Wenn die VfL-Frauen am kommenden Freitag (3. Mai, Anstoß ist um 18.30 Uhr) den 1. FC Köln zum 20. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga empfangen, dann könnte es für eine Wölfin ein ganz besonderes Jubiläum werden: Svenja Huth steht vor ihrer 300. Liga-Partie, 299 bestritt sie bislang für den VfL, Turbine Potsdam und den 1. FFC Frankfurt. Schon jetzt gibt es nur etwas mehr als eine Handvoll Spielerinnen, die auf genauso viele oder mehr Begegnungen kommen. Vor ihrem möglichen Jubiläum hat die VfL-Kapitänin über ihre Anfänge in der Bundesliga, Veränderungen auf und neben dem Platz und ihre Ziele für das kommende Jahr gesprochen. Denn: In Wolfsburg fühlt sich die Mittelfeldspielerin nach wie vor sehr wohl, ihren Vertrag bei den Wölfinnen hat sie erst vor wenigen Wochen um ein Jahr verlängert.
Svenja Huth, das Spiel gegen Köln könnte die insgesamt 300. Bundesliga-Partie in deiner Karriere werden. War dir bewusst, dass dieses Jubiläum jetzt ansteht?
Svenja: Wir haben irgendwann mal darüber gesprochen, dass es bald so weit sein könnte. Dass es das Spiel gegen Köln werden könnte, war mir aber nicht so bewusst. Dass es zusätzlich noch ein Heimspiel ist, ist natürlich sehr schön.
Kannst du dich noch an dein allererstes Bundesliga-Spiel am 2. Dezember 2007 erinnern?
Svenja: Ja, wir haben mit dem 1. FFC Frankfurt in Saarbrücken gespielt. Ich bin zur Halbzeit eingewechselt worden, weil Kerstin Garefrekes sich verletzt hat. Für mich ging natürlich ein Traum in Erfüllung. Den hatte ich, seitdem ich als kleines Mädel mit dem Fußballspielen angefangen habe. Das Bundesligadebüt neben solchen großen namhaften Spielerinnen zu schaffen, das war ein sehr, sehr schönes Gefühl und hat Lust auf mehr gemacht.
Die erste Saison war direkt ein Erfolg, ihr habt das Double geholt. Wie war das für dich?
Svenja: Ich habe da schon gemerkt, dass man sehr viel investieren muss, um am Ende einen Pokal in die Höhe stemmen zu können. Ich konnte außerdem nicht nur im ersten Jahr, sondern auch danach viel von den erfahreneren Spielerinnen lernen und mitnehmen. Deshalb war es eine unglaublich prägende, schöne und erfolgreiche Zeit, an die ich gerne zurückdenke.
Klar ist, die Liga hat sich in den vergangenen Jahren sehr gewandelt. Was sind aus deiner Sicht die größten Veränderungen?
Svenja: Einmal natürlich, dass Vereine, auch Vereine mit Männer-Lizenzmannschaften im Rücken, mittlerweile viel mehr das Potenzial im Frauenfußball sehen und hinsichtlich der Professionalisierung und infrastrukturell große Schritte nach vorne gemacht haben. Die Spielerinnen haben mittlerweile viel mehr Möglichkeiten als vor einigen Jahren. Ich wünsche mir, dass dieser Weg genauso fortgesetzt wird, um den Wettbewerb noch enger und ausgeglichener zu gestalten. Aber ich denke auch, dass das Spiel an sich und die Spielerinnen viel athletischer, schneller und dynamischer geworden sind. Das ist eine Entwicklung, die überall stattgefunden hat. Egal, ob es im Weltfußball, im europäischen Fußball oder in Deutschland innerhalb der Liga ist. Ich bin froh, dass ich das miterleben durfte und darf.


