VFL Wolfsburg

Ignacio Ramírez Leyva aus Mexiko

Ignacio Ramírez Leyva in der Volkswagen.

„In guten wie in schlechten Zeiten“

Ignacio Ramírez Leyva verfolgt den VfL aus Mexiko.Das Logo der Serie Fans aus aller Welt.

Wer Fan eines Fußballclubs ist, der will das auch zeigen. Er geht ins Stadion, kauft sich in Trikot – oder gründet sogar einen Fanclub. Mehr als 80 offizielle Fangemeinschaften sind so mittlerweile entstanden, die den VfL Wolfsburg aus allen Ecken der Republik unterstützen. Doch macht der Einfluss der Wölfe an den Landesgrenzen nicht halt, wie ein ganz besonderer Fanclub im fernen Mexiko beweist. Zu verdanken ist das Ignacio Ramírez Leyva.

Gruppenbild des VfL-Fanclub aus Mexico.Es war 2004, als er und einige Freunde den lateinamerikanischen VfL-Ableger gründeten. Mittlerweile haben sie über 40 Mitglieder um sich geschart, obwohl es nicht immer einfach ist, auf der anderen Seite der Welt die Aktivitäten des VfL zu verfolgen. „In Mexiko kann man leider nur hin und wieder im Kabelfernsehen die Spiele des VfL sehen“, erklärt Ramírez Leyva. Wenn es dann doch mal so weit ist, dann treffen sich die Anhänger in ihrer Stammkneipe, um die Spiele zu sehen. Dort hält die Fangemeinde auch ihren Stammtisch ab. Der Mexikaner meint: „Es ist für mich das Schönste, mit einer großen Gruppe von Freunden zusammen zu sein. Alle sind treue Fans des VfL und stehen zum Wolfsburg in guten wie in schlechten Zeiten.“

Der VfL in Mexiko

Seine Zeit als VfL-Fan glich zeitweise einem Wechselbad der Gefühle. Angefangen vom Aufstieg in die Bundesliga, über Fast-Abstiege, die Meisterschaft und die folgende Teilnahme an der Champions League. Seit 1995 verfolgt der Fachgruppensprecher für technische Entwicklung Karosserie und Ausstattung aus Puebla die Aktivitäten des VfL. Damals spielten die Grün-Weißen bekanntlich noch in Liga zwei. Doch das war Ingacio egal. Er war sofort begeistert: „Während meiner Aufenthalte in Wolfsburg hat mich die Leidenschaft, die in der Stadt und der Umgebung herrscht, beeindruckt.“ Der 54-Jährige und einige seiner Mitstreiter waren natürlich auch 1997 in Deutschland dabei, als die Wolfsburger endlich den Aufstieg in die höchste Spielklasse klarmachten. Ramírez Leyva erzählt: „Ich war am Allersee, als dort auf riesigen Leinwänden das letzte Spiel übertragen wurde. Die Stimmung war einfach großartig, als der VfL sich mit diesem Sieg den Aufstieg sicherte. Ich war unendlich glücklich, dass ich dabei sein konnte.“ Inzwischen besucht der Mexikaner regelmäßig die Autostadt und nutzt jede Gelegenheit, um sich die Spiele der Wölfe zusammen mit Freunden aus der Fangemeinde anzusehen.

Frank Plagge im Spiel gegen den FC Puebla.Daran war 1988 noch nicht zu denken, aber damals kam Ramírez Leyva zum ersten Mal mit dem VfL in Kontakt. Die Grün-Weißen bestritten ein Freundschaftsspiel in Mexiko gegen den Puebla F.C. Mit der kompletten ersten Mannschaft flögen die Wölfe nach Mittelamerika und traten mit VfL-Legenden wie Frank Plagge, Olaf Ansorge  und Peter Ament an. 5.000 Zuschauer waren begeistert von den Deutschen. Ein besonderes Erlebnis – auch für Ramírez Leyva und die Mannschaft. Der Puebla F.C. trägt seine Spiele nämlich im Stadion Estadio Cuauhtémoc in über 1.200 Metern über dem Meeresspiegel aus. Sturmtank Frank Plagge erinnert sich: „Die Bälle flogen anders, wir haben kaum Luft bekommen, und ich glaube, dass mein Gegenspieler früher Footballer gewesen war.“ Trotzdem sei es eine tolle Erfahrung gewesen, so Plagge weiter, der als persönliche Erinnerung eigens sein Trikot – damals unüblicherweise – mit einem Gegenspieler tauschte.

Mehr als nur ein Fußballfan

Durch seine Faszination für den VfL ist Ramírez Leyva inzwischen auch zum Fan der Stadt Wolfsburg und Deutschlands geworden: „In meiner Freizeit sammle ich Informationen über den VfL Wolfsburg und über Deutschland im Allgemeinen. Ich interessiere mich besonders für die Kultur und Technik. Vor allem regenerative Energien haben es mir angetan.“ In der kommenden Saison wird einer der entferntesten VfL-Fans dann wieder in Deutschland sein, um Land, Leute und den VfL zu genießen.

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