Rund 300 Profis aus mehr als 50 Nationen haben in der Bundesliga bisher das Wölfe-Trikot getragen. Darunter sind auch einige Spieler, die losgelöst von ihrer sportlichen Rolle schon deshalb aus der Reihe fielen, weil sie die ersten und/oder einzigen VfL-Vertreter ihrer Nation geblieben sind. Diesen grün-weißen Exoten soll in unregelmäßigen Abständen an dieser Stelle nachgespürt werden. Heute im Fokus: der einzige Wolf aus Georgien.
Das große Finale verpasst
Als das wichtigste Tor des Jahres fiel, war er bereits nicht mehr da. Mit Cedric Makiadi, dem gefeierten Retter einer ansonsten verunglückten Saison, stand er keine Sekunde lang gemeinsam auf dem Platz. „Zu der Zeit war mein Schicksal schon besiegelt. Ich wusste, dass ich den Verein verlassen würde. Deshalb war ich ehrlich gesagt an dem Nachmittag gar nicht im Stadion“, gibt Levan Tskitishvili zu. Wie alle, die es mit den Grün-Weißen hielten, hatte sich der Georgier die Spielzeit 2005/2006 völlig anders ausgemalt. Für seinen Wechsel an den Mittellandkanal erwischte der Linksfuß letztlich eine denkbar unglückliche Zeit.
Auch ohne Landsleute gut integriert
Levan Tskitishvili, dieser Name hatte in der Bundesliga, als er am 27. Juli 2005 in Wolfsburg vorgestellt wurde, schon einen gewissen Klang. Zusammen mit Levan Kobiashvili und Alexander Iashvili hatte er ab Ende der 90er Jahre beim SC Freiburg eine georgische Fraktion gebildet, was rückblickend umso bemerkenswerter ist, da insgesamt bis heute gerade einmal zehn Profis aus dem 3,7-Millionen-Einwohner-Land in der höchsten deutschen Spielklasse zum Einsatz gekommen sind. In der VfL-Historie ist Tskitishvili ein Unikum geblieben. „Ohne Landsleute im Team war es natürlich etwas weniger komfortabel als vorher in Freiburg. Trotzdem bin ich mit allen in der Mannschaft immer gut klargekommen. Vor allem mit den Argentiniern habe ich mich prima verstanden, aber auch mit Pablo Thiam und Maik Franz.“
Umweg über die Ukraine genommen
Überhaupt ein Wolf zu werden, diese Entwicklung kam für Tskitishvili recht unverhofft. Nachdem es im Breisgau nicht weitergegangen war, hatte er sich völlig umorientiert und bei Metalurh Donezk angeheuert. „Nach etwa einem Monat hörte ich dann vom Interesse aus Wolfsburg. Da habe ich entschieden, nach Deutschland zurückzukehren. Den VfL hatte ich als guten Klub in Erinnerung.“ Thomas Strunz und Holger Fach standen auf der Kommandobrücke und wollten Grün-Weiß, das in den fünf Vorsaisons immer zwischen Rang acht und zehn eingelaufen war, wieder in spannendere Gefilde führen. Daraus aber sollte nichts werden. Erst platzte der Traum vom sehr kurzen Weg nach Europa, als der VfL im UI-Cup die Segel strich. Dann lief, nach eigentlich ordentlichem Start, auch im Kerngeschäft nichts mehr zusammen. Noch im alten Jahr trennte sich der Verein sowohl von Strunz als auch von Fach, der zu Anfang noch auf Tskitishvili gesetzt hatte. „Für mich war das doppelt unglücklich, denn ich hatte mich auch schwer verletzt und bin monatelang ausgefallen“, berichtet Tskitishvili.


































