Die Wölfinnen jubeln.
SO . 22. 04. 2018
Frauen I

Das Finale rückt näher

Die VfL-Frauen feiern im UWCL-Halbfinal-Hinspiel einen 3:1-Erfolg beim Chelsea Ladies FC.

Die Wölfinnen jubeln.

Der VfL Wolfsburg hat einen ganz großen Schritt in Richtung Finale der UEFA Women´s Champions League gemacht. Am Sonntagabend setzten sich die Wölfinnen im Halbfinal-Hinspiel beim Chelsea Ladies FC mit 3:1 (2:1) durch und erarbeiteten sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche in Wolfsburg. Vor 3.329 Zuschauern im Stadion Kingsmeadow, darunter der englische Frauen-Nationaltrainer Phil Neville, gingen die Gastgeberinnen durch So-Yun Ji in Führung (2. Minute), doch Sara Björk Gunnarsdottir (18.), Maren Mjelde per Eigentor (42.) und Lara Dickenmann (66.) drehten die Partie und sorgten für einen am Ende hochverdienten VfL-Erfolg.

Dickenmann ersetzt Neto

Eine Woche nach dem 4:1-Erfolg im DFB-Pokal-Halbfinale über die SGS Essen schickte VfL-Cheftrainer Stephan Lerch eine auf einer Position veränderte Startelf in die Partie gegen die Chelsea Ladies. Lara Dickenmann ersetzte die in der Champions League nicht spielberechtigte Claudia Neto.

Chelsea drückt, Ji trifft

Die Anfangsphase gehörte den Gastgeberinnen, die, vom Publikum nach vorne gepeitscht, mächtig Druck auf die Wolfsburgerinnen ausübten. Was auch schnell belohnt wurde: Francesca Kirby setzte sich auf der rechten Seite auf Höhe der Torauslinie gegen Noelle Maritz durch, passte flach in die Strafraummitte zu Ji, die sich, mit dem Rücken zum Tor stehend, mit einer schnellen Drehung ihrer Gegenspielerinnen entledigte und das Leder aus acht Metern ins lange Eck versenkte (2.).

Gunnarsdottir gibt die richtige Antwort

Einen derart frühen Rückstand hatten die Wölfinnen schon lange nicht mehr wegstecken müssen, so dass es eine Weile dauerte, bis die Grün-Weißen wieder mehr Sicherheit in ihrem Spiel auf den Platz bringen konnten. Stück für Stück kämpften sie sich jedoch zurück in die Partie und spätestens als Dickenmann mit einer feinen Flanke Gunnarsdottir bediente, die aus sechs Metern per Kopf den Ausgleich markierte, war der VfL voll in der Partie angekommen (18.). Nun ging es gegen bissig kämpfende Londonerinnen hin und her mit leichten Vorteilen für die Gäste aus Deutschland. Gerade in einer Phase, als Chelsea wieder verstärkt Richtung VfL-Tor drängte und durch Ji (35.) und Bright (36.) zwei gute Gelegenheiten hatte, klingelte es zum zweiten Mal im CLFC-Kasten. Einen Freistoß von Lena Goeßling beförderte Mjelde unter Bedrängnis unglücklich mit dem Kopf über die Linie – der VfL führte 2:1 (42.). Mit dieser knappen, aber verdienten Wolfsburger Führung ging es in die Kabinen.

Gunnarsdottir im Kopfballduell.

Dickenmanns Traumtor macht alles klar

Auch nach Wiederanpfiff blieb es eine kurzweilige und abwechslungsreiche umkämpfte Partie. Der VfL hatte weiter mehr vom Spiel, doch Chelsea steckte nie auf und lauerte auf eine Lücke im nun immer besser stehenden grün-weißen Defensivverbund. Dann folgte jedoch ein, aus Sicht der Chelsea Ladies, bitteres Highlight der Partie, das gleichbedeutend mit der Vorentscheidung war: Eine Caroline-Hansen-Flanke von rechts wurde von Ewa Pajor verlängert und landete bei Dickenmann, die per Seitfallzieher ins lange Eck traf (66.). Nun war der Sieg den VfL-Frauen nicht mehr zu nehmen, da Chelsea zwar weiter anrannte, jedoch dem Kraftaufwand der ersten Stunde mehr und mehr Tribut zollen musste. So gerieten die Wolfsburgerinnen kaum noch in Bedrängnis und brachten die 3:1-Führung sicher über die Ziellinie.

"Tolle Moral gezeigt"

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch: Wir sind sehr, sehr glücklich. Das war natürlich durch den frühen Rückstand überhaupt kein optimaler Start in die Partie. Es hat eine wenig gedauert, bis wir wieder in die Spur gefunden haben. Die Mannschaft hat dann aber eine tolle Moral und einen starken Teamspirit gezeigt und ist im Laufe des Spiels immer besser geworden. Die Tore haben wir zum richtigen Zeitpunkt gemacht und der Sieg geht unter dem Strich auch in Ordnung, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit in der einen oder anderen Situation ein wenig zu passiv waren. Wir haben uns für das Rückspiel dennoch eine gute Ausgangslage geschaffen, wissen aber auch, dass wir nur den ersten Schritt Richtung Finale gemacht haben. Den zweiten und letzten wollen wir kommende Woche gehen und wir wissen, dass wir dafür noch einmal über die gesamte Spielzeit Vollgas geben und hochkonzentriert zu Werke gehen müssen, denn Chelsea wird noch einmal alles geben. Aber gerade nach einem Spielverlauf wie heute und solch einer Leistung bin ich optimistisch, dass wir nach den 90 Minuten in Wolfsburg den Einzug in das Finale feiern können.

Erst nach Jena, dann kommt Chelsea

Viel Zeit, den Erfolg zu genießen, haben die Wölfinnen nicht. Am Montag geht es aus London zurück nach Wolfsburg, wo sofort die Vorbereitung auf das am Mittwoch, 25. April, anstehende Nachholspiel des 14. Spieltags der AllianzFrauen-Bundesliga beim USV Jena beginnt (Anstoß 17.30 Uhr). Vier Tage darauf ist wieder Zeit für die Königsklasse, wenn am Sonntag, 29. April, ab 17.30 Uhr der Chelsea Ladies FC zum Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Women´s Champions League im AOK Stadion antritt.

Chelsea Ladies FC: Lindahl – Blundell, Bright, Mjelde, Ericsson – Flaherty (75. Rafferty) – Cuthbert (83. Davison), Ji, Chapman, Spence (68. Aluko) – Kirby

VfL Wolfsburg: Schult – Blässe (61. Kerschowski), Fischer, Goeßling, Maritz – Gunnarsdottir, Popp – Hansen (78. Jakabfi), Harder, Dickenmann – Pajor (88. Wullaert)

Tore: 1:0 Ji (2.), 1:1 Gunnarsdottir (18.), 1:2 Mjelde (42./ET), 1:3 Dickenmann (66.)

Gelbe Karten: Spence, Flaherty, Bright, Lindahl / Fischer

Schiedsrichterin: Esther Staubli (SUI)

Zuschauer: 3.329 am Sonntagabend im Stadion Kingsmeadow in London

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