22.05.2019
Akademie

Die Hoffnung lebt

Jungwölfe gewinnen das Hinspiel zum Aufstieg in die 3.Liga mit 3:1 gegen den FC Bayern München II.

In der ersten Aufstiegspartie zur 3. Liga haben sich die Jungwölfe von Trainer Rüdiger Ziehl im heimischen AOK Stadion nach einem starken Auftritt mit 3:1 (3:1) gegen die Zweitvertretung Bayern Münchens durchgesetzt und sich damit eine gute Ausgangsposition für das entscheidende Rückspiel in München geschafft. Michele Rizzi (6.) sowie zweimal Daniel Hanslik (33., 45.+4) trafen für Grün-Weiß, der Gegentreffer resultierte aus einem Eigentor Robin Ziegeles (44.). Am kommenden Sonntagnachmittag, 26. Mai (Anstoß um 16 Uhr), fällt im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße in München die Entscheidung, wer den Sprung in die 3. Liga schafft.

Namhaft besetzter Gegner

Aufstiegs-Showdown, erster Teil: Im Hinspiel im AOK Stadion wollten die Jungwölfe von Cheftrainer Rüdiger Ziehl den Grundstein legen, um in der kommenden Spielzeit in der dritthöchsten deutschen Spielklasse um Punkte zu kämpfen. Schon nominell alles andere als eine leichte Aufgabe, trat die Reserve des Rekordmeisters aus München doch mit dem einen oder anderen Akteur aus dem FCB-Profikader an. So stand unter anderem Alphonso Davies in der Bayern-Startelf, ebenso Woo-yeong Jeong und Meritan Shabani. 

Satter Führungstreffer durch Rizzi

Richtig toller Start der Grün-Weißen vor gut 4.500 Zuschauern: Nachdem zunächst Blaz Kramer im Anschluss an einen Konter noch freistehend an Bayern-Schlussmann Ron-Thorben Hoffmann gescheitert war, durfte die Ziehl-Elf im Anschluss an den folgenden Eckball jubeln. Rizzi fasste sich links aus spitzem Winkel ein Herz und das Leder fand über den rechten Innenpfosten den Weg in die Maschen der Gäste – die viel umjubelte frühe Führung der Jungwölfe (6. Spielminute). Fast hätte der VfL sogar kurz darauf erhöhen können, doch erneut blieb Hoffmann im Eins-gegen-Eins gegen Kramer der Sieger. Aber auch Wölfe-Keeper Phillip Menzel wusste sich auszuzeichnen, als er die Direktabnahme von Davies nach einer Viertelstunde stark über die Querlatte lenkte. Doch die Jungwölfe blieben am Drücker und spielten weiter mutig nach vorne und erarbeiteten sich weitere Halbchancen. Nach 20 Minuten dann eine Schrecksekunde, als VfL-Torhüter Menzel nach unnötiger Attacke Kwasi Okyere Wriedts, der dafür zurecht Gelb kassierte, länger behandelt werden musste, aber weiterspielen konnte.

Doppelter Hanslik krönt starke erste Hälfte

Acht Minuten später trat Wriedt dann spielerisch in Erscheinung, der flache Fernschuss des Bayern-Goalgetters strich aber am linken Aluminium vorbei. Nun übernahm die Seitz-Elf langsam die Initiative. So musste Menzel schon all sein Können auspacken, um den Schlenzer Jeongs aus 22 Metern gerade noch über das Gehäuse zu lenken. Fast im direkten Gegenzug waren dann aber wieder die Jungwölfe am Zug – und konnten prompt auf 2:0 erhöhen: Im Anschluss an eine Rechtsecke Rizzis versenkte der ziemlich allein gelassene Hanslik das Spielgerät per Kopf im Kasten der Münchner (33.). Zunächst schien es so, als ob die Ziehl-Elf die Zwei-Tore-Führung nicht in die Pause bringen würde können. Ziegele erwischte eine Hereingabe im Luftduell mit Joshua Zirkzee so unglücklich genau mit dem Kopf, dass die Kugel sich genau in den linken Winkel senkte – Menzel war dieses Mal chancenlos (44.). Doch wer dachte, das wäre es im ersten Durchgang gewesen, irrte. Der VfL schlug eiskalt zurück, wieder durch Hanslik: Der Stürmer der Jungwölfe profitierte dabei von einem harschen Fehlpass Maxime Awoudjas am eigenen Sechzehner, den er aufnahm, um dann trocken aus 20 Metern rechts unten einzunetzen. So ging es nach rassigen knapp 50 Minuten mit einem verdienten 3:1 für die Jungwölfe in die Kabinen.

