Männer

Doppelte Nervenprobe

Rückblick auf die Relegationserfahrungen der Wölfe 2017 und 2018.

Robin Knoche, Vieirinha, Mario Gomez – jeden für sich verbindet man auch mit ganz anderen grün-weißen Phasen und Momenten. Doch sind diese Ex-Wölfe auch markante Gesichter zweier intensiver Erfahrungen, die in Wolfsburg unvergessen sind und an die man speziell in diesen Tagen häufig zurückdenkt. Denn schon vor neun Saisons sowie direkt wieder im Jahr danach hat Grün-Weiß bekanntlich nachsitzen müssen. Dass die VfL-Pflichtspielsaison nun zum dritten Mal erst an einem Montagabend enden wird, zeugt somit einerseits wie damals von einer enttäuschenden Spielzeit. Andererseits liegt darin erneut die große Chance, eine schwierige Phase der Klubgeschichte mit geschlossenen Reihen zu überstehen, um anschließend neuen Anlauf zu nehmen.

Schon damals ein Kellerkrimi in Hamburg

Heftige Ausschläge, daran hat man sich gewöhnt, waren immer schon ein Wolfsburger Merkmal. So hat der VfL zwischen Platz 1 und 16 in aktuell 29 Bundesligajahren schon fast alle Positionen der Abschlusstabelle belegt. Teilweise ging es dabei recht ruckartig zu. Wie etwa 2017: Keine zwei Jahre nach dem Pokalsieg und gut ein Jahr nach der Champions-League-Gala gegen Real Madrid geriet Grün-Weiß ins Straucheln, wechselte zweimal den Trainer und hatte mit einem Auswärtsspiel beim HSV am 34. Spieltag ebenfalls einen wahren Showdown. Der spätere Wolf Luca Waldschmidt war es, der durch sein spätes Tor zum 2:1-Sieg für die Hanseaten traf – und den VfL damit in die Relegation bugsierte. Im Nachbarschaftsduell mit Eintracht Braunschweig ging es dort also ans Eingemachte. Doch die von Andries Jonker betreuten Wölfe wussten zu beißen, behielten in zwei heißblütigen Derbys durch Treffer von Mario Gomez (Handelfmeter) und Vieirinha (Traumtor in den Winkel!) jeweils mit 1:0 die Oberhand – und blieben drin.

Alle vier Relegations-Duelle gewonnen

Wohl die Wenigsten hätten erwartet, dass sich dieser Nervenkitzel in der Folgesaison direkt wiederholen würde. Aber auch 2017/2018 taten die Grün-Weißen sich dauerhaft schwer. Auf Jonker folgte Martin Schmidt, dem wiederum nach fünf Monaten Bruno Labbadia ins Amt folgte. Vor dem 34. Spieltag waren sogar drei Saisonausgänge möglich: Mit einem 4:1-Ausrufezeichen gegen den 1. FC Köln bekam der VfL seine Hausaufgaben in diesem Fall erledigt und blieb damit auf jenem 16. Rang, von dem man auch ins Saisonfinale gestartet war. So folgten wieder zwei Nordduelle in der Relegation, diesmal gegen die Kieler Störche. Und wieder bewiesen die Grün-Weißen Schneid. Divock Origi, Josip Brekalo und Yunus Malli besorgten die VfL-Treffer zum 3:1-Hinspielerfolg. Ehe der eingangs erwähnte Knoche als einziger Schütze im zweiten Vergleich das Erstligaticket endgültig sicherte. Anschließend brachen wieder bessere Zeiten an.