Das Ritual war jedesmal gleich: Wenn es um Vertragsverhandlungen ging, dann baute Wilfried Ahnefeld voll auf seine Mutter. „Trainer und Manager sind zu uns raus auf den Hof gekommen. Und dann hat sie uns an diesem Tisch ein herrliches Frühstück serviert. So war es mit dem VfB Oldenburg, mit Hannover 96 und auch mit dem VfL.“ Für Imre Farkaszinski und Günther Brockmeyer sollte sich der Ausflug nach Niedernwöhren lohnen. Und das obwohl der Wechsel nach Wolfsburg 1971 von einem Missverständnis begleitet war. „‚Farka‘ hatte gedacht, dass ich eher ein Linksaußen wäre und musste das schnell überdenken. Auf rechts hat es dann aber umso besser geklappt.“
Internationale Erfahrung
Zu den Grün-Weißen stieß Ahnefeld als namhafter Spieler. Im 96-Trikot hatte er schon Einsätze in der Bundesliga sowie auch im Messepokal, einem Vorläufer-Wettbewerb des UEFA-Cups, verbucht. Am VfL-Paradeangriff Wilfried Kemmer und Wolfgang Wallek kam der gelernte Mittelstürmer trotzdem zwar nicht vorbei. Dafür zeigte er seine Schnelligkeit und Schussgewalt entweder auf dem Flügel. Oder er spielte mit Spezialauftrag. „Wenn ich eines gut konnte, dann laufen. Deshalb habe ich häufig den Spielmacher kaltgestellt. Einmal stand in der Zeitung: ‚Ahnefeld wie ein Käfer: Er läuft und läuft und läuft…‘“ Sternstunden, das waren Heimspiele gegen Braunschweig, eine Mexiko-Reise mit dem gesamten Team, als die Bullis mit Gießkannen getankt werden mussten. „Oder auch jede einzelne Spielersitzung mit ‚Farka‘. Er hat jedem von uns Spiel und Gegner bis ins letzte Detail erklärt“, schwärmt Ahnefeld, der während seiner vier VfL-Jahre im Hauptberuf bei Volkswagen arbeitete.


