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„Die Vorfreude ist unfassbar groß“

Im Interview: Cheftrainer Tobias Strobl beantwortet die Fragen der Fans.

Wie waren die ersten Wochen in Wolfsburg? Wer ist der größte Spaßvogel im Team? Und wie steht der Chefcoach zur Rückkehr des Zinnenwappens? Über Instagram konnten VfL-Fans Cheftrainer Tobias Strobl sportliche sowie persönliche Fragen stellen. Im exklusiven Interview spricht er über seinen Weg als Trainer, die Geschichte hinter seinen Tattoos – und beantwortet Fragen der Fans, die bislang noch unbeantwortet blieben. 

Tobias Strobl, wie wirst du lieber genannt: Tobi oder Tobias?

Tobias Strobl: Tobi.

Was war dein erstes Tattoo?

Strobl: Ein Engel - auf meinem Rücken.

Und dein letztes?

Strobl: Das letzte Tattoo ist noch gar nicht so lange her, nur ein paar Wochen: das Porträt meiner älteren Tochter.

Ist das auch dein persönlich wichtigstes Tattoo?

Strobl: Ich würde zwei herausheben: Das ist zum einen das Porträt meiner Mutter, das genau neben dem Porträt meiner Tochter Platz gefunden hat. In zwei oder drei Jahren kommt dann noch das Porträt meiner zweiten Tochter hinzu. Diese drei haben dann schon ein Alleinstellungsmerkmal an meinem Körper, weil sie mir am meisten bedeuten.

Wer ist dein bester Padel-Partner?

Strobl: Mirko Leesemann, der Teammanager vom SC Verl. Mit ihm habe ich schon einige Schlachten geschlagen. Oft sahen wir gut aus, manchmal auch nicht so gut – aber wir hatten immer Spaß. 

Nun bist du seit gut zwei Monaten in Wolfsburg. Was hast du dort bisher gesehen?

Strobl: Das VfL-Center und die Leute dort natürlich, das Hotel, in dem ich noch untergebracht bin, die Autostadt, das Outlet und die Stadtmitte – also schon so einiges.

Wie zufrieden bist du mit der Vorbereitung?

Strobl: Uns war klar, dass im Kader noch das eine oder andere passieren wird. Für mich war es wichtig, mit den Jungs so umzugehen, wie sie es verdienen – und dass sie auch mit der Gruppe so umgehen, wie es die Gruppe verdient. Ich glaube, dass wir es bis zum heutigen Tag gut hinbekommen haben, eine neue Energie reinzubringen. Dadurch entfaltet sich eine neue Gruppendynamik, und die Ansätze einer neuen Spielidee sind bereits zu erkennen.

Wer ist der größte Spaßvogel im Team?

Strobl: (lacht) Ich bin noch nicht so lange da, aber man lernt die Spieler jeden Tag ein bisschen besser kennen. Derzeit sehe ich auf dieser Position Sael (Kumbedi, Anm. d. Red.) weit vorne. Cleiton ist aber auch jemand, der den einen oder anderen zum Lachen bringt.

Wie wichtig sind Daten- und Videoanalysen im heutigen Fußball?

Strobl: Daten geben uns eine Richtlinie, bei der wir uns rückversichern können. Wie hoch waren die Werte Wie hoch war der Ballbesitz? Wie zielstrebig waren wir in den Ballbesitzphasen? Du hast wichtige KPIs, die wir auch hier nutzen. Die Videoanalyse ist gerade für die Jungs wichtig, um zu erkennen, was wir beim Anschauen der Bilder fühlen. Die Jungs verstehen uns – aber auch wir sie – besser, wo wir schlussendlich mit unserer Spielidee hinwollen.

Wie würdest du deinen Fußball in drei Worten beschreiben?

Strobl: Intensiv. Zielstrebig. Mutig.

Wie kam der Wechsel von deiner Funktion als Spieler zum Trainer?

Strobl: Am Ende des Tages hat es für die Spielerkarriere nicht mehr gereicht. Rückblickend ist es eine witzige Anekdote: In war nachts in der Stadtmitte unterwegs und bin zu meinem Auto gegangen. Dort habe ich einen alten Bekannten getroffen, der ein bisschen einen über den Durst getrunken hatte. Ich selbst hatte nichts getrunken. Er hat mich daraufhin salopp gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könne, in Pipinsried Spielertrainer zu werden, da sie zu dieser Zeit jemanden gesucht haben. Weil ich dachte, dass er es am nächsten Tag wieder vergessen hat, habe ich „Ja“ gesagt. Am nächsten Tag kam der Anruf vom Präsidenten. Dann kam das eine zum anderen, und ich war plötzlich in der Rolle als Spielertrainer. Das hat mir Spaß gemacht, man hat den einen oder anderen Erfolg gehabt – und heute bin ich hier.

