Lovro Majer über die besondere Bedeutung seiner neuen Rückennummer und den Neustart nach einer schwierigen Saison.
Der Countdown läuft, bald rollt der Ball endlich wieder in der Bundesliga! Vor dem Auftakt beim 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr, live bei Sky und DAZN) spricht Lovro Majer im Interview über seinen Neustart nach einer schwierigen Saison, die besondere Bedeutung der Rückennummer 10, Parallelen zu Luka Modric und seine Erwartungen an die kommende Spielzeit.
Lovro, du gehst in deine dritte Bundesliga-Saison mit dem VfL. Mit welchen Gefühlen blickst du auf den Start?
Lovro Majer: Ich bin motiviert, hungrig und einfach glücklich. Mir geht’s richtig gut, und ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Nach dem gelungenen Pokalauftakt freue ich mich jetzt riesig auf die Bundesliga. Ich bin überzeugt: Wir haben das Potenzial, als Mannschaft eine richtig starke Saison zu spielen – und dafür werde ich alles geben.
Die vergangene Spielzeit war für dich von Verletzungen geprägt, du hast nur etwas mehr als 300 Bundesliga-Minuten gesammelt. War das die schwierigste Phase deiner Karriere?
Lovro: Eine große Herausforderung war es auf jeden Fall, aber vielleicht nicht die härteste Phase. Als junger Spieler hatte ich in Kroatien schon einmal eine schwere Sprunggelenksverletzung und musste operiert werden – das war mindestens genauso heftig. Solche Rückschläge tun weh, bringen dich aber auch voran. Man lernt, den Fußball mit anderen Augen zu sehen, wird mental stärker. Am Ende machen dich diese Erfahrungen zu einem besseren Spieler.
Ist jetzt die Zeit gekommen, etwas zu beweisen?
Lovro: Absolut. Seit ich hier bin, waren wir nicht so erfolgreich, wie wir es uns vorgenommen hatten. Aber die Voraussetzungen stimmen: Wir haben ein starkes Team, top Bedingungen, einen sehr guten Trainer und Staff. Deshalb denke ich: Dieses Jahr könnte unser Jahr werden.
Schon als Kind habe ich diese Nummer geliebt: Mein erstes Trikot war von Ronaldinho, und auch bei Lokomotiva und Dinamo Zagreb habe ich die 10 getragen. Sie gibt mir das Gefühl, ganz ich selbst zu sein. Die 10 ist im Fußball etwas Besonderes, sie steht für große Spielmacher.
Lovro MajerIm ersten Pflichtspiel gegen Hemelingen bist du mit einem Tor und zwei Vorlagen gleich stark gestartet. Was dürfen die Fans von dir erwarten?
Lovro: Mein Ziel ist klar: Ich will weiter Tore und Assists liefern, um der Mannschaft zu helfen. Aber am Ende zählt vor allem, dass wir als Team unser Spiel auf den Platz bringen und so viele Partien wie möglich gewinnen.
In der Sommerpause hast du deine Rückennummer getauscht. Du stehst vor deinem ersten Auftritt in der Bundesliga mit der 10 auf dem Rücken. Wie hast du sie bekommen und was bedeutet sie dir?
Lovro: Als klar war, dass Lukas (Nmecha) nach Leeds wechselt, habe ich sofort gefragt, ob ich die 10 haben kann – und ich habe sie bekommen. Das bedeutet mir enorm viel. Schon als Kind habe ich diese Nummer geliebt: Mein erstes Trikot war von Ronaldinho, und auch bei Lokomotiva und Dinamo Zagreb habe ich die 10 getragen. Sie gibt mir das Gefühl, ganz ich selbst zu sein. Die 10 ist im Fußball etwas Besonderes, sie steht für große Spielmacher. Es macht mich stolz, diese Nummer jetzt in Wolfsburg zu tragen – und ich will zeigen, dass ich ihr gerecht werden kann.
Siehst du dich selbst als klassischen Spielmacher?
Lovro: Ja, aber nicht nur. Natürlich will ich das Spiel lenken und Chancen vorbereiten. Aber genauso wichtig ist es mir, selbst Tore zu erzielen. Am Ende geht’s darum, die Mannschaft besser zu machen. Und das funktioniert am besten, wenn ich meine Freiheiten auf dem Platz habe. Diese gibt mir unser Trainer, und genau deshalb macht momentan jedes Training und jedes Spiel so viel Spaß.
Lukas hat vor einigen Tagen sein erstes Tor für Leeds erzielt – per Elfmeter. Wie hast du darauf reagiert?
Lovro: Ich habe mich riesig für ihn gefreut und ihm direkt geschrieben. Er hat wirklich harte Jahre hinter sich. Lukas ist ein sehr guter Spieler – und ein noch besserer Mensch. Sein Tor zeigt, dass sich harte Arbeit und Geduld immer auszahlen. Er hat es sich absolut verdient.
Von seinen bislang 29 Elfmetern hat er 25 verwandelt. Deine Statistik ist sogar makellos: 16 von 16. Was ist dein Geheimnis?
Lovro: Das sind beides starke Quoten. Aber ich würde schon sagen, dass ich der bessere Schütze bin. (lacht) Eigentlich sollte man darüber gar nicht zu viel reden. Für mich ist wichtig, dass ich mich früh entscheide und nicht zu lange nachdenke. Manchmal lege ich mich schon vor dem Spiel fest, manchmal erst im Moment – je nach Gefühl.
Wir haben schon über deine neue Rückennummer beim VfL gesprochen. Wie sieht es in der kroatischen Nationalmannschaft aus?
Lovro: Ehrlich gesagt mache ich mir darüber keine Gedanken. Die 10 gehört Luka Modric – einem der besten Spieler, die Kroatien je hatte. Solange er sie trägt, ist das Thema erledigt. (lacht)
Du wirst oft mit ihm verglichen. Wie gehst du damit um?
Lovro: Ganz ehrlich: Es ist schwer, überhaupt jemanden mit ihm zu vergleichen – er ist einzigartig. Natürlich gibt es gewisse Parallelen, aber er spielt eher tiefer, ich offensiver. Wir sind unterschiedliche Spielertypen. In der Nationalmannschaft verstehen wir uns sehr gut, aber privat geht jeder seinen eigenen Weg.
Dein Weg führt mit dem VfL am Samstag nach Heidenheim. Was braucht es, um dort erfolgreich zu sein?
Lovro: Vor allem müssen wir hungrig sein und genau das umsetzen, was wir uns mit unserem Coach im Training erarbeitet haben. Wenn wir unser Spiel durchziehen, mit und ohne Ball aggressiv auftreten, dann werden wir die drei Punkte holen.
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