21.01.2019
Frauen

„Das Maximale rausholen“

U20-Wölfinnen wollen an die erfolgreiche Hinrunde anknüpfen.

Mitte Februar starten die U20-Frauen des VfL Wolfsburg in die Rückrunde der 2. Frauen-Bundesliga – und das überraschenderweise als Tabellenführer. Auch der Start in die Wintervorbereitung lässt auf weitere erfolgreiche Spiele hoffen: Den 23:0-Testspielsieg gegen den MF Göttingen will Cheftrainer Saban Uzun allerdings nicht überbewerten. Und auch die Meisterschaft ist für den 31-jährigen Coach nicht das Wichtigste.

Sieg für die Moral

Uzun denkt besonders gerne an ein bestimmtes Spiel der Hinrunde zurück. Mit dem Sieg gegen den FC Bayern München am 2. Spieltag bewies sein Team große Moral: „Wir lagen 0:2 zur Pause zurück und konnten das Spiel zu einem 3:2-Sieg drehen. Da erinnert man sich natürlich sehr gerne zurück, weil da viele Emotionen drinsteckten. Es war das erste Heimspiel und die Mädels kannten sich erst wenige Wochen. Für die Stimmung und den Teamgeist ist ein Sieg die beste Maßnahme. Diese Partie hat mit dazu geführt, dass wir als Team schneller zusammengewachsen sind. Die Moral ist ein Grund, weshalb es so gut läuft.“ Der Erfolg gegen die Münchnerinnen war der erste von neun Siegen in der Hinrunde. Nur dreimal blieben die Jungwölfinnen ohne Punkte.

„Das war nicht zu erwarten“

Am 10. Februar (Anstoß um 14.00 Uhr) starten die Grün-Weißen mit einem Heimspiel gegen Turbine Potsdam II wieder in den Liga-Alltag. Am Elsterweg wird dann ein eingespieltes VfL-Team auf dem Platz stehen. Dabei war der Umbruch vor der Saison groß: Nicht weniger als 16 neue Spielerinnen schlossen sich den Jungwölfinnen an. Die Tabellenführung war damals kein Thema: „Das war mit Sicherheit nicht zu erwarten, spricht aber für die Arbeit des Trainer- und Funktionsteams und auch für die Mädels. Es sind noch 13 Spieltage zu absolvieren, die Liga ist verrückt und es kann noch alles passieren. Wenn man zwei Spiele gewinnt, ist man oben dabei und bei zwei Niederlagen im Tabellenkeller. Die Zielsetzung bleibt daher unverändert. Es ist wichtig für die Förderung der Talente, dass wir auch nächstes Jahr in der eingleisigen 2. Liga spielen und die Spielerinnen an ein höheres Niveau heranführen.“

Die Zielsetzung bleibt daher unverändert. Es ist wichtig für die Förderung der Talente, dass wir auch nächstes Jahr in der eingleisigen 2. Liga spielen und die Spielerinnen an ein höheres Niveau heranführen.

Hoher Gesamtaufwand

Zur Verbesserung des Niveaus entschied der DFB, die Staffeln Nord und Süd in einer eingleisigen 2. Liga zusammenzuführen. Seit dieser Saison spielen 14 Teams aus ganz Deutschland gegeneinander. Mit der Kampagne #NichtOhneMeineMädels startete der DFB darüber hinaus eine Offensive zur Förderung des Mädchen- und Frauenfußballs. Mit der Ligareform gehen auch viele Umstellungen einher: Zum einen werden die Auswärtsfahrten länger, zum anderen treffen die Teams auf neue Gegner. Den Gesamtaufwand mit Blick auf die Reisestrapazen – unter anderem geht es nach München oder Saarbrücken – beschreibt Uzun als „extrem“ und fügt hinzu: „Wir trainieren häufig, weil wir uns den Bedingungen der ersten Mannschaft anpassen wollen. Der Gesamtaufwand für die Mädels ist deshalb sehr hoch. Wenn sie sonntags spät in der Nacht nach Hause kommen, müssen sie am Montagmorgen wieder früh aufstehen, um zur Schule, zum Studium oder zur Ausbildung zu gehen.“ Aus sportlicher Sicht sei die Liga allerdings deutlich attraktiver geworden.

Spielerinnen der U20 der VfL Wolfsburg-Frauen stehen um Trainer Saban Uzun herum und jubeln.

Entwicklung steht an erster Stelle

17,93 und 17,8 Jahre liegen nicht so weit auseinander: Mit diesen durchschnittlichen Werten gehören die Teams vom VfL Wolfsburg II und Turbine Potsdam II zu den jüngsten ihrer Liga. Die Spielerinnen anderer Mannschaften, wie etwa vom 1. FC Köln oder vom FF USV Jena, sind im Durchschnitt vier bis fünf Jahre älter – mit Blick auf die Tabelle ein Zeichen für die hervorragende Arbeit bei den Grün-Weißen. Trotz der erfolgreichen Hinrunde gelte es auch künftig, jedes Spiel als einzelne Aufgabe zu sehen, so Uzun. Es gebe auch noch vieles zu verbessern: „Wir wollen einfach das Maximale rausholen. Bei detaillierter Betrachtung der Vorrundenspiele, müssten wir mehr Punkte auf dem Konto haben. Bis auf das Spiel gegen Saarbrücken hätten wir kein Spiel verlieren dürfen. Grundsätzlich kann man im Detail alles verbessern, vor allem bei unserer Chancenverwertung gibt es Luft nach oben. Wir wollen heute besser sein, als wir es gestern waren und morgen besser werden, als wir es heute sind.“

Aufstieg ausgeschlossen

Der Aufstieg in die erste Liga wäre ohnehin nicht möglich: Zwei Mannschaften eines Vereins dürfen nicht in derselben Liga spielen. Die Entwicklung der Spielerinnen stehe an erster Stelle: „Unsere erste Mannschaft zählt international zu den besten Teams. Wir wollen unsere Spielerinnen an dieses Level ranführen, und ihnen dabei helfen, oben anzukommen. In der Weltspitze zählen am Ende nur die Ergebnisse. Diesen Druck haben unsere Spielerinnen zwar nicht, doch das zu lernen, gehört zur Entwicklung dazu. Selbst wenn der Sprung nicht hier gelingen sollte, können sich unsere Spielerinnen so für andere Bundesligisten empfehlen“, sagt Uzun. Einen größeren Anreiz könne es für junge Spielerinnen gar nicht geben. Und nicht zuletzt die Beispiele von Melina Loeck und Anna-Lena Stolze zeigen, dass man den Traum verwirklichen und den Sprung in die erste Mannschaft schaffen könne, so Uzun.

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