Frauen

Alles oder nichts

Im Play-off-Rückspiel der UWCL gastieren die Wölfinnen bei Juventus FC.

Noch mindestens 90 Minuten trennen die Frauen des VfL Wolfsburg von einem möglichen Einzug ins Viertelfinale der UEFA Women’s Champions League. Das Hinspiel im AOK Stadion endete nach einem Treffer in letzter Minute mit einem 2:2-Unentschieden – die Ausgangslage vor dem Rückspiel in Turin ist damit völlig offen.

Mit gemischten Gefühlen nach Italien

Für zusätzlichen Rückenwind sorgte das Heimspiel der Wölfinnen in der Google Pixel Frauen-Bundesliga am vergangenen Sonntag nicht. Gegen die SGS Essen gingen die Grün-Weißen zwar früh in Führung, mussten in der zweiten Halbzeit jedoch nach einem sehenswerten Treffer der Gästinnen den 1:1-Ausgleich hinnehmen. Vor den VfL-Frauen liegt eine intensive Woche: Nach einer regenerativen Einheit am Montag nutzte das Team den Dienstag zum Durchschnaufen, ehe am Mittwochvormittag das Abschlusstraining anstand. Dabei lag der Schwerpunkt vor allem auf dem Torabschluss: In verschiedenen Spielformen und Übungssequenzen suchten die Grün-Weißen immer wieder konsequent den Weg zum Tor, um sich die nötige Präzision und Entschlossenheit für das Rückspiel zu holen. Anschließend machte sich der VfL-Tross auf den Weg in den Nordwesten Italiens. Für den Spieltag sind regnerische Bedingungen angekündigt, bei Temperaturen um die 11 Grad erwarten die Niedersächsinnen in Turin jedoch insgesamt stabile äußere Voraussetzungen – vor allem im Vergleich zu den zuletzt winterlichen Bedingungen in Wolfsburg.

„Müssen auf die Details achten“

Auch die Turinerinnen konnten am Wochenende in der Serie A kein Erfolgserlebnis verbuchen. Gegen Lazio CF kam der amtierende italienische Meister nicht über ein torloses 0:0 hinaus. Durch das Remis liegt Juventus derzeit sechs Punkte hinter Tabellenführer AS Rom zurück – ein kleiner Dämpfer vor dem entscheidenden europäischen Duell gegen die Wölfinnen. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Niedersächsinnen äußerte sich Lia Wälti wie folgt zum Rückspiel: „Wir können mithalten, das haben wir im Hinspiel gesehen. Wir müssen unsere Chancen nutzen und hinten besser verteidigen. Wolfsburg kämpft bis zum Schluss, sie kommen über die Physis – darauf müssen wir vorbereitet sein.“ Juventus-Trainer Massimiliano Canzi zeigte sich ebenfalls zuversichtlich: „Alle Spielerinnen sind fit und bereit. Es ist wichtig, dass wir alle dabeihaben. Das Spiel kann über 90 Minuten gehen. Wir müssen auf die Details achten. Ich bin mir sicher, dass die Spielerinnen eine gute Leistung wie im Hinspiel zeigen werden – wir können ins Viertelfinale einziehen.“

Vor dem UWCL-Spiel sprach VfL-Cheftrainer Stephan Lerch über…

…das Personal: Lena Lattwein und Alexandra Popp fallen kurzfristig aufgrund eines Infekts aus. Erfreuliche Nachrichten gibt es hingegen von Janou Levels und Camilla Küver: Beide sind wieder mit an Bord und stehen dem Team zur Verfügung.

…das Hinspiel: Wir haben das Hinspiel natürlich analysiert. Im Spiel selbst waren wir nicht so effizient, wie wir es uns vorgenommen hatten. Natürlich hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht, aber das 2:2 gibt uns ein gutes Gefühl, weil wir zurückgekommen sind. Jetzt gilt es, bei uns zu bleiben, clever zu agieren und uns von Juventus nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Den Rhythmus zu bestimmen, wird für uns ein wichtiger Faktor sein.

…den Ablaufplan: Wir werden nach dem Spiel morgen die Nacht hier verbringen, in Turin noch trainieren und anschließend nach München reisen. Dort werden wir ebenfalls trainieren und uns gezielt auf das Spiel gegen den FC Bayern München vorbereiten. Dieser Ablauf ist für uns einfacher, um die Reisestrapazen weitestgehend zu vermeiden.

Vor dem UWCL-Spiel sprach Janina Minge über…

…den späten Ausgleich im Hinspiel: Der späte Ausgleich im Hinspiel war eine richtig gute Reaktion von uns. Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt und uns für diesen Glauben belohnt. Das spricht absolut für die Mentalität und den Charakter der Mannschaft. Gleichzeitig wird dieser Moment sicherlich auch bei Juventus in den Köpfen geblieben sein. Zu wissen, dass wir jederzeit zurückkommen können, gibt uns Selbstvertrauen – und zeigt dem Gegner, dass wir bis zur letzten Minute gefährlich sind.

…die Vorgehensweise im Rückspiel: Für das Rückspiel liegt der Fokus klar darauf, die Chancenverwertung zu steigern. Gleichzeitig ist es wichtig, defensiv stabil zu stehen und möglichst zu null zu spielen. Am Ende wissen wir aber auch: Wir müssen einfach ein Tor mehr schießen als der Gegner. Darauf richten wir unsere Herangehensweise aus.

…Juventus FC: Gegen Juventus wird es entscheidend sein, dass wir wenig zulassen. Sie haben im Hinspiel ihre Chancen sehr konsequent genutzt, deshalb müssen wir defensiv wach und konzentriert sein. Es geht um alles – das ist auch ihnen bewusst. Wir erwarten ein intensives und schwieriges Spiel, aber wir werden alles geben und zu 100 Prozent da sein.

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