02.06.2019
Frauen

„Der perfekte Abschluss“

Nilla Fischer über ihre WM-Ziele und ein mögliches Wiedersehen in Frankreich.

Nach sechs Jahren beim VfL zieht es Nilla Fischer zurück zu ihrem Heimatverein Linköpings FC. Seit ihrem Wechsel von dort zur Saison 2013/2014 gewann sie zehn Titel mit den Wölfinnen und spielte sich als Kapitänin in die Herzen von Mannschaft und Fans. Zudem wird ihr Name immer mit der Regenbogenkapitänsbinde verbunden bleiben – ein Symbol für Vielfalt, dem sich inzwischen mehr als 65 Vereine aus der Region angeschlossen haben. Im aktuellen Interview gibt die 175-malige schwedische Nationalspielerin eine Einschätzung zur bevorstehenden WM in Frankreich ab.

Nilla Fischer, kaum hast du dich von deinen Teamkolleginnen verabschiedet, siehst du einige von ihnen bei der WM vielleicht schon wieder. Was ist das für ein Gefühl?

Nilla Fischer: Es wäre schon ein wenig komisch, nachdem wir uns ja gerade erst verabschiedet haben. In der Regel hast du bei einem Turnier nicht viel miteinander zu tun, da alle mit sich selbst und ihrem Team beschäftigt sind. Das ist auch okay. In früheren Jahren haben wir uns dann ja schon in der Vorbereitung mit dem VfL wiedergetroffen – das wird diesmal nicht so sein. Daher werde ich den Abschied sicherlich erst nach der WM realisieren, wenn ich in der schwedischen Liga bei Linköpings einsteige und nicht mehr nach Wolfsburg zurückkomme.

Blicken wir mal auf die WM: Du spielst mit Schweden in der Gruppenphase gegen Thailand, Chile und die USA. Wie schätzt du die Gegner ein?

Fischer: Bei Thailand und Chile fällt es mir schwer, eine Einschätzung zu treffen, da es für mich unbekannte Gegner sind. Diese beiden Spiele müssen wir auf jeden Fall gewinnen, da wir mit den USA – wie immer bei den letzten Turnieren – einen wirklich starken Gegner in der Gruppe haben. Aber es ist definitiv unser Ziel, die Gruppenphase zu überstehen. Mein Traum ist es, den WM-Titel zu holen. Aber dafür muss alles passen.

Wie würdest du eure Mannschaft charakterisieren?

Fischer: Im Moment kommen sehr viel junge Spielerinnen nach, die weniger Respekt vor uns Älteren haben und das klare Ziel verfolgen, sofort in der ersten Elf zu spielen. Ich finde das sehr gut, da es den Konkurrenzkampf anheizt. Unser Kader ist jetzt komplett, wir kennen uns gut und treten als Mannschaft auf. Wir verfügen über starke Persönlichkeiten und jede hat ihre eigenen Qualitäten, die die Trainer fördern. Du kannst so sein, wie du bist – und das finde ich sehr wertvoll.

Wen siehst du als Favoriten?

Fischer: Frankreich ist für mich immer ein Favorit, sie haben schon viele Jahre die Qualität, Titel zu gewinnen. Dieses Jahr kommt ihnen noch der Heimvorteil zugute, daher sehe ich sie ganz oben. Darüber hinaus spielen die USA, Deutschland, Brasilien und England auch immer einen sehr guten Fußball. Spanien hat ebenfalls ordentlich zugelegt in den letzten Jahren. Daher ist es schwer, einen oder zwei Favoriten zu bestimmen. Es gibt wirklich zu viele.

An welcher Stelle könnte es deiner Meinung nach eng für euch werden?

Fischer: Es könnte sein, dass wir nach der Gruppenphase direkt gegen Deutschland spielen müssen. Wenn du auf die Statistik schaust, muss man sich eingestehen, dass es da nicht so gut aussieht für uns. Ich würde aber gerne gegen Deutschland im Finale spielen. Das wäre der perfekte Abschluss nach meiner Zeit in Deutschland.

Das ganze Interview zu Nilla Fischers Zeit beim VfL Wolfsburg gibt es im nächsten „Unter Wölfen“-Magazin, das am 28. Juni erscheint.

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