Drei Spielerinnen der Frauenmannschaft des VfL Wolfsburg jubeln eng zusammen und ballen die Fäuste.
15.09.2019
Frauen

An die Spitze

Die VfL-Frauen gewinnen mit 3:0 gegen Hoffenheim und erobern die Tabellenführung.

Drei Spielerinnen der Frauenmannschaft des VfL Wolfsburg jubeln eng zusammen und ballen die Fäuste.

Die Frauen des VfL Wolfsburg haben auch ihr zweites Saison-Heimspiel in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga gewonnen: Vier Tage nach dem 10:0-Erfolg im UWCL-Sechzehntelfinal-Hinspiel bei KFF Mitrovica setzte sich der aktuelle Deutsche Meister im AOK Stadion mit 3:0 im Top-Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim durch. In der Tabelle rückten die Wölfinnen damit an den Gästen vorbei und übernahmen die Spitzenposition. Die Treffer vor 1.902 Zuschauern erzielten Doppel-Torschützin Pernille Harder und Ewa Pajor. Weiter geht’s für die VfL-Frauen bereits am kommenden Samstag, 21. September (Anstoß um 13 Uhr), wenn das Auswärtsspiel beim 1. FFC Turbine Potsdam auf dem Programm steht.

Drei Änderungen

Im Vergleich zur Partie im Kosovo nahm VfL-Cheftrainer Stephan Lerch drei Änderungen in der Startformation vor: Für Sara Doorsoun, Noelle Maritz und Claudia Neto spielten Ingrid Engen, Joelle Wedemeyer und Pia-Sophie Wolter.

Führung kurz vor dem Pausenpfiff

Die Gäste aus dem Kraichgau präsentierten sich wie erwartet mit einer offensiveren Grundausrichtung als die letzten Gegner – und mit dem Selbstvertrauen eines Tabellenführers. Hoffenheim stand insgesamt sehr hoch und attackierte die Grün-Weißen bereits im Spielaufbau. So entwickelte sich eine offene Partie, in der beide Teams schnell nach vorne spielten und sich kaum im Mittelfeld aufhielten. Nach 20 Minuten musste sich Hoffenheims Torhüterin Martina Tufekovic zum ersten Mal strecken, als Harder nach einem Freistoß von Lena Goeßling und Vorlage von Dominique Janssen zum Kopfball kam. Wenig später stand Wolter nach einer Harder-Flanke frei, traf den Ball bei ihrem Volley-Versuch aber nicht voll (22.). Glück hatten die Gäste in der 24. Minute, als Sarai Linder bei einem Zweikampf mit Harder eher ihre Gegenspielerin als den Ball traf – ein Strafstoß wäre durchaus eine Option gewesen. Den gab’s dann in der 26. Minute, nachdem Isabella Hartig zu robust gegen Svenja Huth eingestiegen war. Pech für den VfL: Tufekovic ging als Siegerin aus dem Duell mit Harder hervor, lenkte den ins rechte Eck platzierten Schuss der Dänin zur Ecke ab. In der 31. Minute nagelte Harder das Leder dann an den Pfosten – mittlerweile wäre die Führung für die Grün-Weißen verdient gewesen. Kurz vor dem Pausenpfiff war es dann soweit: Pajor zündete auf der rechten Seite den Turbo und bediente Harder, die zunächst an Tufekovic scheiterte, aber im zweiten Versuch per Kopfball erfolgreich war – 1:0 (45.). 

Entscheidender Doppelschlag

Zu Beginn der zweiten Hälfte kontrollierten die VfL-Frauen das Geschehen, die Offensivaktionen der Gäste waren nun seltener als noch zu Beginn der Partie. Mehr und mehr verlagerte sich das Geschehen in den Strafraum der TSG. In der 57. Minute probierte es Felicitas Rauch mit einem satten Linksschuss, den Tufekovic spät sah und gerade noch entschärfen konnte. Dann schaltete Pajor einmal mehr in den sechsten Gang: Die aktuelle Torschützenkönigin sprintete an ihrer Gegenspielerin Luana Bühler vorbei, ließ dann auch noch Tufekovic staunend stehen und schob zum 2:0 ein (61.). Was für ein Treffer! Und noch hatte sich Pajor nicht verausgabt: In der 65. Minute setzte sich die Polin auf der rechten Seite durch und bediente Harder, die das Leder aus kurzer Distanz über die Linie drückte – 3:0 (65.). Ein Doppelschlag, der die Grün-Weißen endgültig auf die Siegerstraße brachte, der Moral der TSG aber nichts anhaben konnte. Der bisherige Tabellenführer erarbeitete sich noch einige Offensivaktionen und sorgte dafür, dass VfL-Torfrau Hedvig Lindahl nicht tatenlos war. Letztlich blieb’s beim deutlichen Erfolg der Wölfinnen, die nun in der Tabelle da angekommen sind, wo sie gerne auch nach dem 22. Spieltag stehen würden.

„Wir sind nicht nervös geworden“

VfL-Cheftrainer Stephan Lerch: Nach einem 3:0 ist es einfach, das zu sagen, aber ich meine es sehr ernst: Glückwunsch an die TSG Hoffenheim! Es war eine temporeiche Partie, in der uns der Gegner das Leben sehr schwer gemacht hat. Die ersten 20 Minuten waren zerfahren, wir haben nicht zu unserem Spiel gefunden, weil Hoffenheim früh gepresst und die Räume gut verdichtet hat. In dieser Phase ging es hoch und runter, Möglichkeiten gab es auf beiden Seiten. In der Folge haben wir es dann defensiv besser gelöst und mehr Druck aufbauen können. Der verschossene Elfmeter war ein zusätzlicher Weckruf. Wir haben das Tempo hochgehalten und zu einem sehr günstigen Zeitpunkt – kurz vor der Pause – das 1:0 erzielt. In der zweiten Hälfte wollten wir etwas kompakter stehen und schnell umschalten. Dieser Plan ging auf, schließlich sind nach diesem Schema auch die Tore gefallen. Großes Kompliment an unsere Mannschaft, die nicht nervös geworden ist, sondern sich der Spielsituation gut angepasst hat. Natürlich hatten wir auch einige Fehler im Passspiel, aber das muss man immer unter Berücksichtigung der englischen Woche sehen. Wir hatten zwar keine große Mühe, das Spiel im Kosovo für uns zu entscheiden, aber die Reisestrapazen sind nun einmal nicht zu vermeiden. Umso glücklicher bin ich, dass wir heute so deutlich gegen einen starken Gegner gewinnen konnten!

VfL Wolfsburg: Lindahl – Wedemeyer, Goeßling, Janssen, Rauch – Engen, Popp – Wolter (70. Minde), Harder, Huth (41. Jakabfi) – Pajor (77. Gunnarsdottir)

TSG 1899 Hoffenheim: Tufekovic – Linder, Bühler (68. Hagel), Specht, Pankratz – Harsch, Hartig, Dongus – Waßmuth, Billa (80. Beuschlein), Rall (83. Bürger)

Tore: 1:0 Harder (45.), 2:0 Pajor (61.), 3:0 Harder (65.)

Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Seeretz)

Zuschauer: 1.902 am Sonntagnachmittag im AOK Stadion

Gelbe Karten: Wedemeyer / Dongus
 


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