Was hat für deinen Wechsel nach Wolfsburg gesprochen?

Strobl: Der Verein, die Liga, aber vor allem die Möglichkeit, den VfL Wolfsburg trainieren zu dürfen. Diese Historie, die Infrastruktur, aber auch die Power, die dieser Verein hat. Hinzu kamen die Gespräche mit Pirmin und Dieter, in denen man gemerkt hat, dass man auf Augenhöhe ist und in dieselbe Richtung will. Es waren viele Facetten, die den Wechsel für mich abgerundet haben. Die Freude war daher groß, als das „Go“ kam. Es ist das Rund-um-Paket beim VfL, das mir sehr gut gefällt.

Wie stehst du zur Rückkehr des Zinnenwappens?

Strobl: Es ist ein riesiges Kompliment an die Fans, dass man sich darüber Gedanken macht, woher die Wurzeln kommen und diese nicht vergisst. Und auch, dass der Verein das möglich gemacht hat. Das zeigt den Schulterschluss zwischen Verein und Fans. Deswegen freue ich mich für alle, denen dieses Thema wichtig ist. Und mir persönlich gefällt das Wappen besser als das alte Logo.

Was ist der größte Unterschied zwischen der zweiten und der dritten Liga?

Strobl: Das wird man am Ende des Tages spüren. In der Physis und bei den Matchplänen gibt es Unterschiede. Es ist kein statischer Matchplan, sondern es passiert in den 90 bis 96 Minuten sehr viel. darauf musst du dich immer wieder einstellen. Die gegnerische Bank nimmt Einfluss, aber auch allgemein die Stadionatmosphäre. Die Spieldynamik auf den Zuschauerrängen ist einer der größten Unterschiede.

Auf welchen Gegner freust du dich besonders?

Strobl: Auf alle. Ich weiß das insgesamt sehr zu schätzen, wie bereits vor einem Jahr, als ich in die dritte Liga kommen durfte. Jedes Spiel war etwas Besonderes, weil es immer mein Traum war, im Profifußball anzukommen. Jetzt ging es nach einem Jahr in die zweite Liga, und ich denke, dass auch jetzt jedes Spiel etwas Besonderes wird. Ich freue mich auf die Heimspiele, egal gegen welchen Gegner. Auch auf die Stadien auswärts, von denen ich allerdings keines herausheben möchte. Ich freue auf viele Traditionsmannschaften, gute Stimmung und viele bekannte Gesichter.

Heimspiele oder Auswärtsspiele?

Strobl: Heimspiele! Ich trainiere mit der Mannschaft jeden Tag vor dem Stadion. Daher ist das schon etwas sehr Besonderes. Bisher habe ich das Stadion noch nicht am Spieltag erlebt. Ich habe Spiele gesehen, in denen es voll war, und freue mich auf diese Stimmung und auf das erste Spiel um 20.30 Uhr gegen Kaiserslautern. Die Vorfreude ist unfassbar groß!

Gibt es einen Moment, auf den du dich ganz besonders freust?

Strobl: Wenn wir aus der Kabine kommen und die Hymne läuft: Das alles aufzusaugen, aber auch das erste Mal auf die Tribüne zu schauen und meine Familie dort zu sehen. Der Moment, wenn man die Katakomben verlässt, das volle Stadion wahrnimmt und das Knistern spürt - das wird etwas Besonderes sein.

Am Freitag steht aber erst einmal noch unser Testspiel gegen Olympique Lyon in Bamberg an. Wie ist es für dich, wieder in Bayern zu sein?

Strobl: Es ist cool, dass es in Bayern stattfindet Da wird der eine oder andere kommen, den ich kenne – darauf freue ich mich natürlich auch. Ich bin gespannt auf den Gegner. Ich denke, das ist noch einmal eine andere Hausnummer. Da wird das eine oder andere offengelegt, was für unsere Entwicklung wichtig ist. Deswegen freue ich mich umso mehr auf das Spiel.