und sie erleben die Spielerinnen und Spieler nicht nur im Fernsehen oder in der Zeitung, sondern direkt vor Ort. Auch das macht diesen Tag besonders.
Weißt du schon, bei welchem Projekt du in diesem Jahr mitarbeiten wirst?
Hecking: Ich bin bei „Die Plantage – Raum zum Wachsen“ dabei. Meine Frau war auf einem Kongress des Niedersächsischen Turnerbundes und hat dort die Ansprechpartnerin des Projekts kennengelernt. Sie hat mir anschließend erzählt, dass das eine tolle Sache sei, die man unbedingt unterstützen müsse. Dass ich ausgerechnet dort eingeteilt wurde, ist natürlich ein schöner Zufall. (lacht)
Was kann so ein einzelner Tag bei den Einrichtungen und den Menschen vor Ort bewirken?
Hecking: Viele Verantwortliche in den Einrichtungen wissen, dass sie bestimmte Dinge allein gar nicht schaffen können – weil Mitarbeitende fehlen oder die finanziellen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Mit einem Besuch werden wir nicht alle Probleme lösen. Aber wenn wir daran festhalten und das jedes Jahr wieder machen, können wir nachhaltig etwas bewegen. Und auch für die Menschen vor Ort ist so ein Besuch etwas Besonderes. Der bleibt in Erinnerung, da bin ich sicher.
Hast du vergleichbare Aktionen in deiner Laufbahn auch bei anderen Vereinen erlebt?
Hecking: Natürlich gibt es Fanclub-Treffen oder Weihnachtsfeiern, zu denen Spieler und Trainer fahren. Aber einen Tag wie diesen, an dem man gemeinsam in der Region unterwegs ist und vor Ort wirklich mit anpackt, habe ich bei anderen Vereinen so wahrscheinlich noch nie erlebt. Deshalb bin ich gespannt, was uns diesmal erwartet.
Und was kann dieser Tag mit dem VfL machen?
Hecking: Wenn Mitarbeitende gemeinsam mit den Fußballerinnen und Fußballern an einer Aufgabe arbeiten, ist das auch eine Form von Teambuilding. Wir frühstücken gemeinsam, fahren anschließend zu unseren Projekten und treffen uns am Ende wieder. Dann hat jeder etwas erlebt und seine eigene Geschichte zu erzählen. Ich glaube, dass uns so ein Tag noch einmal ein Stück näher zusammenbringen kann.
Von welcher Spielerin oder welchem Spieler erwartest du handwerklich am meisten?
Hecking: Das kann ich schwer einschätzen, dafür bin ich noch nicht lange genug wieder hier. Deshalb möchte ich weder bei den Frauen noch bei den Männern einen Tipp abgeben. Aber ich bin sicher, dass alle motiviert sein werden, vor Ort mit anzupacken und sich handwerklich zu beweisen.
Maximilian Arnold war schon mit dir bei der ersten Auflage dabei. Ihn solltest du doch einschätzen können …
Hecking: Ich weiß tatsächlich nicht mehr, was er damals gemacht hat oder wo seine handwerklichen Stärken liegen. Aber ich schätze ihn da eher so ein wie mich. (lacht)
Wann würdest du sagen: Genau deshalb hat sich dieser „Wir für euch“-Tag gelohnt?
Hecking: Wenn wir am Ende die Rückmeldung bekommen, dass wir den Einrichtungen mit unserer Arbeit wirklich helfen konnten. Und wenn der Tag gleichzeitig auch bei uns etwas auslöst. Für den VfL ist dieses Gemeinschaftsgefühl wichtig: dass wir zusammenstehen – Mitarbeitende, Männer, Frauen und Akademie – und zeigen, dass auf uns Verlass ist. Wenn uns beides gelingt, dann haben wir an diesem Tag viel Gutes getan.