Kein Durchkommen für den FCB

Ohne Wechsel ging es weiter. Die erste Gelegenheit hatten die nun natürlich offensiv ausgerichteten Bayern, doch Menzel verkürzte geschickt den Winkel gegen den allerdings aus dem Abseits abschließenden Wriedt (50.). Die VfL-Defensive stand aber insgesamt sicher und hielt sich komplett schadlos, zudem ließ man sich nicht hinten reindrängen, sondern suchte weiterhin durchaus eigene Offensivaktionen. So verstrichen die Minuten, ohne dass die Gäste wirkliche Gefahr im grün-weißen Sechzehner heraufbeschwören konnten. So dauerte es bis zur 80. Minute, ehe Wriedt mal wieder in der Nähe von Menzels Kasten auftauchte, jedoch zu schwach abschloss. So brachte der VfL die 3:1-Führung über die Zeit und hat sich damit eine aussichtsreiche Ausgangsposition für das Rückspiel am Sonntag geschaffen.

„Sehr großer Siegeswille“

Rüdiger Ziehl: Ich bin zum einen natürlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, aber noch mehr mit der Leistung meiner Mannschaft. Gerade in der Anfangsphase waren wir hellwach und auf dem Platz, mussten aber eigentlich früher noch mehr Tore machen – so als Blaz Kramer zweimal alleine auf das Tor zulief. Wir waren richtig gut im Spiel drin und haben uns auch belohnt. Mit dem positiven Ergebnis im Rücken hatten wir dann weniger Ballbesitz. Meine Mannschaft hat dann aber das gezeigt, was sie schon das ganze Jahr auszeichnet: den Willen, das Tor zu verteidigen. Das war sogar noch besser als das Spiel nach vorne mit Ball. Das mannschaftliche Verteidigen-Wollen zeichnet uns aus und ist für eine U23-Mannschaft nicht alltäglich. Ihr Siegeswille ist sehr, sehr groß. Das lässt uns positiv nach München fahren, trotzdem sind wir auch gewarnt. Ich habe es als Co-Trainer ja zweimal erlebt, dass wir trotz guter Hinspiel-Ergebnisse und Positiverlebnisse im Rückspiel Probleme gehabt haben. Wir wissen, dass uns jetzt in München die zweite Halbzeit erwartet, in der die Bayern sicherlich zuhause ein Feuerwerk abbrennen wollen. Es gilt dort, mit gleicher Intensität dagegen zu kämpfen und zu spielen, ohne die eigenen Qualitäten im Ballbesitz zu vernachlässigen.

VfL Wolfsburg II: Menzel – Ziegele, Klamt, Franke – Neuwirt, May, Justvan (78. Möker), Rizzi (69. Conde), Saglam – Hanslik (87. Stutter), Kramer

FC Bayern München II: Hoffmann – Yilmaz, Mai, Awoudja, Köhn – Shabani, Feldhahn, Jeong, Zirkzee (64. Rochelt), Davies – Wriedt

Tore: 1:0 Rizzi (6.), 2:0 Hanslik (33.), 2:1 Ziegele (ET, 44.), 3:1 Hanslik (45.+4)

Gelbe Karten: Franke, Justvan, Hanslik / Wriedt

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Olpe)

Zuschauer: 4.552 am Mittwochabend im AOK Stadion

Wölfe TV: Highlights zum Spiel


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