Die Wölfinnen Rolfö und Pajor gemeinsam mit drei Spielerinnen von Olympique Lyon im Kampf um den Ball.
30.08.2020
Frauen

Den großen Coup verpasst

Im UWCL-Finale unterliegen die VfL-Frauen Seriensieger Olympique Lyon mit 1:3.

Die Wölfinnen Rolfö und Pajor gemeinsam mit drei Spielerinnen von Olympique Lyon im Kampf um den Ball.

Die Frauen des VfL Wolfsburg haben die Rückkehr auf den europäischen Fußball-Thron verpasst: Im Finale des UWCL-Finalturniers in Nordspanien musste sich der deutsche Double-Sieger Olympique Lyon mit 1:3 (0:2) geschlagen geben. Für die Französinnen war es bereits der siebte Triumph in diesem Wettbewerb und der fünfte in Folge. Die Wölfinnen warten indes weiter auf ihren dritten europäischen Titel nach 2013 und 2014. Im Estadio de Anoeta von San Sebastian trafen Eugenie Le Sommer, Saki Kumagai und Sara Gunnarsdottir für Lyon, Alexandra Popp gelang nur noch der Anschlusstreffer. Nach der Rückkehr aus dem Baskenland am morgigen Montag bleibt den Grün-Weißen nicht viel Zeit, um sich auf den Saisonstart in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga vorzubereiten: Bereits am kommenden Freitag, 4. September (Anstoß um 19.15 Uhr/live auf Eurosport), geht es im AOK Stadion gegen die SGS Essen um die ersten Punkte der Saison 2020/2021.

Zwei Änderungen

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch nahm im Vergleich zum mit 1:0 gewonnenen Halbfinale gegen den FC Barcelona zwei Änderungen in der Startformation vor: Für Kathrin Hendrich und Joelle Wedemeyer rückten Anna Blässe und Lena Goeßling ins Team.

Doorsoun verletzt raus

Vor den Augen der VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher und Michael Meeske begannen die Wölfinnen deutliche konzentrierter als im Halbfinale gegen Barcelona. Die erste Chance ging dennoch auf das Konto der früh störenden Französinnen: Nach einem Freistoß von Dzsenifer Marozsan aus dem rechten Halbfeld setzte Wendie Renard einen Kopfball zu hoch an (7.). Eine Minute später kam Pernille Harder nach einem verlängerten Blässe-Einwurf zu einem ersten Abschluss. In der 13. Minute schraubte sich Popp nach einer gut getimten Flanke in die Höhe, allerdings war Lyons Keeperin Sarah Bouhaddi einen Tick eher am Ball. Weitere fünf Minuten später musste auch Wölfinnen-Torfrau Friederike Abt zum ersten Mal eingreifen und einen Schuss von Amel Majri aus spitzem rechten Winkel parieren. Es war ein enger Schlagabtausch auf Augenhöhe, in dem der Titelverteidiger den ersten Treffer landete: Le Sommer war nach einem zunächst abgewehrten Schuss im zweiten Versuch zur Stelle – 0:1 (25.). Ein ärgerlicher Rückstand, aber kein Rückschlag. Die VfL-Frauen zeigten sich keinesfalls geschockt und hatten in der Phase nach dem Gegentor mehr vom Spiel. In der 39. Minute musste dann Sara Doorsoun aufgrund einer Knieverletzung ausgewechselt werden, für sie kam Kathrin Hendrich in die Partie. Und es kam noch dicker: Kumagai platzierte das Leder kurz vor dem Pausenpfiff aus 20 Metern genau ins rechte Eck – 0:2 (44.).

Eine Aufnahme vom Torschuss der VfL-Spielerin Alexandra Popp beim UWCL-Finale.

Popp mit dem Anschluss

Für den zweiten Abschnitt hatten sich die Wölfinnen einiges vorgenommen, die ersten Torschüsse gab allerdings Le Sommer ab (48., 50.). Dennoch entwickelten die VfL-Frauen nun mehr Durchschlagskraft. Und das sollte sich auszahlen: In der 57. Minute setzte sich Harder gegen ihre ehemalige Teamkollegin Sara Gunnarsdottir durch und bediente wiederum Fridolina Rolfö, die mustergültig nach innen flankte, wo Popp nach Verlängerung von Ewa Pajor einköpfte – nur noch 1:2. Die Wölfinnen waren zurück! Nun galt es, die richtige Balance zu finden: Auf den Ausgleich drängen, ohne in gegnerische Konter zu laufen. Zumindest das defensive Vorhaben gelang vorerst, zwingende Möglichkeiten zum Ausgleich waren allerdings auch Fehlanzeige. In der 82. Minute prallten dann Rolfö und Bouhaddi zusammen – beide mussten behandelt werden, konnten aber weiterspielen. Und dann war es ausgerechnet die ehemalige Wölfin Gunnarsdottir, die mit dem 3:1 in der 88. Minute für Lyon den Sack zumachte.

„Unheimlich stolz“

VfL-Coach Stephan Lerch: Gratulation an Lyon zur Verteidigung des Titels. Ich bin unheimlich stolz auf unsere Mannschaft, die nach dem 2:0 nochmal super zurückgekommen ist. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir mit ganz viel Herz Fußball gespielt, den Anschlusstreffer erzielt und viel Druck aufgebaut. Es ist sehr schade, dass wir nicht noch ein Tor nachlegen konnten, um zumindest in die Verlängerung zu kommen. Die Enttäuschung ist jetzt natürlich sehr groß, wir hatten uns viel vorgenommen. Vielleicht haben uns dann doch am Ende ein paar Prozent gefehlt, die ausschlaggebend waren, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Ich bin aber trotzdem sehr stolz und gleichzeitig sehr enttäuscht.

VfL Wolfsburg: Abt – Blässe (78. Bremer), Goeßling, Janssen, Doorsoun (39. Hendrich) – Engen, Popp – Huth (61. Wolter), Harder, Rolfö – Pajor (61. Oberdorf)

Olympique Lyon: Bouhaddi – Bronze, Buchanan, Renard, Karchaoui – Gunnarsdottir, Kumagai – Cascarino (87. van den Sanden), Marozsan (87. Taylor), Majri (90. Malard) – Le Sommer (90. Greenwood)

Tore: 0:1 Le Sommer (25.), 0:2 Kumagai (44.), 1:2 Popp (57.), 1:3 Gunnarsdottir (88.)

Schiedsrichterin: Esther Staubli (Schweiz)

Gelbe Karten: Huth – Marozsan

Wölfe TV: Die PK nach dem Spiel

Wölfe TV: Highlights und Tore

Wölfe TV: Stimmen zur Partie


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