Die Wölfinnen bejubeln einen Treffer gegen Atletico Madrid.
MI . 17. 10. 2018
Frauen I

Beste Aussichten

VfL-Frauen schlagen Atletico Madrid im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse klar mit 4:0.

Die Wölfinnen bejubeln einen Treffer gegen Atletico Madrid.

Die Bundesliga-Frauen des VfL Wolfsburg haben sich im Kampf um den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale in eine hervorragende Position gebracht. Im Vergleich mit dem spanischen Meister Atletico Madrid schossen die Wölfinnen am Mittwochabend einen 4:0 (0:0)-Hinspielsieg heraus. Zweimal Pernille Harder (46./67.) sowie Ewa Pajor (49.) und Caroline Hansen (61.) markierten vor 1.523 Zuschauern im AOK Stadion für den Double-Gewinner die Treffer. Ob das Ergebnis zum Weiterkommen reicht, entscheidet sich im Rückspiel am übernächsten Mittwoch, 31. Oktober (Anstoß um 20 Uhr). Ihren nächsten Einsatz hat die Elf von Stephan Lerch bereits am Sonntag, 21. Oktober (Anstoß um 13 Uhr, live bei Telekom Sport), wenn sie zum Abschluss der dritten englischen Woche der Saison in der Bundesliga den SC Freiburg empfängt.

Popp wieder an Bord

Die Auswahl hatte sich für Lerch nach dem 3:0-Auswärtssieg in Bremen etwas vergrößert, denn auf Nationalstürmerin Alexandra Popp konnte der Chefcoach wieder zurückgreifen. Nicht einsatzbereit waren weiterhin Jana Burmeister und Katharina Baunach sowie auch Lena Goeßling, die sich kurzfristig mit einer Fußverletzung abmeldete. Für die Startformation bedeutete das gegenüber dem Erfolg an der Weser vier Umstellungen: Sara Doorsoun, Lara Dickenmann, Pajor und Popp waren neu mit dabei.

Das Mannschaftsfoto der Wölfinnen vor der UWCL-Partie gegen Atletico Madrid.

Früh zum Wechsel gezwungen

Das dritte Duell mit den Spanierinnen bedeutete zugleich das 53. Spiel der Wölfinnen im Europapokal. Anders als bei der denkwürdigen 2:12-Pleite an selber Stelle im Sechzehntelfinale der Vorsaison wusste Atletico seine Reihen diesmal zunächst geschlossen zu halten. Zweimal nahm Harder (3./7.) das Gästetor früh ins Visier, außerdem verbuchte Hansen eine schöne Aktion, als sie von rechts in die Mitte zog, aber drüber schoss (18.). Ansonsten ließen die Madrileninnen wenig zu, probierten vielmehr selbst mitunter in die Offensive zu gehen. Für Grün-Weiß gab es zugleich einen Rückschlag zu verdauen: Dickenmann blieb nach einem Zweikampf am Boden liegen und musste offenbar schwerer verletzt vom Feld gebracht werden.

Harder zweimal nah dran

Mitte des Durchgangs trat der VfL aufs Gaspedal. Binnen drei Minuten kam Harder jeweils in eine exzellente Schussposition. Frei vor dem Tor schoss sie zuerst aber haarscharf vorbei (20.) und traf dann in einer Kopie dieser Szene an den Innenpfosten (23.). Als kurz darauf auch Claudia Neto mit einem tollen Distanzschuss aus 22 Metern fast die Führung gelang (25.), schien die Lerch-Elf sich den Gegner zurechtgelegt zu haben. Um ein Haar fiel dann aber das Tor auf der anderen Seite. Ludmila da Silva war nach einem plötzlichen Vorstoß an Almuth Schult schon vorbei, ehe Nilla Fischer sie noch rechtzeitig ablief (31.). Nachdem wiederum Popp aus kurzer Entfernung noch einen Kopfball vorbeisetzte (41.), durften die Gäste mit der Pausen-Nullnummer nichtsdestotrotz im Reinen sein.

