Das Transferfenster ist geschlossen, der Kader für die Saison 2025/2026 steht. Im Interview zieht Sportdirektor Sebastian Schindzielorz Bilanz zur abgelaufenen Transferperiode, spricht über die veränderten Marktbedingungen und den Abgang von David Odogu.
Sebastian Schindzielorz, zum Abschluss der Transferperiode gab es noch einmal ordentlich Bewegung im Kader. Wie zufrieden sind Sie mit den personellen Veränderungen?
Sebastian Schindzielorz: Vor einer Transferphase setzen wir uns klare sportliche und strategische Ziele. Für uns war diesmal entscheidend, die Kadergröße deutlich zu reduzieren. Damit haben wir bereits im vergangenen Winter begonnen und den Prozess nun weiter forciert. Seit Januar haben insgesamt 24 Spieler den Verein verlassen, auf der anderen Seite konnten wir sieben Neuzugänge verpflichten. Mit Vinicius Souza und Jesper Lindström haben wir zwei Spieler geholt, die bereits international erfolgreich waren. Dazu kommen Aaron Zehnter, Jakub Zielinski, Adam Daghim, Jenson Seelt und Sael Kumbedi – Jungs mit großem Entwicklungspotenzial, die aber auch kurzfristig schon Impulse setzen können. Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis der Transferperiode sehr zufrieden.
Viele Leistungsträger standen in den vergangenen Wochen im Fokus anderer Klubs. Wie wichtig war es, diese Spieler zu halten?
Schindzielorz: Natürlich ist es immer ein Ziel, die tragenden Säulen im Team zu halten. Gerade in den Sommermonaten gibt es viele Gerüchte, und so wurden zahlreiche unserer Spieler mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht – von Kamil Grabara und Konstantinos Koulierakis über Patrick Wimmer bis hin zu Jonas Wind oder Mohammed Amoura. Am Ende haben wir sie alle gehalten – ein sehr positives Signal, das uns mit viel Zuversicht auf die weitere Saison blicken lässt.
Wie haben Sie das Transfergeschehen in den europäischen Ligen insgesamt wahrgenommen?
Schindzielorz: Es zeichnet sich schon eine gewisse Veränderung ab – vor allem, was die Summen im Markt betrifft. Man merkt, dass viele Klubs über enorme wirtschaftliche Möglichkeiten verfügen und Transfers dadurch auf einem anderen Niveau bewerten als noch vor einigen Jahren. Das spiegelt auch die generelle Entwicklung im Fußball wider: immer mehr Investoren, vermehrt Multi-Club-Ownerships und insgesamt deutlich mehr Geld im Umlauf. All das spürt man in den täglichen Gesprächen auf dem Transfermarkt sehr deutlich.
Wie stehen Sie dazu, dass das Transferfenster erst nach dem Saisonstart in der Bundesliga schließt?
Schindzielorz: Ich bin kein großer Freund davon. Aus sportlicher Sicht wäre es deutlich sinnvoller, das Transferfenster vor dem ersten Spieltag zu schließen. Wir haben eine sechswöchige Vorbereitung, in der Trainer Inhalte vermitteln, Abläufe einstudieren und eine Gruppendynamik entwickeln. Wenn nach zwei oder drei Spieltagen theoretisch noch der halbe Kader wechseln kann, ist das nicht zielführend. Wichtig ist aber, dass man eine potenzielle Anpassung nur gemeinsam mit den anderen großen Ligen vornimmt, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Am Ende würden wir uns alle einen Gefallen tun, wenn das Transferfenster geschlossen wäre, bevor die Saison beginnt.



