VFL Wolfsburg

Raus mit Applaus

29.03.2017

Starke VfL-Frauen verpassen das Champions-League-Halbfinale trotz 1:0-Rückspielsieg bei Olympique Lyon.

Die Bundesliga-Frauen des VfL Wolfsburg sind denkbar knapp aus der Königsklasse ausgeschieden. Im Rückspiel um den Einzug in die Runde der letzten Vier gewann die Mannschaft von Ralf Kellermann am Mittwochabend bei Titelverteidiger Olympique Lyon mit 1:0 (0:0), strich durch die 0:2-Heimniederlage im ersten Vergleich aber trotzdem die Segel. Caroline Hansen markierte per Foulelfmeter für die Wölfinnen, die vor gut 14.000 Zuschauern im Parc Olympique Lyonnais eine bärenstarke Vorstellung ablieferten, das einzige Tor (82.). Das nächste Mal im Einsatz ist der DFB-Pokalsieger, der erstmals überhaupt nicht ins Halbfinale der Champions League vorstoßen konnte, am kommenden Sonntag, 2. April. Dann geht es im AOK Stadion gegen die TSG Hoffenheim. 

Fünf Änderungen

Auf die gelbgesperrte Tessa Wullaert musste er verzichten, ansonsten stand Ralf Kellermann der gleiche Kader zur Verfügung wie zuletzt. Nach dem überzeugenden 3:0-Erfolg beim MSV Duisburg rotierte der Chefcoach nun wieder zurück und nahm insgesamt fünf Änderungen vor. Anna Blässe, Sara Gunnarsdottir, Elise Bussaglia, Caro Hansen und Alex Popp standen neu in der Startformation.  

Toller Auftritt der VfL-Frauen 

Die Ausgangslage bot Grün-Weiß keinen Anlass, sich im Stadion der weltbesten Vereinsmannschaft zu verstecken. Und tatsächlich nahmen die Wölfinnen das Herz sofort in die Hand. Zielstrebig und couragiert suchten sie vom Anstoß weg den Weg zum Tor und ließen auch an ihrer Körpersprache erkennen: Wir haben das Halbfinale noch lange nicht abgehakt! Nach sechs Minuten kam Popp am Strafraum zum Schuss, ehe wenig später Lara Dickenmann für ein Raunen im Stadion sorgte, als sie ihre Gegenspielerin tunnelte und kurz freie Bahn zum Tor bekam. An ihren Querpass kam Hansen jedoch nicht mehr heran (11.). Lyon schien verdutzt, wie entschlossen ihm der VfL begegnete und sah sich gezwungen, im eigenen Wohnzimmer zu kontern. Trotzdem wäre Grün-Weiß dann beinahe kalt abgeduscht worden, als Eugenie Le Sommer nach einer Ecke plötzlich freistand und von der Fünfmeterraumkante den Innenpfosten traf (17.).

Erst Elfmeter, dann doch nicht

Große Aufregung dann im Minute 22, als Isabel Kerschowski die enteilte Ada Hegerberg im Strafraum stoppte. Die Schiedsrichterin wertet die knifflige Szene zunächst als Foul, nahm die Strafstoßentscheidung aber wieder zurück, was die Emotionen im Rund kurz hochkochen ließ. Nicht viel fehlte, und der VfL hätte die hitzige Phase für sich genutzt. Erst steckte Wendie Renard den Kopf in eine scharfe Flanke von Hansen und lenkte den Ball an den eigenen Pfosten (35.), ehe direkt die beste Chance der Wölfinnen folgte: Mit einem Flachschuss aus 16 Metern zwang Pernille Harder Lyons Keeperin zu einer Glanztat (36.). Nachdem auf der anderen Seite auch Schult noch zweimal hellwach parierte (40./44.), war ein packender und extrem kurzweiliger Durchgang zu Ende. 

Lyon zieht das Abwehrnetz zu

Nahtlos führten beide Teams nach Wiederbeginn ihre hochklassige Auseinandersetzung fort. Hansen, Harder und Popp passten sich an Lyons Strafraum den Ball gleich munter hin und her, ehe Gunnarsdottir aus kurzer Distanz endlich abschließen konnte, an Sarah Bouhaddi aber nicht vorbeikam (47.). Olympiques Antwort war ein Flachschuss von Le Sommer, die aus spitzem Winkel ans Außennetz traf (49.). Erst jetzt flaute die Partie ein wenig ab, vor allem weil die Heimelf sich verstärkt auf die Defensive konzentrierte und dem VfL das Durchkommen immer schwieriger machte.

Ein Tor fehlt zur Verlängerung

Dem Deutschen Pokalsieger lief somit die Zeit davon. Weiterhin begegneten die VfL-Frauen dem Titelverteidiger mit offenem Visier, warfen alles in die Waagschale, um der ohnehin packenden Partie mit einem Führungstor eine neue Dramatik zu geben. Zehn Minuten vor Abpfiff geschah es tatsächlich: Mit einem beherzten Sprint drang Harder in den Sechzehner ein und wurde von Kadeisha Buchanan gefällt. Die Schiedsrichterin pfiff, Hansen nahm sich den Ball und verwandelte zum 1:0 für Grün-Weiß (82.)! Bange Minuten brachen nun für die Heimmannschaft an, die sich kaum ausgemalt hatte, sich am Ende ins Halbfinale mauern zu müssen. Obwohl Grün-Weiß erst recht nun alles nach vorn warf, sollte es die eine große Gelegenheit auf die Verlängerung allerdings nicht mehr geben. Nach einem Riesenspiel siegten die VfL-Frauen hochverdient bei Olympique Lyon mit 1:0 – und schieden umso tragischer deshalb aus der Champions League aus.

„Haben Lyon beherrscht“

Ralf Kellermann: Wenn man beide Spiele nimmt und die kompletten 180 Minuten betrachtet, dann waren wir die bessere Mannschaft. Wie im Hinspiel schon hätten wir das eine oder andere Tor mehr schießen müssen. Ich bin sehr, sehr stolz darauf, wie wir uns hier präsentiert haben. Wir haben uns sehr gut verkauft und haben Lyon beherrscht, was uns vorher vielleicht die wenigsten zugetraut hätten. Dass wir trotzdem auegeschieden sind, darüber sind wir alle tief enttäuscht.

Die Highlights auf Wölfe TV

Die Stimmen auf Wölfe TV

Olympique Lyon: Bouhaddi – M’Bock Bathy, Buchanan, Renard, Majri – Kumagai (63. Seger), Marozsan, Abily – Morgan, Ada Hegerberg, Le Sommer (73. Bremer)

VfL Wolfsburg: Schult – Blässe, Fischer, Peter, Dickenmann – Gunnarsdottir (72. Pajor), Bussaglia (61. Van Egmond) – Kerschowski, Hansen – Popp, Harder

Tor: 0:1 Hansen (82., Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Abily, Bremer / Gunnarsdottir

Gelb-Rote Karte: Blässe (90.+5)

Zuschauer: 14.128 im Stade Olympique Lyonnais

Schiedsrichterin: Monika Mularszyk (Polen)

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