Wie sieht für dich als Athletiktrainer ein typischer Tag im Trainingslager aus, von der ersten bis zur letzten Einheit?
Lars: Eigentlich beginnt der Tag schon am Vorabend, wenn wir die Inhalte für den nächsten Trainingstag besprechen. Nach dem Frühstück bereiten wir die erste Einheit vor, insbesondere das Aufwärmen und die Aktivierung. Nach dem Vormittagstraining geht es zurück ins Hotel zum Mittagessen. Während die Spielerinnen regenerieren, bereiten wir bereits die zweite Einheit vor. Danach steht das Nachmittagstraining an, bevor der Tag mit dem Abendessen endet. Die Tage sind eng getaktet, genau das macht ein Trainingslager aus.
Wie findet ihr die richtige Balance zwischen hoher Belastung und ausreichender Regeneration?
Lars: Hohe Belastungen gehören in dieser Phase der Vorbereitung dazu. Gleichzeitig steuern wir die Inhalte bewusst. An manchen Tagen liegt der Schwerpunkt auf intensiven Belastungen, an anderen stärker auf technischen oder taktischen Themen. So schaffen wir die Balance zwischen Training und Regeneration.
Trainingslager bedeutet oft viele Einheiten in kurzer Zeit. Woran erkennst du, ob eine Spielerin an ihre Belastungsgrenze kommt?
Lars: Dafür nutzen wir ein umfassendes Monitoring-System. Während des Trainings erfassen wir unter anderem GPS-Daten und Herzfrequenzwerte. Für jede Spielerin definieren wir individuelle Zielwerte und können so direkt erkennen, ob die Belastung wie geplant ausfällt oder ob wir Anpassungen vornehmen müssen.
Neben der körperlichen Fitness spielt auch der Kopf eine Rolle. Wie wichtig sind Erholung, Schlaf und mentale Regeneration in so einer Woche?
Lars: Schlaf und Ernährung sind für mich die beiden wichtigsten Bausteine der Regeneration. Hier im Hotel haben wir optimale Bedingungen. Die Wege sind kurz, sodass die Spielerinnen schnell zur Ruhe kommen können. Dazu kommen unsere Physiotherapeuten, die jederzeit Behandlungen anbieten, sowie die Möglichkeit, direkt nach dem Training Maßnahmen wie Kälteanwendungen zu nutzen. Bessere Voraussetzungen für die Regeneration kann man sich kaum wünschen.
Was unterscheidet ein Trainingslager von den Einheiten am heimischen Elsterweg aus deiner Sicht am meisten?
Lars: Die Bedingungen sind auch in Wolfsburg sehr gut. Im Trainingslager können wir die Zeit aber noch effizienter nutzen. Die Spielerinnen müssen sich um nichts kümmern und können sich komplett auf Training und Regeneration konzentrieren. Gleichzeitig sorgt der Tapetenwechsel dafür, dass auch der Kopf einmal abschalten kann. Das ist in einer intensiven Vorbereitungsphase nicht zu unterschätzen.
Gibt es Übungen oder Trainingsformen, die im Trainingslager besonders viel Spaß machen oder vor denen die Spielerinnen vielleicht auch ein bisschen Respekt haben?
Lars: Vor besonders intensiven Einheiten oder längeren Laufbelastungen haben die Spielerinnen natürlich Respekt. Gleichzeitig wissen sie, warum wir diese Inhalte trainieren. Am meisten Spaß macht es natürlich, wenn der Ball im Spiel ist. Das versuchen wir so oft wie möglich einzubauen. Uns ist wichtig, dass die Freude am Training trotz aller Intensität erhalten bleibt und wir als Mannschaft weiter zusammenwachsen.
Wenn ihr am Ende des Trainingslagers abreist, woran machst du fest, dass die Woche ein voller Erfolg war?
Lars: Natürlich wollen wir auch die Testspiele gewinnen. Das gehört zu unserem Anspruch. Entscheidend ist für mich aber, dass wir alle Inhalte umsetzen konnten, die wir uns vorgenommen haben. Wenn wir unsere Ziele erreicht haben und alle Spielerinnen gesund und belastbar nach Wolfsburg zurückkehren, dann war das Trainingslager ein voller Erfolg.
zum Sommerfahrplan