VFL Wolfsburg

Schale fest im Blick

10.05.2017
Ewa Pajor, Sara Gunnarsdottir und Alexandra Popp freuen sich über den Treffer zum 2:1.

VfL-Frauen stehen nach 2:1-Sieg über Essen kurz vorm Titelgewinn / Champions League schon fix.

Die Bundesliga-Frauen des VfL Wolfsburg haben ihr offizielles Saisonziel erreicht. Im Mittwochabendspiel des drittletzten Spieltags schlug die Elf von Ralf Kellermann die SGS Essen mit 2:1 (1:1) und löste damit endgültig das erneute Ticket für den Europapokal. Einen plötzlichen Rückstand durch Lea Schüller (39. Minute) beantworte Alex Popp vor dem Seitenwechsel prompt (41.), ehe Ewa Pajor vor 1.200 Zuschauern im AOK Stadion noch das hochverdiente Siegtor gelang (53.). Ob der 13. Ligadreier hintereinander sogar schon für die Meisterschaft reicht, entscheidet sich am späteren Abend, wenn Turbine Potsdam bei Bayer Leverkusen gastiert (Anstoß um 20 Uhr). Geht der einzige verbliebene Verfolger der Wölfinnen nicht als Sieger vom Platz, dann wäre den Grün-Weißen ihre dritte Deutsche Meisterschaft nicht mehr zu nehmen.

Dickenmann statt Kerschowski

Nach dem beeindruckenden Lauf der vergangenen Wochen hatte Kellermann wenig Anlass, seine Mannschaft zu verändern. Die zuvor angeschlagene Lara Dickenmann, die im vergangenen Spiel zunächst draußen geblieben war, rückte anstelle Isabel Kerschowskis wieder in die Startformation. Ansonsten begann die gleiche Elf, die zuletzt bei Turbine Potsdam mit 3:1 aufgetrumpft hatte.

Gleich in die Vollen

Von einem klassischen Matchball konnte man zwar nicht sprechen. Trotzdem gingen die Wölfinnen mit der theoretischen Chance ins Spiel, am Ende des Tages Deutscher Meister zu sein. Wie von der Kette gelassen legten die Grün-Weißen insofern auch los, drängten den Gegner sofort in den eigenen Strafraum und griffen immer wieder über beide Flügel an. Nach einer knappen Viertelstunde wurde es für die defensiv schon gut beschäftigten Gäste dann brenzlig, als Ewa Pajor gleich mit einer Doppelchance vorstellig wurde (14.) und wenig später eine Glanztat von Keeperin Lisa Weiß nötig war, um gegen die von Pernille Harder und Tessa Wullaert stark in Szene gesetzte Popp zu parieren (17.). Nachdem es auch Wullaert versucht hatte, konnte sich Essen ein wenig befreien und fuhr einen ersten gefährlichen Konter: Schräglinks vor dem VfL-Tor zielte Manjou Wilde um zwei Meter vorbei (29.).

Rückstand sofort repariert

Alexandra Popp freut sich mit Torvorbereiterin Caroline Hansen über ihren Treffer.In der Folge legte Grün-Weiß wieder einen Zahn zu. Doch als alles auf eine Führung des Tabellenführers wartete, duschte Essen den Favoriten plötzlich kalt ab. Ein langer Ball vom rechten Flügel erreichte am Strafraum Schüller, die mit einem trockenen Flachschuss zum 0:1 traf (39.). Als hätte der VfL genau solch einen Impuls jedoch gebraucht, folgte auf der Stelle die passende Antwort: Nach einer typischen Caro-Hansen-Aktion, die sich bis zur Grundlinie durchtankte und in die Mitte gab, steckte Popp den Fuß in den Ball und drückte ihn damit ins Tor – 1:1 (41.)! Fast mit dem Pausenpfiff hätte Pernille Harder den Rückstand schon beinahe gedreht. Ihr Schuss aus spitzem Winkel strich aber um Millimeter am langen Pfosten vorbei (45.).

Pajor stellt früh die Weichen

Schon bald nach Wiederbeginn bogen die Wölfinnen dann aber doch auf die Siegerstraße ein. Diesmal fiel der Treffer ohne jede Ankündigung. Nach einer simplen Ecke von abermals Hansen schraubte sich am Fünfmeterraum Pajor in die Luft und traf mit einem Kopfball wie aus dem Bilderbuch zum 2:1 ins Netz (53.)! Die SGS machte bis hierhin ein richtig gutes Spiel, verteidigte sehr diszipliniert, ohne sich stumpf vor den eigenen Strafraum zu stellen. Auch nach dem Rückstand suchten die Gäste zudem häufig den Weg zum Tor. Demgegenüber hatte der VfL das Geschehen aber derart sicher im Griff, dass ein Ausgleichstor nie ins Gespräch kam. Hansen (63.) und Popp, die aus guter Lage einen Gewaltschuss über den Querbalken setzte (66.), sowie Pajor mit einem Fallrückzieher (68.) drohten stattdessen mit weiteren grün-weißen Treffern.

Hausaufgaben erledigt

Viel mehr passierte zwischen den Toren dann nicht mehr. Kein Schützenfest, stattdessen einen souveränen und trotz des Rückstands kaum gefährdeten 2:1-Arbeitserfolg fuhren die Wölfinnen ein und hatten damit erreicht, was sie wollten. Mit etwas gebremstem Jubel nahm das VfL-Lager schließlich den Abpfiff entgegen. Denn ob sie zwei Stunden später vorzeitig Meister sein oder aber mit einem dann echten Matchball im Gepäck zum nächsten Spiel nach Freiburg fahren würden, das konnten sie jetzt noch nicht wissen. Die Auflösung folgt am Abend auf dem VfL-Frauen-Facebook-Kanal.

„Zielstrebigkeit hat gefehlt“

Ralf Kellermann: Mit den ersten 30 Minuten des Spiels war ich noch durchaus zufrieden. Wir haben uns sechs, sieben Mal über die Außenbahn durchkombiniert, haben den letzten Ball dann aber nicht platziert genug abgespielt. Uns hat insgesamt etwas die Zielstrebigkeit gefehlt. Durch einen Konter haben wir dann das 0:1 bekommen. Ganz wichtig für uns war, dass wir ähnlich wie in Frankfurt, als wir auch in Rückstand geraten sind, direkt im Gegenzug das 1:1 gemacht haben. Ein tolles Tor, dass schön herausgespielt und bei dem dann auch Entschlossenheit zu sehen war. Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit wirkten wir anschließend komplett verunsichert. Es sah so aus, als ob wir Angst hätten, diese große Chance, den fast letzten Schritt zu machen, zu verspielen. Das ist aber letztlich alles jammern auf hohem Niveau. Es war schließlich der 13. Sieg in Folge.

Die Highlights auf Wölfe TV

VfL Wolfsburg: Schult – Blässe, Fischer, Peter, Dickenmann (88. Maritz) – Popp (76. Bernauer), Gunnarsdottir – Hansen (71. Kerschowski), Harder, Wullaert – Pajor

SGS Essen: Weiß – Freutel, Klasen, Doorsoun, Brüggemann, Hochstein (73. Ostermeier) – Lehmann, Dallmann, Schüller – Wilde – Hartmann

Tore: 0:1 Schüller (39.), 1:1 Popp (41.), 2:1 Pajor (53.)

Gelbe Karten: - / Hartmann

Zuschauer: 1.200 am Mittwochabend im AOK Stadion

Schiedsrichterin: Sandra Stolz (Pritzwalk)

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