Doppelschlag mit Wiederbeginn

Was sie sich beim Pausentee vorgenommen hatten, das trugen die VfL-Frauen gleich eindrucksvoll zur Schau. Denn nach Wiederanpfiff machten sie sofort kurzen Prozess. Nach einem abgeblockten Pajor-Schuss nahm Harder den Abpraller auf, legte sich die Kugel zurecht und drosch sie aus 15 Metern ins Tor (46.). Ehe sich die Gäste überhaupt schütteln konnten, legte Grün-Weiß auch schon nach: Freistoßflanke von links, Kopfball Pajor ins rechte Eck, schon war aus dem 0:0 ein 2:0-Vorsprung geworden – welch ein Prachtstart in den zweiten Durchgang (49.)!

Pernille Harder dreht sich um ihre Gegenspielerinnen und schießt den Ball ins Tor.

Pajor an allen Treffern beteiligt

Atletico, wie die Wölfinnen im Ligabetrieb ungeschlagener Erster, war nun aufgerufen, das Spiel wieder beruhigt zu bekommen. Das gelang aber nur kurz. Denn der Double-Sieger war nicht nur in Fahrt, sondern zeigte sich anders als in Abschnitt eins in dieser Phase auch abgebrüht im Abschluss. Vor allem Pajor bekamen die Gäste kaum mehr unter Kontrolle. Als die Polin abermals über rechts durchgebrochen war, legte sie klug zurück auf Hansen. Aus vollem Lauf erhöhte die Norwegerin auf 3:0 (61.), ehe acht Minuten später erneut Harder die Kugel aus der Drehung zum schönsten Treffer des Abends ins Netz schaufelte. Auch hier hieß die Vorarbeiterin Pajor (67.). Ein, zwei Mal muckte Madrid jetzt doch noch auf. Am klaren Hinspielerfolg der Wölfinnen, die damit auch im achten Pflichtspiel der Saison ohne Gegentreffer blieben, war aber nicht mehr zu rütteln.

„Sehr zufrieden mit der Ausgangslage“

Stephan Lerch: Man hat uns anfangs angemerkt, dass wir großen Respekt vor Atletico hatten. Wir waren zu passiv, haben uns oft festgerannt. Dennoch hatten wir die Chancen, schon früher in Führung zu gehen. In der Pause haben wir uns dann vorgenommen, das Tempo hochzuhalten und mutiger zu spielen. Direkt im Anschluss in Führung zu gehen, war natürlich ein sehr guter Zeitpunkt, zumal wir per Standardsituation gleich das zweite Tor nachlegen konnten. Danach hatten wir Selbstvertrauen und haben das Spiel, auch wenn Atletico noch ein paar Mal vor unser Tor gekommen ist, bis zum Schluss kontrolliert. Unterm Strich geht das Ergebnis in Ordnung. Keine Frage: Mit dieser Ausgangslage sind wir sehr zufrieden.

Die Stimmen zum Spiel auf Wölfe Tv

Jetzt die Highlights und Tore der Partie ansehen

VfL Wolfsburg: Schult – Blässe, Fischer, Doorsoun, Dickenmann (14. Maritz) – Neto, Gunnarsdottir – Hansen, Harder (73. Jakabfi), Popp – Pajor (81. Masar)

Atletico Madrid: Gallardo – Robles, Aleixandri, Linari (69. Gonzalez), Menayo – Meseguer, Kaci – da Silva, Sampedro (59. Tounkara), Sosa (64. Silva) – Hermoso

Gelbe Karten: Harder / da Silva, Aleixandri, Tounkara, Meseguer

Tore: 1:0 Harder (46.), 2:0 Pajor (49.), 3:0 Hansen (61.), 4:0 Harder (67.)

Zuschauer: 1.523 am Mittwochabend im AOK Stadion

Schiedsrichterin: Esther Staubli (Schweiz)

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