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ALS-die Krankheit

Erste Information

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) 

Was ist ALS ?
Die ALS ist eine sehr ernste Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Das Wort "amyotrophe" steht für einen Krankheitsprozess, der zum Verlust der Muskelsubstanz führt, hervorgerufen durch die Zerstörung von wichtigen Nervenzellen und ihren Fortsätzen.

ALS - Körper.

Der Verlust von zentralen Nervenzellen in der motorischen Hirnrinde (Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark) wird als "Lateralsklerose" bezeichnet. 

Die Krankheit beginnt in der Regel mit einer unerklärlichen Schwächung der Arm-, Hand- oder Beinmuskulatur mit Ausdauerschwächen und größerer Ermüdbarkeit. Später greift die Erkrankung auf die Kontrolle der gesamten Muskulatur über. Für die Erkrankten bedeutet das, dass sie in späteren Krankheitsstadien nicht mehr in der Lage sind zu greifen, zu laufen oder zu schlucken. 

Die intellektuellen Funktionen und die Sinnesorgane werden jedoch von dem Prozess, der meist über ein bis drei Jahre unaufhaltsam fortschreitet, nicht erfasst. Der Patient erlebt also seinen körperlichen Verfall bei vollem Bewusstsein. 

Die ALS ist eine weitgehend unbekannte Erkrankung, die für die Wissenschaft lange Zeit ein scheinbar unlösbares Rätsel darstellte. 

Wer erkrankt an ALS ?
ALS kommt weltweit vor. Pro Jahr erkranken etwa ein bis zwei von 100.000 Personen an der Krankheit. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen (1,6 : 1). Das Durchschnittsalter des Krankheitsbeginns liegt bei 53 - 54 Jahren. Etwa 80 % der Fälle beginnen zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr. 10 % der Patienten sind jünger, etwas mehr als 10 % älter. Die ALS ist nicht ansteckend.

Der berühmte britische Astrophysiker Steven Hawking leidet unter ALS und Mao Tse-tung verstarb daran. 

Wie wird die ALS diagnostiziert ?
Der Krankheitsbeginn wird oft nicht bemerkt und ist schwierig festzustellen. Oft ist die ALS schon Monate oder Jahre vorhanden, bevor der Betroffene einen Arzt aufsucht. 

Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel durch den Neurologen (Nervenfacharzt). Die Untersuchungsschwerpunkte sind die Muskulatur, die Reflexe und die Atemfunktion des Patienten. 

Bis heute gibt es keinen einzigen Labortest und keine Untersuchungsmethode, um die Krankheit sicher zu diagnostizieren. Daher werden stets verschiedene Zusatzuntersuchungen durchgeführt und ähnliche Krankheitsbilder nach dem Ausschlussverfahren ausgeklammert. 

Wie verläuft die ALS und wie wird die Krankheit behandelt ?
Es gibt unterschiedliche Krankheitsverläufe. Das Fortschreiten der Lähmungen erstreckt sich bei den meisten Patienten über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren, bei wenigen Erkrankten entwickelt sich das Krankheitsbild innerhalb von einem Jahr sehr rasch. 

Bei 10 % der Patienten schreitet die Krankheit wesentlich langsamer fort und der Verlauf kann sich über zehn Jahre und länger erstrecken. 

Von der ALS sind nicht alle Muskeln betroffen. Intellektuelle Fähigkeiten, Sehen, Hören, Schmecken und Fühlen bleiben während des gesamten Krankheitsverlaufs normal. 

Da die Ursache der ALS noch nicht bekannt ist, gibt es bisher auch noch keine ursächliche Behandlung, die die Krankheit zum Stillstand bringt oder heilen kann. Es gibt verschiedene Medikamente zur Therapie der Krankheit, die primär eine Verlängerung der Lebenserwartung bewirken und entsprechende Wirkstoffe, die sich zur Zeit in der klinischen Prüfung befinden und möglicherweise in den nächsten Jahren zugelassen werden. Außerdem gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, die die Symptome mildern und die Lebensqualität der Kranken bessern können. 

Dabei sind Kranken- und Atemgymnastik, logopädische Übungen und eine individuell angepasste Speisezubereitung sehr wesentliche und notwendige Hilfsmittel für die Patienten. 

Weltweit wird die Ursachenforschung zum Thema ALS bereits seit längerem intensiviert. Es gibt daher durchaus Hoffnung, dass in absehbarer Zeit wirksame Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, die die Krankheitsursache oder die Symptome aufgreifen. Wichtig hierfür sind jedoch breit angelegte Therapiestudien bei denen Betroffene den Forschern und Ärzten helfen den Krankheitsursachen auf die Spur zu kommen und erfolgreiche Behandlungsmethoden zu entwickeln.

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