01.04.2019
Frauen

Die Wölfinnen beißen zurück

Nervenstarke VfL-Frauen erobern den Campus und lösen das Final-Ticket.

23 ungeschlagene Partien im DFB-Pokal lagen hinter den Frauen des VfL Wolfsburg – und nicht wenige Experten prophezeiten im Vorfeld des Halbfinals beim FC Bayern München ein Ende dieser Serie. Was sprach nicht alles gegen den fünfmaligen Cup-Gewinner: Die mentale Verfassung nach dem Champions-League-Aus gegen Olympique Lyon, die daraus resultierende Drucksituation, vier Tage später womöglich den nächsten Titel abhaken zu müssen, die nicht immer überzeugenden Leistungen im Jahr 2019 mit der 2:4-Liga-Niederlage bei den Bayern-Frauen Mitte Februar. Auf der anderen Seite gab’s zahlreiche Argumente für einen Erfolg des letztjährigen Endspielgegners von der Isar: 20 Pflichtspiel-Siege in Folge, der Rückenwind nach dem erstmaligen Einzug in ein Champions-League-Halbfinale, der Heimvorteil am Campus, wo die VfL-Frauen in zwei Punktspielen bislang noch keinen einzigen Zähler realisieren konnten. Nach 90 Minuten waren alle Vorzeichen Makulatur: Zum zweiten Mal nach dem 6:0 in der Bundesliga-Hinrunde zeigten die VfL-Frauen ihrem ärgsten nationalen Konkurrenten die Grenzen auf. Der souveräne Auswärtssieg in München hätte sogar noch höher ausfallen können. Das Signal ist deutlich: Die von vielen bereits abgeschriebenen Wölfinnen haben zurückgebissen!

In positive Energie umgesetzt

Derart ausgelassen hat man die Spielerinnen des VfL Wolfsburg in dieser Saison noch nicht erlebt: Almuth Schult und Alexandra Popp stimmten vor dem Gästeblock die „Humba“ an, das gesamte Team feierte mit den mitgereisten Fans. Hier entlud sich die Anspannung, die nach dem verlorenen UWCL-Viertelfinal-Rückspiel gegen Lyon spürbar und nicht mehr wegzudiskutieren war. Selbst VfL-Cheftrainer Stephan Lerch sprach im Rückblick von einer „Drucksituation“, die sein Team in positive Energie umgesetzt habe. Partystimmung herrschte auch noch auf der Rückfahrt im VfL-Teambus, wenn auch in dezimierter Besetzung: Viele Nationalspielerinnen flogen bereits von München zu ihren Auswahlteams. Danach stehen die letzten sechs Saisonspiele auf dem Programm, wobei die Ausgangsposition aus grün-weißer Sicht denkbar einfach ist: Mit sechs Siegen dürfte der aktuelle auch der künftige Double-Gewinner sein, wobei in der Liga – zumindest theoretisch – noch das Torverhältnis zu berücksichtigen ist.

Hier einige Fakten rund um den Einzug der VfL-Frauen ins DFB-Pokalfinale:

  • Einen höheren Halbfinal-Sieg gab’s zuletzt vor sechs Jahren – und auch daran war der VfL beteiligt: Am 3. März 2013 setzten sich die Wölfinnen mit 5:0 in Freiburg durch.
     
  • Die Wölfinnen haben sich erstmals ohne Gegentor für das Endspiel qualifiziert: 28:0 lautet das Torverhältnis nach vier K.o.-Runden.
     
  • Mit fünf Siegen bei sechs Final-Teilnahmen verfügt der VfL über die beste Quote aller bisherigen Cup-Gewinner. Die einzige Niederlage liegt bereits 35 Jahre zurück: Der in den Statistiken als Vorgängerverein gelistete VfR Eintracht Wolfsburg unterlag 1984 mit 0:2 gegen die SSG Bergisch Gladbach.
     
  • Mit einem erneuten Sieg in Köln würde der VfL Wolfsburg an Nummer zwei der ewigen Bestenliste vorrücken – nur der 1. FFC Frankfurt mit seinen neun DFB-Pokalerfolgen ist (noch) nicht von der Spitze zu verdrängen.
     
  • Gutes Omen? Schon einmal fand ein DFB-Pokalfinale an einem 1. Mai um 17.15 Uhr statt: 2015 holte sich der VfL Wolfsburg mit einem 3:0 gegen den 1. FFC Turbine Potsdam zum zweiten Mal den Pokal. Auch diesmal wird am Mai-Feiertag um 17.15 Uhr angepfiffen.

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