Frauen

Auf großer Bühne in Lyon

Die Wölfinnen sind am dritten UWCL-Spieltag bei OL Lyonnes zu Gast.

Mit sechs Punkten sind die Frauen des VfL Wolfsburg in die UEFA Women’s Champions League gestartet. Nun steht die vermeintlich anspruchsvollste Herausforderung in der Ligaphase an: Am morgigen Dienstag, 11. November (Anstoß um 21 Uhr/live auf Disney+), sind die Wölfinnen beim französischen Rekordmeister OL Lyonnes gefordert. Für die Grün-Weißen ist die Partie im Groupama Stadion bereits das elfte Duell mit den Französinnen in der Königinnenklasse.

Schwergewichte des Frauenfußballs

Die Bilanz spricht dabei für die Französinnen: Achtmal ging Lyon als Sieger vom Platz, zweimal konnten die Wölfinnen gewinnen. Besonders in Erinnerung bleibt der Triumph des VfL im Finale 2013, als die Wölfinnen mit einem 1:0-Erfolg den ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte feiern konnten. Das letzte Aufeinandertreffen liegt noch kein Jahr zurück: Im letzten Gruppen-Spiel überhaupt vor Einführung der Ligaphase mussten sich die Grün-Weißen an der Rhone mit 0:1 geschlagen geben. Beide Teams waren zu diesem Zeitpunkt aber bereits für das Viertelfinale qualifiziert. 

Drei Ex-Wölfinnen bei OL Lyonnes

Im Kader von OL Lyonnes stehen aktuell gleich drei ehemalige Wölfinnen: Ingrid Engen trug von 2019 bis 2021 das grün-weiße Trikot, Jule Brand lief bis zum Ende der letzten Saison für die Wolfsburgerinnen auf, bevor sie den Schritt nach Frankreich wagte. Auch Sofie Svava ist in Lyon keine Unbekannte: Die dänische Nationalspielerin stand im zweiten Halbjahr 2021 beim VfL unter Vertrag. Für alle drei bedeutet das Aufeinandertreffen ein Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Verein. 

Beide mit zwei Siegen gestartet

Im aktuellen Wettbewerb liegen die Wölfinnen nach zwei Spieltagen auf Platz drei, punktgleich mit OL Lyonnes auf Rang vier, jedoch mit einem knapp besseren Torverhältnis. Der VfL startete in die Königinnenklasse mit einem 4:0-Heimsieg gegen Paris Saint-Germain und feierte am zweiten Spieltag einen späten 2:1-Erfolg in der Nachspielzeit bei Valerenga Oslo. Lyon legte ebenfalls einen starken Saisonstart hin: Die Französinnen gewannen beim aktuellen Champions-League-Sieger Arsenal mit 2:1 und setzten sich am zweiten Spieltag zu Hause mit 3:0 gegen den SKN St. Pölten durch.

Lyon auch in der Liga mit weißer Weste

Während die VfL-Frauen ihr Liga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt mit 2:3 verloren haben, war OL Lyonnes bereits am Freitagabend bei Montpellier HSC gefordert. Lyon konnte das Spiel mit 5:1 für sich entscheiden, bleibt damit weiter an der Tabellenspitze in der französischen Liga und konnte somit alle sieben Partien in dieser Saison gewinnen. Somit haben die achtmaligen Titelträgerinnen bislang alle ihre Pflichtspiele 2025/2026 gewonnen.

Vor der Partie bei OL Lyonnes sprach Wölfinnen-Cheftrainer Stephan Lerch über…

… das Personal für die morgige Begegnung: Der Kader bleibt im Vergleich zur Partie am vergangenen Wochenende gegen Eintracht Frankfurt unverändert. Neu dabei ist lediglich Nelly Smolarczyk als dritte Torhüterin.

… die Balance zwischen Belastung und Leistung: In den intensiven Wochen mit zahlreichen Spielen steht die Belastungssteuerung besonders im Mittelpunkt. Veränderungen in der Startelf sind dabei immer möglich, um frisch und flexibel zu bleiben. Entscheidend ist eine kluge Herangehensweise und strategische Anpassung an die aktuelle Situation. Die Mannschaft arbeitet konzentriert weiter und lässt sich vom engen Spielrhythmus nicht aus der Ruhe bringen.

… den Gegner OL Lyonnes: Wir wissen, dass wir vor allem in der Defensive stark gefordert werden, denn Lyon verfügt über eine enorme Qualität im gesamten Kader. Entscheidend wird sein, in der Abwehr eng zusammenzuarbeiten und unseren Ballbesitz aktiv und effektiv zu nutzen. Nach der guten Ausgangslage in der UWCL wollen wir mutig auftreten und unser Bestes geben. 

Lineth Beerensteyn sprach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen OL Lyonnes über…

… ihr 50. Spiel in der UEFA Women’s Champions League: Ich wusste gar nicht, dass es mein 50. Spiel in der Champions League wäre, das habe ich bisher gar nicht gezählt. Mit ein paar Jahren CL-Erfahrung im Rücken freue ich mich sehr, wenn ich morgen diese Zahl erreichen kann. Das ist schon etwas Besonderes und macht mich stolz.

… die Stimmung in der Mannschaft: Ich war schon enttäuscht von der Niederlage am Samstag gegen Frankfurt. Im Fußball kann aber alles passieren. Einen Tag darf man genervt sein, aber am nächsten Tag muss man wieder nach vorne schauen. Im Training hat man von der Enttäuschung nichts mehr gemerkt, die Stimmung in der Mannschaft ist weiterhin sehr gut, und alle blicken motiviert nach vorn.

… das Wiedersehen mit Ex-Wölfin Jule Brand: Ich hatte vorher keinen Kontakt mehr zu ihr. Wir wissen um die Qualitäten von Jule. Sie ist eine Topspielerin, die mit ihren Fähigkeiten gut zu OL Lyonnes passt. Es wird ungewohnt sein, dass sie morgen nicht mehr in Grün-Weiß aufläuft. Trotzdem freuen wir uns natürlich, sie wiederzusehen. Auf dem Platz sind wir morgen allerdings keine Freunde. 

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