Im Interview: Akademie-Direktor Michael Gentner blickt auf Profidebüts, das Pokalfinale der U19 und einen Winter voller Veränderungen zurück.
Hinter der VfL-Akademie liegen ereignisreiche Monate. Von besonderen Spielen auf dem Platz bis hin zu wichtigen Weichenstellungen abseits des Rasens gab es in der vergangenen Saison viele prägende Momente. Direktor Michael Gentner zieht Bilanz und spricht über die Entwicklung der Jungwölfe.
Michael, mit welchem Gefühl blickst du auf die vergangenen Monate zurück?
Michael Gentner: Die Situation rund um die Lizenzspielermannschaft beschäftigt uns natürlich alle. Der Abstieg tut sehr weh und wird sicherlich noch etwas Zeit brauchen, um verarbeitet zu werden. Wenn man die Saison im Nachwuchsbereich aber isoliert betrachtet, können wir insgesamt ein sehr positives Fazit ziehen.
Welche sportlichen Momente sind dir in Erinnerung geblieben?
Gentner: Unser Ziel ist es, Spieler und Mitarbeiter so zu entwickeln, dass sie bereit für den Profibereich sind. Deshalb waren die Bundesliga-Debüts von Jan Bürger und Pharell Hensel ganz besondere Momente. Dazu kamen weitere Kadernominierungen und Trainingseinsätze von Spielern wie Trevor Benedict, Bruno Katz oder Till Neininger, der kürzlich auch seinen ersten Profivertrag unterschrieben hat. Mit Athletiktrainer Fabian Klotz hat zudem ein weiterer Mitarbeiter vor der Saison den Sprung in die Lizenzspielerabteilung geschafft. Solche Entwicklungen machen uns als Akademie stolz, weil sie zeigen, dass unser Weg der richtige ist.
Eine besondere Herausforderung gab es dann rund um den Jahreswechsel. Wie hast du die Phase erlebt, als Daniel Bauer gemeinsam mit Tobias Holm und Julian Klamt zu den Profis aufgestiegen ist?
Gentner: Die Winterpause war für uns tatsächlich sehr intensiv. Kurz vor Weihnachten stand fest, dass sie dauerhaft die Verantwortung bei den Profis übernehmen. Für uns bedeutete das, innerhalb kurzer Zeit viele personelle Entscheidungen bei der U19, U17 und U16 zu treffen. Als im Januar schließlich alles geregelt war, hat sich diese Winterpause fast wie ein großer Umbruch im Sommer angefühlt. Umso erfreulicher war es, dass alle Beteiligten die Situation professionell angenommen und mitgetragen haben.
Gentner: Einen sehr hohen. Natürlich steht zunächst die Mannschaft im Mittelpunkt, die über die gesamte Saison hinweg herausragende Leistungen gezeigt hat. Gleichzeitig war die Finalteilnahme aber auch ein Erfolg der gesamten Akademie. Viele der Spieler werden seit Jahren von unterschiedlichsten Mitarbeitern begleitet und gefördert – sei es durch Trainer, Pädagogen, Physiotherapeuten, Zeugwarte oder viele weitere Kollegen. Deshalb war dieses Finale für uns alle etwas Besonderes. Das Wochenende in Potsdam und Berlin wird vielen von uns noch lange in Erinnerung bleiben. Auch wenn unmittelbar nach dem Spiel die Enttäuschung über die Niederlage überwogen hat, können und dürfen wir stolz auf den Weg sein, den wir gemeinsam gegangen sind.
In der DFB-Nachwuchsliga war für die U19 und die U17 bereits im Achtelfinale Schluss. Wie fällt dein Fazit aus?
Gentner: Natürlich hatten wir uns in beiden Altersklassen mehr erhofft. Gerade bei der U19 war die Enttäuschung groß, nachdem sie eine außergewöhnlich starke Rückrunde gespielt hatte. Bei der U17 hat es nach dem großen Umbruch etwas Zeit gebraucht, bis die Abläufe und Automatismen gegriffen haben. Im Verlauf der Rückrunde hat die Mannschaft jedoch eine sehr positive Entwicklung genommen und sich verdient für die Endrunde qualifiziert. Deshalb sollten wir die Saison nicht auf ein einzelnes Spiel reduzieren. Insgesamt haben beide Teams über viele Monate hinweg starke Leistungen gezeigt.
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Nun haben wir bereits über die A- und B-Junioren gesprochen. Wie lief die Saison bei den jüngeren Teams?
Gentner:Die U15 hat ihren Titel verteidigt, die U16 wurde mit großem Vorsprung Staffelmeister. Besonders erfreulich war dabei die Art und Weise, wie die Teams aufgetreten sind. Auch die jüngeren Jahrgänge haben bei Turnieren starke Leistungen gezeigt, zahlreiche Einzelauszeichnungen erhalten und Turniersiege gefeiert. Noch wichtiger waren für uns aber die persönlichen und fußballerischen Entwicklungsschritte. Gerade in diesen Altersklassen steht die Ausbildung klar im Vordergrund.
Wir sind davon überzeugt, dass wir wieder sehr starke Teams an den Start bringen werden.
Michael Gentner
Nun richtet sich der Blick so langsam auf die kommende Saison. Wie weit seid ihr mit den Planungen?
Gentner: Sehr weit. Im Nachwuchsfußball werden viele Entscheidungen deutlich früher getroffen als im Profibereich. Ein Großteil unserer Kader- und Personalplanung steht bereits seit mehreren Monaten. In der Vorbereitung können wir uns deshalb voll darauf konzentrieren, neue Spieler und Mitarbeiter zu integrieren und die Grundlagen für die kommende Saison zu schaffen. Wir sind davon überzeugt, dass wir wieder sehr starke Teams an den Start bringen werden.
Mit welchen Zielen geht die VfL-Akademie in die Spielzeit 2026/2027?
Gentner: Unsere Aufgabe bleibt dieselbe: Wir wollen die nächste Generation bestmöglich auf den Profifußball vorbereiten. Dafür müssen wir die Spieler fußballerisch, athletisch und persönlich weiterentwickeln. Im Idealfall machen sie den Profis im Training Druck und dem Trainer die Entscheidung für die Aufstellung so schwer wie möglich. Wenn uns das gelingt, haben wir unseren Auftrag erfüllt.