VFL Wolfsburg

NABU

Wolfsexperte und Leiter des NABU-Projektbüros Markus Bathen im Interview

NABU Mitarbeiter Markus Bathen auf Spurensuche am Boden.

Seit 2007 ist der VfL Wolfsburg Wolfspate des NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.). Im Zuge der Kooperation unterstützt der VfL im Rahmen des Projekts „Willkommen Wolf“ die Rückkehr freilebender Wölfe nach Deutschland und wirbt für ein friedliches Miteinander von Mensch und Tier. Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist es aufzuklären und das Wissen der Gesellschaft über frei lebende Wölfe zu verbessern.

Zu den Maßnahmen des Projekts gehört unter anderem die „Tour de Wolf“. Eine Informationskampagne des NABU quer durch Deutschland, welche in der Saison 2011/12 zu einem VfL-Heimspiel auch an der Volkswagen Arena halt gemacht hat. Im Zuge der Partnerschaft starteten der VfL Wolfsburg und der NABU zudem einen Weltrekordversuch und riefen die Fans des Vereins dazu auf, Teil des längsten simulierten Wolfsgeheuls der Welt zu werden.

NABU Logo mit dem Storch.Markus Bathen, 39, lebt und arbeitet seit fünf Jahren in der Lausitz. Er leitet das NABU-Projektbüro Wolf und ist der einzige hauptamtliche Wolfsexperte einer Umweltschutzorganisation in Deutschland.

Der Wolf ist vielen nur aus dem Zoo bekannt. Seit wann gibt es wieder freilebende Wölfe in Deutschland?

Im Jahr 2000 wurden in Deutschland zum ersten Mal Wolfswelpen von freilebenden Wölfen geboren. Heute leben hier, besonders in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz, wieder einige Wolfsrudel in Freiheit. Einzelne Wanderwölfe wurden auch schon in Niedersachsen gesehen.

Worin besteht die Arbeit des NABU in Wolfsprojekten?

Unsere Arbeit geht vor allem in zwei Richtungen: Einerseit wollen wir die Bevölkerung über die natürliche Lebensweise des Wolfes informieren und damit auch das Verständnis der Menschen gegenüber dieser so häufig mythisierten Tierart und seiner Rückkehr nach Deutschland fördern. Selbst wir Naturschützer mussten erst wieder lernen, mit dem Wolf in unserer Nachbarschaft zu leben. Andererseits arbeiten wir den Wissenschaftlern zu, indem wir Wolfshinweise sammeln. Beispielsweise stellen wir Fotofallen auf und sammeln Kot sowie Spuren. Diese leiten wir an die Wissenschaftler weiter.

Der VfL Wolfsburg ist seit 2007 Wolfspate. Wie bewerten Sie diese Kooperation?

Das bewerte ich sehr positiv. Unsere Arbeit kann dadurch mehr Öffentlichkeit bekommen und der Wolf kann so vielleicht nach und nach sein „Rotkäppchen-Image“ ablegen. Alle Fans des VfL können sich auf www.nabu.de/wolf genauer über das Projekt informieren und natürlich auch durch Spenden unserer Arbeit unterstützen.